Braune Koniferen retten: so werden sie wieder grün

Braune Koniferen retten, so werden sie wieder grün

Braune Koniferen sind niemals ein gutes Zeichen. Wenn die Nadelbäume keine satte, grüne Farbe haben, weist das auf Probleme hin, die mit der Zeit zum Verenden der Gewächse führen könnten. Im schlimmsten Fall verlieren Sie ganze Hecken, die Sie durch neue Exemplare ersetzen müssen. Das nagt deutlich am Geldbeutel. Dennoch müssen Sie nicht verzagen, denn Sie können braune Koniferen retten.

Koniferen im Garten werden für eine Vielzahl verschiedenster Projekte genutzt, die von der Einzelstellung bis hin zur Hecke reichen. Sie begeistern durch ihr intensives Grün, das je nach Art sogar über den Winter noch erstrahlt und auf diese Weise als dauerhafter Sichtschutz oder Farbaspekt über die düstere und schneereiche Winterzeit wirken.

Dem Gärtner wird das Herz schwer, wenn die Nadelhölzer plötzlich ihre Farbe ins Bräunliche ändern, denn in diesem Fall geht es den Gewächsen nicht gut. Wichtig ist nun das Erkennen der möglichen Ursachen und wie diese behandelt werden, damit Sie braune Koniferen retten und so Ihre Gartenvielfalt erhalten können.

Braune Koniferen

Falscher Alarm: Braune Koniferen im Winter

Vorab: Nicht alle Koniferen sind über den Winter grün. Einige Arten nehmen über die kalte Jahreszeit eine bräunliche Färbung an, die einfach zum Rhythmus der Pflanze gehört. Diese Braunfärbung kann entweder ein durchgehendes Braun oder Braunrot sein oder nur einige Stellen verfärben sich.

Braune Koniferen retten, braune Thuja
braune Thuja

Die Winterfarbe ist völlig unbedenklich, wenn Ihre Gewächse nicht fahlbraun werden, also krank wirken. Sie sollten immer noch ihren typischen Charakter haben und die Farbe sollte satt sein. Folgende Koniferen sind typisch für eine braune Winterfärbung in verschiedenen Mischtönen.

  • Abendländischer Lebensbaum (bot. Thuja occidentalis)
  • Riesen-Lebensbaum (bot. Thuja plicata)
  • Teppichwacholder (bot. Juniperus horizontalis)
  • Igelwacholder (bot. Juniperus rigida)

Gerade Thujen sind für ihre Braunfärbung bekannt, die sich auf die ganze Pflanze auswirken kann. Grund dafür ist die Herkunft dieser Arten, da diese intensiv kalte Winter aushalten müssen, wodurch sie Nährstoffe sparen müssen, was zur Braunfärbung über den Winter führt. Das ist vergleichbar mit der Verfärbung der Blätter von Laubbäumen im Herbst. Wacholder haben im Gegensatz zu Thuja entweder eine rote oder violette Braunfärbung, was für viele Gärtner ebenso besorgniserregend ist. Schauen Sie also vor dem Ergreifen bestimmter Maßnahmen nach, ob Ihre Taxa im Winter eine andere Farbe annehmen.

Braune Koniferen retten, braune Zimmertanne, Araucaria heterophylla
braune Zimmertanne, Araucaria heterophylla

Tipp: Die Waldkiefer (bot. Pinus sylvestris) färbt sich ebenfalls über den Winter, nur handelt es sich hier nicht um einen Braunton. Diese bleicht regelrecht aus und wird gelb, ohne dass es dem Nadelbaum schlecht geht.

Braune Koniferen retten

Braune Koniferen retten: 7 Ursachen erkennen und behandeln

Wenn Sie braune Koniferen retten wollen, müssen Sie die einzelnen Ursachen kennen und diese entsprechend behandeln, um sich wieder an einer sattgrünen Pflanze erfreuen zu können. Die eigentlichen sattgrünen Gewächse von Lebensbaum über Zypressen (bot. Cupressus) bis hin zur klassischen Tanne (bot. Abies) können an einer Vielzahl von Problemen leiden, die zur Braunfärbung der Blätter führen.

Braune Koniferen retten, Thuja braun verfärbt
Thuja braun verfärbt

Glücklicherweise gibt es für jede der Ursachen geeignete Lösungen, mit denen Sie braune Koniferen wieder gesund pflegen. Folgend finden Sie die 7 typischen Ursachen für braune Koniferen und wie Sie diesen entgegenwirken.

