Blaukorn – Zusammensetzung und Anleitung zum Dosieren

Blaukorn

Blaukorn ist ein reiner Mineraldünger und ein Kunstdünger. Es handelt sich um einen so genannten NPK-Dünger, er enthält also hauptsächlich Stickstoff (N), Phosphat (P) und Kalium (K). Diese Volldünger haben den Vorteil, dass die Wirkstoffe sofort zur Verfügung stehen, allerdings kommt es auch häufig zu einer Überdüngung des Bodens und das schadet den Pflanzen mehr, als dass es hilft. Blaukorn enthält keine wertvollen organischen Stoffe, dient nicht der Humusbildung und enthält keinerlei Nahrung für die nützlichen Bodenlebewesen. Kaum ein Dünger ist so umstritten wie Blaukorn. Er wird geliebt oder gehasst, ein dazwischen gibt es nicht.

Factsheet – Blaukorn

Blaukorn verwenden

  • Schon seit 1927 im Einsatz
  • Richtige Bezeichnung – Volldünger
  • Name – bläuliche Einfärbung der Düngemittelkörnchen
  • Wirkstoffe – Stickstoff, Phosphor, Kalium
  • Weitere Bestandteile: Magnesium, Eisen, Schwefel und weiter Spurenelemente
  • Unterschiedliche Zusammensetzungen – je nach Hersteller
  • Meistgenutzter Dünger im gewerblichen Gartenbau
  • Blaue Körner oder Flüssigdünger
  • Einfach schnell und preiswert – gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Nicht für alle Gewächse geeignet, z.B. nicht für Topfpflanzen, Blühpflanzen, da mehrheitlich Blätter und Stängel gefördert werden, aber keine Blüten

Vorteile und Nachteile von Blaukorn

VorteileNachteile
+ die Nährstoffe stehen sehr schnell zur Verfügung, wodurch er bei Mangelerscheinungen super ist
+ trotzdem lösen sich die einzelnen Granulatkügelchen nicht alle auf einmal auf, sondern die Wirkstoffe werden wohldosiert an den Boden abgegeben
+ schnelle, einfache Anwendung, wenn man sich an die Gebrauchsanweisung hält
+ hoher Anteil an Nährstoffen in Bezug zu der ausgebrachten Salzmenge
+ Vergleichsweise preisgünstig
– Gefahr von Bodenüberdüngung, besonders gravierend bei Topfpflanzen
– es besteht die Möglichkeit, dass Nitrat ins Grundwasser gelangt
– schlecht für Bodenstruktur und Bodenleben
– Bodenfruchtbarkeit nimmt ab, wenn die Bodenorgansimen sterben
– es kann keine Humusbildung stattfinden und der Boden laugt aus
– die Mineralsalze sammeln sich im Boden und werden nur unzureichend abgebaut
– zu viel Stickstoff enthalten, was das Längenwachstum fördert – für Blüten- und Fruchtbildung fehlen entsprechende Nährstoffe.

Ist Blaukorn giftig???

Blaukorn ist ein reiner Kunstdünger, enthält keinerlei natürliche Inhaltsstoffe. Biobauern oder ökologisch orientierte Hobbygärtner verzichten grundsätzlich auf diesen Dünger. Experten raten, beim Umgang mit dem chemischen Stoff sehr vorsichtig umzugehen, besonders wenn Kinder und Haustiere den Garten bevölkern. Kinder halten die blauen Kügelchen für Leckereien, Tiere lecken sie bei der Fell- und Pfotenpflege auf. Da Pflanzen die Wirkstoffe aufnehmen, können sie mit Obst und Gemüse auch in unsere Körper gelangen, einfach über den Magen. Außerdem gelangen immer wieder Reste des Blaukorn-Düngers ins Grund- und Trinkwasser.

Blaukorn ENTEC

Blaukorn Entec ist eine Neuentwicklung von Compo, den Dünger gibt es aber schon einige Jahre. Dabei handelt es sich ebenfalls um einen NPK-Dünger, der eine bessere Wirkung haben soll, weil die Nährstoffe besser ausgenutzt werden. Der Dünger soll temperaturabhängig wirken, zwischen 4 und 10 Wochen, die Bildung von Nitrat im Gartenboden verhindern und noch vieles mehr. Eigentlich klingt die Beschreibung nach einem wahren Wundermittel. Das wichtigste Merkmal für mich ist, dass es grundwasserschonend sein soll. „Die Gefahr der Nitratauswaschung ins Grundwasser wird deutlich reduziert“. Reduziert heißt aber nicht, dass es keine Auswaschung gibt.

