Bodenausgleichsmasse – Infos zu Preisen und Verarbeitung

Bodenausgleichsmasse verarbeiten

Eines der beliebten Allheilmittel für Heimwerker ist die Bodenausgleichsmasse. Ob Sie Löcher im Estrich verschließen wollen, oder einen unebenen Boden für die Verlegung von Fliesen ausgleichen möchten, die Bodenausgleichsmasse ist leicht zu verarbeiten und je nach Produkt nicht übermäßig teuer. Wir zeigen Ihnen, welche Kosten tatsächlich bei den verschiedenen Produkten auf Sie zukommen und wie Sie mit der Bodenausgleichsmasse umgehen.

Eine ausgetretene alte Treppe, ein tragfähiger Untergrund oder eben die besagten Löcher im Bodenbereich – Ausgleichsmasse kann sogar auf Holz oder alten Fliesen für einen neuen tragfähigen Untergrund sorgen. Wenn Sie auf alten Fliesen lieber einen PVC-Boden oder gar einen Teppich verlegen möchten, ist die Ausgleichsmasse für den Boden die perfekte Lösung. Fugen, Löcher und Unebenheiten verschwinden unter der neuen Beschichtung und Sie erhalten einen perfekten Untergrund. Auch nach einer nachträglichen Verlegung einer Fußbodenheizung lässt sich mit der Bodenausgleichsmasse der Boden wieder sicher verschließen. Die Anleitung für die Verarbeitung von Ausgleichsmassen finden Sie hier ebenso wie die Preise der Produkte.

Material und Vorbereitung

Das benötigen Sie:

  • Wasserwaage
  • Abziehschiene
  • Maurerkübel
  • Malerquast
  • Malerrolle
  • Gummiabzieher
  • Glättschwert
  • Stachelroller / grober Straßenbesen
  • Eimer
  • Rührquirl elektrisch
  • Maurerkelle
  • Zahnkelle
  • Kartuschenpistole
  • Bodenausgleichsmasse
  • Haftgrund
  • Sand
  • Randdämmstreifen
  • Silikon

Untergrund und Bodenausgleich

Je nachdem, für welchen Untergrund Sie die Ausgleichsmasse benötigen, sollten Sie beim Kauf prüfen, ob das gewählte Produkt, diesen Bereich abdeckt. Das ist besonders bei Holzböden oder Flächen im Außenbereich nötig, denn Stein-, Beton- oder Fliesenböden im Innenbereich können eigentlich von jeder Ausgleichsmasse bedeckt werden. Lediglich für einen organischen Untergrund wie Holz sollten Sie eine spezielle Masse verwenden.

Fließestrich
Fließestrich
  • Steinboden
  • Fliesen- / Keramikboden
  • Beton
  • Zement
  • Fließestrich
  • Holzboden

Tipp: Achten Sie auf den Begriff „Kunststoffvergütet“. In diesen Ausgleichsmassen sind kleine Anteile von Kunststoff enthalten, die dafür sorgen, dass sich die Masse flexibel an die gegebenen Bedingungen anpasst und gleichmäßig verläuft.

Kosten / Preise / Handwerker?

Der Vorteil einer Bodenausgleichsmasse ist, dass sie wirklich jeder auftragen kann. Sie benötigen also nicht zwingend einen Handwerker. Möchten Sie die Arbeit doch von einem Fachmann durchführen lassen, benötigen Sie dafür einen Maurer oder Fliesenleger. Stundenlöhne zwischen 30 und 50 Euro sollten für diese Aufgabe locker ausreichen. Im Grunde ist kein gelernter Maurer oder Fliesenleger erforderlich, ein Allroundhandwerker oder Hausmeister tut es auch.

  • Bodenausgleichsmasse 20 Kilo – frostsicher, spannungsarm – Schichtdicken 5 bis 25 Millimeter – 20,00 Euro
  • Nivelliermasse 25 Kilo – frostsicher, für Holz geeignet – Schichtstärke 3 bis 15 Millimeter – 30,00 Euro
  • Bodenausgleichsmasse 25 Kilo – frostsicher, für Garagen und Außenbereich – 53,00 Euro
  • Selbstverlaufende Spachtelmasse 20 Kilo – Innenbereich auf Fliesen und Keramik – 33,00 Euro
  • Selbstverlaufende Ausgleichsmasse 25 Kilo – Innen und Außen geeignet – 85,00 Euro

Garagenboden

Tipp: Besonders für den Innenbereich muss es nicht die teuerste Ausgleichsmasse sein. Erst wenn die Masse ständigen starken Temperaturschwankungen und Frost ausgesetzt ist, wird sie so richtig auf die Probe gestellt. Im Innenbereich reichen durchaus die günstigeren Produkte. Vor allem, wenn noch ein weiterer Bodenbelag über der Ausgleichsmasse aufgebracht werden soll, wäre die teure Ausgleichsmasse pure Verschwendung.