Trockenheit

Trockenstress ist ein typisches Koniferen-Problem, denn die Gewächse sind an sich recht durstig. Der Standort sollte bis auf äußerst wenige Ausnahmen immer frisch, feucht und durchlässig bleiben, damit die Gewächse problemlos an ausreichend Wasser kommen. Trockenstress zeigt sich nicht nur in hell- bis gelbbraunen Nadeln, sondern ebenfalls deren Vertrocknen.

Ursachen dafür sind häufig trockene, heiße Sommer und lange Frostperioden im Winter. Nicht umsonst müssen die Gewächse manchmal im Winter mit Wasser versorgt werden.

Folgende Methoden können Sie zur Behandlung anwenden:

  • vertrocknete Triebe vorsichtig kürzen
  • dabei nicht zu tief ins alte Holz schneiden
  • Wasserzugaben erhöhen
  • dabei keine Staunässe verursachen
  • am Abend oder besser noch am Morgen wässern
  • dadurch bleibt Feuchtigkeit erhalten
  • am besten das Wasser direkt auf die Wurzelscheibe gießen
  • Topf-Koniferen mit Wurzelballen in Wasser tauchen
  • solange eintauchen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen
  • danach überschüssige Feuchtigkeit abtropfen

Mit diesen Maßnahmen müssten sich Ihre Koniferen erholen. Vorbeugen können Sie einem Feuchtigkeitsverlust über das gesamte Jahr, wenn Sie eine Mulchschicht mit einer Dicke von mindestens fünf Zentimetern ermöglichen.

Braune Koniferen retten, vertrocknete Zimmertanne, Araucaria heterophylla
vertrocknete Zimmertanne, Araucaria heterophylla

Sonneneinstrahlung

Ein weiteres großes Problem ist Sonnenbrand. Braune Koniferen retten ist in diesem Fall deutlich schwerer, da Sie schattenspendende Maßnahmen ergreifen müssen. Dieses Phänomen geschieht an sich nur direkt nach einem Rückschnitt der Gewächse, da dieser häufig zwischen Juni und Juli und sogar bis in den August reicht, wenn es sich um Arten mit einem starken Wuchs handelt.

In dieser Zeit scheint die Sonne direkt auf die frisch geschnittenen Triebspitzen, die daraufhin vertrocknen und sich braun färben. Da die Pflanze an sich schon durch den Schnitt geschwächt wurde, setzt die Sonne ihr besonders stark zu. Wenden Sie eines der folgenden Hilfsmittel an, um in den ersten zehn Tagen nach dem Schnitt die Koniferen dem Sonnenbrand zu schützen.

Braune Koniferen retten, Rückschnitt gut planen
Rückschnitt gut planen
  • Sonnenschirme
  • Schattennetze

Ebenso ist es zu empfehlen, einen bewölkten Tag für den Schnitt Ihrer Koniferen auszusuchen. Dadurch reduzieren Sie die Gefahr auf einen Sonnenbrand der Triebspitzen deutlich, wodurch Sie ebenfalls braune Koniferen verhindern.

Nährstoffmangel

Nährstoffe sind für Pflanzen wichtig, um ihre Funktionen problemlos ausführen zu können. Ein Nährstoffmangel verursacht häufig braune Nadeln, die sich über einen längeren Zeitraum verfärben. Aus diesem Grund ist ein Mangel an wichtigen Nährstoffen nicht sofort erkennbar, da dieser Prozess schleichend geschieht.

Die Symptome sehen wie folgt aus:

  • Triebspitzen färben sich braun
  • Braunfärbung breitet sich auf Nadeln aus
  • nehmen gelbbraune Färbung an
  • gesamte Konifere wird gelblich braun

Die Ursache hierfür ist in den meisten Fällen kein fehlender Dünger, sondern eine falsche Bodenbeschaffenheit, die sich negativ auf die Nährstoffaufnahme der Koniferen auswirkt. An sich benötigen die Gewächse nur wenige Nährstoffe, doch sorgen verdichtete und magere Böden für einen Nährstoffmangel. In diesem Fall sollten Sie den verdichteten Boden auflockern und etwas Sand unter die Erde mischen.

