Gips als Bastelmaterial ist absolut vielseitig. Nicht nur, dass es ein sehr preiswertes Mittel ist, das Basteln macht viel Spaß, nicht nur Kindern, sondern auch Erwachsenen. Ob Gipsfiguren, Gipsbilder, Reliefs, Anhänger, Schalen, Babybauch, Fuß- oder Handabdruck, Gipsmaske, Tierspuren, Bilderrahmen oder vieles anderes, Möglichkeiten gibt es massenhaft.

Gebastelt werden kann mit unterschiedlichen Gipsarten und natürlich auch mit Gipsbinden. Diese Binden können beliebig zugeschnitten und eingesetzt werden. Sie erleichtern das Formen und die Abdrücke von Körperteilen ungemein. Ob Abdruck vom Babybauch, Hand- oder Fußabdruck oder auch das Herstellen einer Gesichtsmaske gelingen ganz einfach und können selbst von Kindern gebastelt werden.

Gipsmasse zum Basteln anrühren

Zum Basteln mit Gips eignet sich Modell- oder Modelliergips, auch Alabastergips genannt. Es ist der Gips, für alle künstlerischen und kunsthandwerklichen Arbeiten. Modellgips ist weiß, nicht gräulich, wie viele andere Gipsarten und ganz fein gemahlen. Da er sehr fest aushärtet, kann dieser Gips gut mit Werkzeugen bearbeitet werden. Man nutzt ihn zum Bau von Gipsformen und zum Gießen von Gipsrelief, im Modellbau für Landschaften und den Dioramenbau.

Beim Anrühren der Gips-Wasser-Masse ist unbedingt darauf zu achten, dass die Mengenangaben auf den Packungen eingehalten werden. Das Mischungsverhältnis muss stimmen. Die einzelnen Zutaten, also Gips und Wasser, müssen genau abgewogen werden. Profis machen das meist nach Gefühl, aber für Anfänger oder Bastelfreunde, die nur selten mit Gips arbeiten, lohnt sich da Abmessen.

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  1. Gips und Wasser genau abmessen. Beide sollten in etwa die gleiche Temperatur haben, also weder zu heißes, noch zu kaltes Wasser verwenden.
  2. Immer das Wasser zuerst in das Anrührgefäß geben. Dieses muss ausreichend groß sein, damit gut gerührt werden kann und nichts überschwappt.
  3. Gipspulver einstreuen. Nicht zu schnell und nicht alles auf einmal einfüllen, sonst kann Luft eingebunden werden.
  4. Erst alles einfüllen und noch nicht umrühren. Die richtige Menge Gips ist eingestreut, wenn sich auf der Oberfläche eine Art Kruste bildet und der eingestreute Gips nicht mehr einsinkt.
  5. Rühren, bis eine glatte Masse entstanden ist. Klümpchen am Gefäßrand zerdrücken. Keine Luft einrühren.
  6. Eingeschlossene Luftbläschen können durch Klopfen am Gefäß oder Rütteln entweichen, bzw. kommen sie an die Oberfläche und können zerdrückt werden.
  7. Masse kurz ruhen lassen, etwa 20 Sekunden
  8. Weiter rühren, manuell oder mit einer Maschine. Manuell dauert es länger. Mit Maschine reichen meist 30 Sekunden. Die Masse muss glatt, ohne Klumpen und Blasen sein. Je nachdem, wie feine Arbeiten ausgeführt werden sollen, muss sie etwas fester oder flüssiger sein. Man darf nicht zu lange warten, sonst fängt der Gips an auszuhärten.

Gipsabdrücke von Hand oder Fuß

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Dafür nutzt man am besten einen Schuhkartondeckel, welcher mit Aluminiumfolie (Frischhaltefolie funktioniert auch) ausgelegt wird. Die Gipsmasse handwarm anrühren und in den Deckel gießen. Er muss etwas fest werden, aber noch formbar sein. Dann kann Hand oder Fuß vorsichtig in die Masse gedrückt werden. Meist werden beide Hände oder beide Füße gewünscht. Die Finger leicht spreizen und den Gips leicht eindrücken. Füße normal eindrücken. Hand bzw. Fuß danach vorsichtig wieder herausziehen. Der Gips muss richtig austrocknen und aushärten. Die Ränder können geglättet werden. Wenn man das Bild lackiert, bleicht es nicht aus und kann besser gereinigt werden. Zuvor könnte man es auch bemalen.