Blaukorn als Flüssigdünger

Auch das gibt es, Blaukorn als Flüssigdünger. Besonders geeignet ist dieser Dünger für Topfpflanzen, denn er kann einfach besser dosiert werden. Trotzdem muss man sich vor Überdüngung hüten und genau nach Anleitung dosieren. Auch dieser Volldünger ist schnell wirksam und hat die gleichen guten Eigenschaften, die dem ENTEC-Dünger nachgesagt werden. Der Flüssigdünger hat nicht den Nachteil, dass er gefährlich für Kinder und Haustiere ist. Er dringt schnell in den Boden ein und dann ist er oberflächlich weg.

Zusammensetzung von Blaukorn

Die Hauptnährstoffe in Blaukorn sind Stickstoff, Phosphor und Kalium. Fachleute bezeichnen den Dünger deshalb auch als NPK-Dünger. Zusätzlich befinden sich in dem Dünger aber weitere pflanzenwuchsfördernde Spurenelemente. Diese variieren aber, je nach dem Hersteller. Insgesamt ist Blaukorn ein Allround-Düngemittel und kann bei fast allen Pflanzen eingesetzt werden.

BlaukornJe nach angebotenem Produkt sind die Mengenangaben der drei Hauptelemente verschieden.

  • Compo Blaukorn® classic – 12 + 8 + 16 (+3+10) – kali- und phosphatstarker Mineraldünger, zusätzlich mit Magnesium, Schwefel, Bor, Eisen und Zink
  • Compo Blaukorn® premium – 15 + 3 +20 (+3+10) – kalistarker, sehr phosphatreduzierter Mineraldünger mit Magnesium, Schwefel und anderen Spurenelementen
  • Compo Blaukorn® supreme – 21 + 5 + 10 (+3+6) – stickstoffbetonter Mineraldünger mit Magnesium und Schwefel
  • Compo Blaukorn ENTEC – 14 + 7 + 17 (+2+10) – stickstoffbetonter Mineraldünger mit Nitrifikationshemmstoff, mit Magnesium, Schwefel, Bor und Zink
  • Compo Blaukorn NovaTec flüssig – 8 + 8 + 6, mit Spurennährstoff und mit Nitrifikationshemmstoff

Dosierung und Anwendung

Die Dosierung unterscheidet sich und richtet sich nach der Zusammensetzung, also der Nährstoffkombination und was damit gedüngt werden soll. Die Packungen enthalten dazu genaue Angaben und diese sollten unbedingt eingehalten werden. Jede Pflanze hat einen anderen Bedarf an Nährstoffen und der unterscheidet sich zusätzlich nach Jahreszeiten. In der Vegetationszeit ist er in der Regel deutlich höher als in der übrigen Zeit.

Dosierung von Blaukorn

Am sinnvollsten ist die Blaukorn-Düngung im Frühjahr, zu Beginn der Vegetationsperiode. Bei Jungpflanzen ist Vorsicht geboten, da der scharfe Dünger die zarten Wurzeln verletzen bzw. verbrennen kann.

Anwendung von Blaukorn

Meist reichen wenige Kügelchen des Düngers. Wichtig ist, die blauen Granulatkörner nicht zu nah am Stamm auszubringen, damit dieser und die darunterliegenden Wurzeln nicht verbrannt werden. Ideal ist, wenn die Erde feucht ist. Auch im Anschluss reichlich wässern, damit sich das Blaukorn auflösen kann.

Bei der Rasendüngung sollte der Rasen trocken sein und erst nach der Ausbringung gewässert werden.

Egal, welche Pflanzen gedüngt werden sollen, wichtig ist, die Packungsbeilage zu lesen und die Dosierung einzuhalten. Man kann hier nicht eine einheitliche Anwendung dokumentieren, denn diese richtet sich nach der Zusammensetzung des Düngers. Der Dünger sollte sicherheitshalber wirklich abgewogen werden.

Tipp: Blaukorn nicht zu häufig verwenden. Die Körnchen lösen sich nur langsam auf und bei zu häufiger Anwendung kommt es zu Überdüngung. Gerade bei Gefäßen wie Topf- und Kübelpflanzen ist das wichtig. Auch Balkonkästen haben nur ein begrenztes Erdvolumen und die Wurzeln der Pflanzen verbrennen schnell. Bei Blaukorn ist die Devise: “Weniger ist mehr!“

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