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Bewegungsmelder anschließen und einstellen – Anleitung

Bewegungsmelder

Bewegungsmelderinstallationen werden als Ersatz für den klassischen Lichtschalter oder für eine Alarmanlage immer beliebter. Voraussetzung für eine einwandfreie Funktionalität ist ein professioneller Anschluss und optimale Einstellungen. Mit der richtigen Anleitung kann jeder einen Bewegungsmelder anschließen sowie einstellen und bares Geld für die Beauftragung eines Elektriker-Handwerkers sparen.

Bewegungsmelderausführungen sind als Aufputz sowie für den Unterputz erhältlich. Zusätzlich wird zwischen einem Bewegungsmeldermodell für Licht und einem Bewegungsmelder zum Auslösen einer Alarmanlage unterschieden.

Handwerker sind in der Regel teuer und oftmals kommt erschwerend hinzu, dass aufgrund der ganztägigen Abwesenheit durch den Beruf, Termine nur schwer zu vereinbaren sind.
Vor allem wenn es um Bewegungsmelder geht, die mit Alarmanlagen gekoppelt werden, können insbesondere fremde Firmen ein Gefahrenpotenzial darstellen, wenn sie beim Anschließen und Einstellen Einblick in die Funktionalität sowie den Alarmbereich von Alarmanlagen erhalten.

Mit ein wenig handwerklichem Geschick, dem richtigen Werkzeug sowie einer detaillierten Anleitung, ist das selber Anschließen und Einstellen von Bewegungsmeldern schnell erledigt.

Talu Video-Tipp

Material und Vorbereitung

Verschiedene Modelle gibt es in Aufputz- sowie Unterputz Ausführungen und sind entsprechend unterschiedlich anzubringen.

Bei der Unterputz-Ausführung kann der Bewegungsmelder in eine Schalterdose installiert werden und ersetzt damit den Schalter. Dieser wird überwiegend zur Lichtschaltung benutzt, weil sie nur das Licht anschalten, wenn Bewegung im Raum ist, beziehungsweise sich überhaupt jemand im Raum befindet und schalten sich automatisch wieder aus, wenn keine Bewegung mehr wahrgenommen wird.

Für die Kopplung an eine Alarmanlagen stellt sich das gleiche Prinzip dar, aber Anschluss erfolgt an das Alarmsystem, anstatt an eine Lichtquelle.

Für den Außenbereich sollten ausschließlich wasserdichte Bewegungsmeldermodelle zum Einsatz kommen.

Unterputzausführungen:

  • Kombizange/Abisolierzange
  • Schraubendreher
  • Phasenprüfer
  • gegebenenfalls einen Verteilerdosendeckel
  • bei zweiphasigen Bewegungsmeldern gegebenenfalls Isolierband

einpoliger Phasenprüfer

Aufputzausführungen:

  • Kombizange/Abisolierzange
  • Schraubendreher
  • Phasenprüfer
  • Dosenabdeckung
  • bei zweiphasigen Bewegungsmeldern gegebenenfalls Isolierband
  • Hammer
  • Meißel
  • Zement

Zur Vorbereitung wird der Aufputzbewegungsmelder in gewünschter Position gehalten und seine Umrisse markiert. Von hier aus wird entweder der Kabelkanal zur Schaltdose gelegt oder der Untergrund mit Hammer und Meißel so weit geöffnet, dass ein Unterputzkanal für die Kabel entsteht.

Bei Bewegungsmeldern als Ersatz für Schalter wird dieser demontiert und die vorhandenen Kabel gelöst. Mit dem Phasenprüfer wird das schwarze, stromführende Kabel überprüft, ob Strom ankommt.

Tipp : Professionell sieht es aus, wenn die Kabel der Bewegungsmeldermodelle in der Aufputz-Ausführung auf ihrem Weg zur Schaltdose unter Putz gelegt werden. Alternativ kann ein spezieller Kunststoff-Kabelkanal für einige Euro gekauft werden, der in der Regel über einen festen Halt durch die Wandbefestigung mit Schrauben verfügt. In feuchtfreien Räumen kann anstatt Schrauben doppelseitiges Klebeband zur Befestigung dienen. Kabelkanäle mit Klebeband integriert, können fertig im gut sortierten Fachhandel für Elektrikbedarf gekauft werden.

Optimal eignen sich kabellose Funk-Bewegungsmelder, bei denen keine Kabel zur Schalterdose verlegt werden müssen. Hier wird lediglich die Elektrik mit dem Funkautomat verbunden und das Gerät in Signal-Reichweite anschließend aufgehangen.

Bewegungsmelder anschließen

Es gibt zwei verschiedene Typen von Bewegungsmeldern, die zweiphasigen und die dreiphasigen.

1. Bei beiden Bewegungsmeldertypen wird das schwarze, stromführende Kabel mit Hilfe einer Kombizange oder Isolierzange in die Klemme mit der Kennzeichnung L geführt und mit dem Schraubenzieher festgezogen.