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Gipsschalen

Es gibt sehr schöne Glasschalen mit Blumen- oder Tiermustern. Manche haben auch ganz einfach Streifen- oder Muschel- bzw. Ornamentmuster. Leider sind die Muster meist außen auf den Schalen und wenn man davon einen Abdruck macht, ist dieser dann innen in der fertigen Schale. Nun könnte man noch einen Abdruck machen, denn, dann ist er wieder außen, aber bei kleinen Mustern wird er dann meist doch schon recht ungenau. Deshalb muss man Schalen suchen, die einfach eine außergewöhnliche Form haben. Diese werden dann einfach umgedreht, mit Frischhaltefolie abgedeckt und dann mit Gips bedeckt. Der Gips muss antrocknen, aber noch bearbeitbar sein. Dann lassen sich außen ganz leicht schöne Muster einritzen. Nach dem Aushärten können die Schalen vorsichtig voneinander getrennt werden.

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Hier haben wir den Gips zuerst in eine Terrinenschüssel bis zur Hälfte eingefüllt und anschließend einen kleineren Joghurtbecher hineingesteckt und beschwert. So lassen sich blitzschnell eine Vase oder auch ein Kerzenhalter gießen.

Auf gleiche Weise lassen sich auch Blumentöpfe, Windlichter und Kerzenständer gestalten. Für Blumenvasen und Kerzenständer lassen sich leere Kunststoffflaschen verwenden. Für Blumentöpfe kann man schon vorhandene Gefäße nutzen.

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Gipsfiguren mit Formen

Im Handel gibt es die unterschiedlichsten Formen oder gar Formen-Sets. Man kann Pferde und Ponys, Dinosaurier, Hunde und Katzen, Farm- oder Zootiere, Meerestiere, Memohalter, Schmetterlinge und vieles mehr aus Gips gießen. Auch Seifenformen, Sandkastenformen, Silikonbackformen, die es in Käfer-, Blumen- und Schmetterlingsformen gibt, lassen sich dafür verwenden. Einfach nach Gießformen suchen. Die größte Auswahl hat man im World Wide Web.

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Aus flüssigem Silikon kann auch ganz einfach eine Form hergestellt werden. Ebenso geeignet ist die Variante unter: Gießform herstellen oder als Video: Silikonform herstellen
Die Figuren werden nach dem Aushärten schön bemalt und schon sind die kleinen Kunstwerke fertig.

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Dieser gruselig schöne Teelichthalter aus Gips ist aus einer Plätzschenform aus Silikon entstanden.

Gipsfiguren ohne Formen

Hierfür muss der Gips mit weniger Wasser verrührt werden Man rechnet einen Teil Wasser auf drei Teile Gips. Die Gipsmasse ist recht zäh und lässt sich ähnlich wie Ton oder Knete verarbeiten. So kann man die verschiedensten Figuren erschaffen.

Gipsbilder

Die einfache Version, Gipsbilder herzustellen ist, eine spezielle Form auszugießen. Das ist ganz einfach. Man muss lediglich darauf achten, dass keine Luftblasen entstehen. Der Gips muss recht dünnflüssig sein, damit er in die kleinste Vertiefung läuft. Es muss sehr schnell gearbeitet werden.

Diese Gipsbilder sind durch Ausgießen von Formen entstanden: Gipsbilder Sie müssen nur noch bemalt werden. Es gibt die unterschiedlichsten Motive.

Basteln mit Gipsbinden

Gipsbinden erleichtern die Arbeit mit Gips. Man kann sie in Apotheken, Drogerien und im Internet kaufen. Es gibt unterschiedliche Qualitäten, gröbere und feinere. Für Anfänger und Kinder reichen in der Regel die preiswerteren Modelle. Wer seinen Babybauch oder die Abdrücke der Kinder verewigen möchte, sollte solche Binden benutzen, die nicht ausfransen (Artexbinden). Dafür lohnt es sich, etwas mehr zu investieren.

Beim Arbeiten mit Gipsbinden wird immer reichlich gekleckert, weshalb rund um die Arbeitsfläche alles gut abgedeckt werden sollte. Die Gipsbinden werden in Stücke geschnitten, in die passende Arbeitslänge. Außerdem wird nur noch eine Schale Wasser benötigt, in welche die Binden zum Befeuchten getaucht werden.