Braune Koniferen retten, Kompost
Kompost

Ist der Boden jedoch mager, sollten Sie reifen Kompost, Hornspäne oder Stallmist, der gut abgelagert ist, einarbeiten. Das gibt den Gewächsen den notwendigen Boost an Nährstoffen. Allgemein hilft es, die Erde mit Hornspänen und Gesteinsmehl anzureichern. Falls der Nährstoffmangel gravierend ist, sollten Sie einen Koniferendünger verwenden, nachdem der Boden angepasst wurde. Das sorgt für schnelle Ergebnisse.

Fäulnis

Eine Fäulnis des Stamms oder der Wurzeln durch Phytophthora cinnamomi ist fatal für die Koniferen. Hat sich der Pilz eingenistet, zeigen sich Nadelverfärbungen in gelbbraunem Ton, was jedoch nur das geringste Problem ist. Mit der Zeit werden die Wurzeln inklusive dem Wurzelhals zerstört, was wiederum zur Verfärbung der Nadeln führt. Danach geht die Pflanze unwiderruflich ein. Leider können braune Koniferen nur retten, wenn Sie Phytophthora cinnamomi frühzeitig bemerken.

Zudem sollten Sie Staunässe vermeiden, was eine der hauptsächlichen Ursachen für den Pilz ist. Zugelassene Fungizide wie Aliette WG von Bayer Garten sollten bei Verdacht Ende des Sommers angewandt werden. Ist ein Exemplar befallen, sollten Sie dieses unbedingt ausgraben und abseits Ihrer anderen Koniferen und Gewächse aufbewahren. Der Pilz ist äußerst invasiv.

Pilzinfektionen

Weitere Pilzinfektionen führen ebenfalls dazu, dass Koniferen braun werden. Leider hilft bei diesen nur das Zurückschneiden der betroffenen Triebe, um die Koniferen zu retten. Folgende Pilzinfektionen sind hier zu nennen.

Pestalotia-Triebsterben

  • braune Triebspitzen
  • Färbung reicht ins Blattinnere
  • Flecken in schwarz-braun sind erkennbar

Schuppen- und Nadelbräune

  • befällt ältere Gewächse
  • vor allem Thuja
  • Triebe im unteren Bereich färben sich braun

Kabatina-Zweigsterben

  • befällt jüngere Triebspitzen
  • färben sich braun
Braune Koniferen retten, Thuja, Lebensbaum
Thuja, Lebensbaum

Saurer Boden

Ein pH-Wert von unter 5,0 ist schädlich für Koniferen, was sich in braunen Stellen zeigt, die zum Teil sogar schwarz sein können. In diesem Fall liegt ein zu saurer Boden vor, was Sie mit einem pH-Wert-Test unbedingt bestätigen sollten. Liegt der pH-Wert in diesem Bereich, müssen Sie diesen erhöhen, damit er auf 5,5 bis 6,5 kommt, was ideal für die Gewächse ist.

Wenden Sie hierfür Kalk in den entsprechenden Mengen an:

  • pH-Wert von 6,0 – 6,4: 150 – 180 g/m²
  • pH-Wert unter 6,0: 250 g/m² (sandiger Boden), 500 g/m² (lehmiger Boden)

Streusalz

Streusalz über den Winter kann Koniferen stark zusetzen und diese sogar komplett absterben lassen. Das Salz entzieht dem Boden Feuchtigkeit, was zu Trockenstress führt. Zudem werden Organismen zerstört, die an der Entstehung von Humus und somit Nährstoffen im Boden beteiligt sind. Neben Trockenstress leiden die Gewächse demnach durch das Streusalz an einem Nährstoffmangel, was sich in entsprechenden Schadbildern bis zum kompletten Verkümmern der Gewächse zeigt.

Braune Koniferen retten, Streusalz
Streusalz

Ganz wichtig ist es, Koniferen nicht zu nah an Gehwege und Straßen zu pflanzen. Braune Koniferen retten Sie, indem Sie im Winter ausreichend wässern und braune Triebe im Frühling entfernen. Ebenfalls die Nadelhölzer gut mit Wasser im Frühling abspülen.

Tipp: Achten Sie darauf, anfallendes Schnittgut nach einer Pilzinfektion oder Fäulnis nicht auf dem Kompost, sondern im Hausmüll zu entsorgen. Die Fäulniserreger und Sporen können sich problemlos auf diese Weise ausbreiten und gesunde Gewächse schnell infizieren, was die gesamte Arbeit zunichtemacht.

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