2. Das braune Kabel kommt von der Beleuchtung oder der Alarmanlage. Dieses wird auf die gleiche Weise in die Klemme mit der Kennzeichnung Lampe/Pfeil geführt, wie in Schritt eins beschrieben.

3. Bei dem blauen Kabel handelt es sich um den Neutralleiter, der in die Klemme N eingeführt und festgezogen wird. Bei zweiphasigen Bewegungsmeldern fällt der Neutralleiter weg und sollte, falls er in der Schalterdose vorhanden ist, mit speziellem Klebeband am Kabelende isoliert und nach hinten geknickt in den Schalterschacht gesteckt werden.

4. Ist ein grün-gelbes Kabel in der Schalterdose vorhanden, so handelt es sich um einen Schutzleiter, der in die Erdungsklemme der Elektrikplatte eingesteckt und verschraubt wird.

Bewegungsmelder anschließen

5. Nach dem elektrischen Anschluss wird der Bewegungsmelder auf der Schaltdose befestigt, an der Wand montiert oder in Reichweite des Funktsignals aufgehangen. Wird dieser, beziehungsweise der Funksensor nicht auf die Schaltdose anstelle der Schalter gesetzt, ist die Schaltdose mit einem Verteilerdosendeckel zu schließen.

6. Bei Aufputz-Ausführungen wird der Kabelkanal geschlossen, entweder mit dem Aufsatz für den Überputz-Kabelkanal oder mit Zement bei einer Verkabelung unter dem Putz.

Tipp: Wird ein Bewegungsmelder an einer Mehrfach-Schalterdose eingesetzt, sollten alle anderen Schalterfunktionen deaktiviert werden und alle Lichtquellen nur über das Gerät an- oder ausgeschaltet werden.

Bewegungsmelder einstellen

Eines der wichtigsten Details für eine optimale Funktionalität sind die Einstellungen des Bewegungsmelders. Hier stehen je nach Modell verschiedene Varianten zu Verfügung.

1. Der Erfassungsbereich wird in der Regel über einen Drehknopf eingestellt. Bewegungsmelderausführungen verfügen über unterschiedlich große Erfassungsbereiche, die sich über ein Winkelmaß ergibt. Bei der Einstellung ist zu berücksichtigen, dass sich bei großen Reichweiteneinstellungen bei vielen Modelle der nahe Erfassungsbereich automatisch verringert. Deshalb bedarf es bei dieser Einstellung einigen Tests, damit der Erfassungsbereich den Ansprüchen gerecht wird.

2. Mit der Zeiteinstellung kann die Einschaltdauer des elektrischen Schaltkontaktes bestimmt werden und Lampen für wenige Sekunden oder länger brennen lassen.

3. Mit der Timerfunktion können Uhrzeiten festgelegt werden, wann durch den Melder das Licht angeschaltet werden soll. Dies ist zum Beispiel vorteilhaft für Eingangsbereiche, in denen die Außenbeleuchtung bei Dunkelheit ab 18.00 Uhr automatisch anspringen soll.

Bewegungsmelder einstellen

4. Alternativ zur festen Timerschaltung für die tägliche Inbetriebnahme von Licht-Bewegungsmeldern, verfügen manche Ausführungen über Dämmerungseinstellungen. Sie beinhalten einen Lichtsensor und schalten den Bewegungsmeldersensor automatisch auf aktiv, sobald die Dämmerung einbricht. Manche Varianten reagieren auch auf andere Lichtquellen. Sollte beispielsweise eine Tischlampe unabhängig vom Bewegungsmelder im Raum brennen und es betritt jemand den Raum, reagiert das Gerät nicht mit Anschalten zusätzlicher Lichtquellen, da er das Brennen anderer Lichtquellen als ausreichend für die Raumbeleuchtung befindet. Das spart unnötige Energiekosten.

5. Mit der Zeitverzögerungseinstellung können Verzögerungszeiten eingestellt werden, die den Schaltkontakt erst nach ein paar Sekunden reagieren lässt. Dies verhindert, dass bei kleinsten Bewegungen, wie sie zum Beispiel durch Fliegen oder Vögel entstehen, der Melder nicht ausgelöst wird, was ansonsten insbesondere bei Alarmanlagen schnell zu Problemen mit den Nachbarn führen kann.

6. Impulsschaltungen sind in der Regel nur bei einer Treppenhausautomaten-Schaltung sinnvoll. Hierbei kommt es nur zu impulsartigen Schaltungen bei wahrgenommenen Bewegungen.

7. Manche Bewegungsmeldermodelle, vor allem die an Alarmanlagen gekoppelt sind, besitzen eine Hund- und Katzen-Einstellung. Diese kann hinzu gewählt und in ihrer Sensibilität so eingestellt werden, dass Bewegungsmelderanlagen nicht auf Tierbewegungen reagieren und unnötig Licht oder Alarme auslösen.

8. Moderne Bewegungsmelder für Lichtanlagen besitzen eine Dimmerfunktion, mit der die Helligkeit von Lampen eingestellt werden kann. Diese Einstellung kann nach den persönlichen Bedürfnissen individuell vorgenommen werden.

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