Warum Bodenausgleichsmasse?

Viele Heimwerker fragen sich, warum sie nicht einfach frischen Beton statt der Bodenausgleichsmasse auf einen Schaden am Estrich auftragen sollen. Doch die Bodenausgleichsmasse hat ganz entscheidende Vorteile gegenüber dem Zementbeton. Die Ausgleichsmasse verbindet sich besser mit vielen unterschiedlichen Untergründen, aber der wichtigste Vorteil ist das gute und schnelle Verlaufen der Ausgleichsmasse. Dabei bindet sie recht schnell ab. Beton lässt sich kaum im Millimeterbereich auf eine alte Delle beispielsweise schütten, die Ausgleichsmasse können Sie ab etwa drei Millimetern schon verarbeiten.

Bodenausgleichsmasse

Tipp: Achten Sie beim Kauf auf die Angaben, in welchen Stärken die Bodenausgleichsmasse geschüttet werden kann. Die meisten Produkte können zwischen drei und zehn Millimeter geschüttet werden. Es gibt aber auch spezielle Ausgleichsmassen, die geringere Stärken ebenfalls noch ohne spätere Brüche schaffen. Diese sind besonders flexibel und daher gut bei extremen Höhenunterschieden zu verarbeiten.

Die Oberfläche wird dabei glatt und besonders porenarm. Dadurch können Sie relativ schnell weiterarbeiten und einen neuen Bodenbelag verlegen. Zusätzlich kann eine Bodenausgleichsmasse auch im Außenbereich eingesetzt werden. Das ist zum Beispiel bei einem Carport, das auf einer Betonplatte steht sehr wichtig, denn diese Betonplatten sanden mit der Zeit aus und bekommen dann regelrecht Schlaglöcher. Aber auch auf Betonterrassen oder Steinflächen kann die Bodenausgleichsmasse wirkungsvoll Schäden beheben.

  • verläuft sehr gut und selbsttätig
  • bindet schnell ab
  • innen und außen zu verwenden
  • porenarme Oberfläche
  • schnell verlegefertige Oberfläche

Anleitung – Bodenausgleichsmasse verarbeiten

Sehr viele Hausbesitzer wohnen in einem Altbau. Ob sich der alte Boden im Laufe der Jahre ungleichmäßig gesetzt hat, oder ob der Fußboden von Beginn an etwas uneben war, mit der richtigen Ausgleichsmasse lässt sich das Problem recht einfach beseitigen.

1. Ränder abdichten

Nach dem Reinigen des Untergrunds sollten rund um die Wände Randdämmstreifen angebracht werden. Dazu geben Sie unten zwischen Wand und Boden durchgängig Silikon oder Acryl mit der Kartuschenpistole auf und drücken den Randdämmstreifen fest. In den Ecken sollten Sie die Streifen abschneiden und die Naht jeweils mit der Dichtmasse versehen. Wenn Sie die Dämmstreifen an den Ecken durchgehend kleben, werden die Ecken immer etwas rund, wodurch später die Verlegung des neuen Bodens gestört wird.

Silikonpistole

Tipp: Wenn Sie nur einzelne Löcher ausgleichen wollen, ist die Anbringung von Randdämmstreifen natürlich nicht nötig. Sie sollten aber den Untergrund am Rand des Loches etwas mit einer Drahtbürste anrauen und aufreißen, damit sich die Produkte besser verbinden können.

Wenn Sie einen komplett schiefen Boden haben, sollten Sie mit einer Schlauchwaage oder einem Lasergerät an den Randdämmstreifen die ungefähr benötigte Füllhöhe vermerken. So fällt es bei einem größeren Raum später leichter, die perfekte Höhe zu finden.

2. Boden vorbereiten

Lesen Sie die Anleitung des Herstellers für Ihre Ausgleichsmasse genau durch. Bei vielen Produkten sollte vorher ein Haftgrund beziehungsweise eine Grundierung aufgetragen werden. Dieser Haftgrund kann einfach mit einem Quast oder einer Rolle aufgestrichen werden. Geben Sie nicht zu viel Haftgrund auf, da dieses flüssige Produkt sonst gerade am Boden leicht Pfützen bildet.

Tipp: Einige Hersteller haben hierfür wieder eigene Produkte, die oft als Elastikmasse oder Elastikuntergrund bezeichnet werden. Folgen Sie diesen Anleitungen und verwenden Sie möglichst Produkte, die vom gleichen Hersteller sind und somit zusammenpassen. Das verhindert Abplatzungen und spätere Beschädigungen.