  1. Erstes Bindenstück in Wasser tauchen und kurz ausdrücken.
  2. Auseinander ziehen und auf die gewünschte Stelle legen und glattziehen. Die Binden sind auf einer Seite stärker beschichtet und haben da eine rauere Oberfläche. Diese Seite muss oben liegen. Je nachdem, was bearbeitet werden soll, beginnt man an einem Ende, oben oder unten, rechts oder links, nicht mittig. Dann arbeitet man sich Stück für Stück zur anderen Seite vor.
  3. Mit den feuchten Fingern alles gut glattstreichen, bis die Rillen der Gipsbinde fast verschwunden sind. Der inzwischen flüssige Gips muss gleichmäßig verteilt werden.
  4. Das nächste Stück nass machen, ausdrücken und leicht überlappend über und neben das erste Stück legen.
  5. So einmal das gesamte gewünschte Gebiet bedecken. Erst eine komplette Schicht auflegen
  6. Anschließend zur nächsten Schicht übergehen. Es werden mindestens zwei bis drei vollständige Schichten benötigt.
  7. Wenn alles komplett mindestens zweimal bedeckt ist, alles aushärten lassen. Je nach verwendetem Bindenmaterial dauert das 20 bis 60 Minuten.
  8. Abdruck vorsichtig lösen und trocknen lassen, mindestens 2 Tage
  9. Nach dem Trocknen und Aushärten muss der Gipsabdruck noch geschliffen werden.
  10. Sollten noch dünne oder instabile Stellen vorhanden sein, können diese noch nachgearbeitet werden.
  11. Maske zuschneiden. Damit der Rand glatt und nicht ausgefranst ist, feuchte Gipsstreifen über die Kanten legen. So ergeben sich glatte, ebene Ränder.
  12. Die Oberfläche mit einer Flächenveredlung glätten. Kleine Beulen und Löcher lassen sich ausgleichen.
  13. Trocknen lassen
  14. Fäden und Unebenheiten Abschneiden.
  15. Flächenveredlungsmittel Gesso auftragen. Dieses schützt vor dem Vergilben, gleicht aber auch kleine Unebenheiten aus. Außerdem ist es eine gute Grundierung fürs Bemalen. Vorsicht, das Mittel macht böse Flecken, die nur sehr schwer auszuwaschen gehen. Mittel mit einem Pinsel dick auf die Außenseite der Maske auftragen.
  16. Trocknen lassen
  17. Bemalen und verzieren
  18. Evtl. lackieren

Tipp: Werden Abdrücke vom Körper genommen, die Haut immer dick mit Vaseline oder einer guten Fettcreme eincremen. Haare mit Folie abdecken, sonst ziept es tüchtig beim Entfernen. Augenbrauen und Wimpern besonders dick eincremen.

Ausführliche Anleitung für einen Abdruck vom Babybauch unter: DIY-Anleitung – Babybauch-Gipsabdruck machen und bemalen

Eingegipste Papiertüte

Feste Papiertüten lassen sich wunderbar eingipsen und verzieren. Sie sollten eine ausreichend große Standfläche besitzen, damit man am Ende auch etwas hineinfüllen kann. Die Vorgehensweise ist ganz einfach. Man schneidet kleinere Bindenstücke zu und geht wieder Stück für Stück vor. Die gesamte Tüte einschließlich Griffe wird dreifach belegt. Am Ende die Tüte etwas stauchen und dann trocknen lassen. Anschließend noch Modellgips zu einem Brei anrühren und mit einem Pinsel über den Binden auftragen und so die Oberfläche glätten. Alles noch einmal abtrocknen lassen. Nach Bedarf kann die Gipstüte farblich verziert oder anderweitig gestaltet werden. Da die Tüte nicht wasserfest ist, muss ein Glas oder Topf hineingestellt werden, soll sie als Vase oder Übertopf genutzt werden.

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Feli
Hallo Bastelfreunde, mein Name ist Feli. Mit talu.de habe ich eine Möglichkeit gefunden, meine Kreativität auszuleben und gleichzeitig originelle Ideen zu entdecken. Besonders freue ich mich darauf, diese mit Euch zu teilen. Neben der Textbearbeitung beschäftige ich mich vor allem mit der Bildbearbeitung und Dokumentation verschiedenster Themen und Anleitungen. Die Vielseitigkeit, die in talu.de steckt, gibt uns die Chance, gemeinsam einen Ort für kreative Ideen zu gestalten.

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