3. Ausgleichsmasse anrühren

Die Masse wird mit kaltem Wasser in einem Maurerkübel angerührt. Geben Sie dazu erst einige Liter Wasser in den Kübel, dann die Ausgleichsmasse und dann den Rest Wasser. So staubt die Ausgleichsmasse bei den ersten Umdrehungen Ihres Quirls weniger. Rühren Sie die Masse dann etwa ein bis zwei Minuten gründlich durch, indem Sie den Quirl ständig im Maurerkübel hin- und her bewegen.

Anmischen

Tipp: Für die Bohrmaschine gibt es gute Rühraufsätze, wenn Sie jedoch häufiger einen Quirl benötigen, können Sie einen speziellen elektrischen Rührquirl verwenden. Hier lässt sich oft die Umdrehungszahl etwas genauer einstellen. Manche Hersteller geben auf der Anleitung eine Umdrehungsanzahl vor, was jedoch im Grunde übertrieben ist.

Die meisten Hersteller sehen eine kurze Ruhe- oder Reifezeit vor, nachdem die Masse komplett verrührt wurde. Die Reifezeit liegt vielfach zwischen zwei und zehn Minuten – hier müssen Sie also die Anleitung beachten. Anschließend wird die Masse noch ein weiteres Mal gründlich durchgerührt.

4. Masse aufbringen

Beginnen Sie mit dem Ausschütten der Ausgleichsmasse in der hintersten Ecke des Raums. Sie sollten sich immer rückwärts in Türrichtung bewegen bei der Arbeit. Verteilen Sie die Masse leicht mit der Maurerkelle. Schauen Sie auf Ihre Markierungen an den Randdämmstreifen, wie viel Masse Sie in etwa benötigen werden.

5. Bodenausgleichsmasse abziehen

Die Masse verläuft nur zum Teil von alleine, den Rest müssen Sie mit einer breiten Latte oder einem Abziehblech selbst verteilen. Optimal ist es, wenn Sie eine lange Metallwasserwaage verwenden, oder sich direkt die Wasserwaage auf die Abziehlatte kleben. Bei kleineren Flächen, auf denen nur wenig Bodenausgleichsmasse benötigt wird, können Sie die Masse gut mit einem Zahnspachtel verarbeiten. Sie sehen so, wie stark Sie die Masse aufbringen und die Spuren der Zähne verlaufen gleich wieder.

Tipp: Viele Produkte sollten ohnehin so dünn angerührt werden, dass sie selbst verlaufen. Dann können Sie mit einem breiten Gummiwischer beziehungsweise Gummiabzieher etwas nachhelfen.

6. Glätten und Trocknen

Wenn die Masse komplett verteilt wurde, sollten Blasen beseitigt werden. Das können Sie mit einem normalen roten Straßenbesen oder mit einem Stachelroller gut erledigen. Verlassen Sie sich nicht auf den ersten Eindruck, unter der Oberfläche können sich viele Bläschen unbemerkt gebildet haben, die sich erst später nach oben durcharbeiten und dann beim Trocknen Ihre Oberfläche ruinieren.

Tipp: Durch die Beseitigung der Bläschen kann die Masse wieder etwas in Unordnung geraten. Mit einem einfachen leichten Glättschwert können Sie die Ausgleichsmasse wieder sauber abziehen.

WartezeitJe nach Stärke der aufgebrachten Schicht und den Anweisungen des Herstellers kann Ihre Ausgleichsmasse meist nach wenigen Stunden wieder betreten werden. Vollkommen ausgehärtet ist sie jedoch erst später. Möbel können also noch nicht gestellt werden und auch verfliesen können Sie den Boden häufig erst nach einigen Tagen.

Tipps für Schnellleser

  • Untergrund reinigen und trocknen
  • Randabdichtungen mit Silikon und Dämmstreifen herstellen
  • einzelne Löcher am Rand etwas aufrauen
  • Haftgrund mit Quast dünn auftragen
  • Ausgleichsmasse mit Wasser anmischen
  • Löcher mit Maurerkelle verfüllen und abziehen
  • Ausgleichsmasse aufschütten und leicht verteilen
  • Abzieher und Wasserwaage nutzen / verbinden
  • flüssige Bodenausgleichsmasse mit Gummiabzieher verteilen
  • eigene Fußspuren noch nachglätten
  • Ausgleichsmasse entlüften mit grobem Besen / Stachelbesen
  • Glättschwert zum Nachglätten einsetzen
  • meist nach etwa einem halben Tag begehbar
  • vollständig ausgehärtet häufig nach 48 Stunden


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