Bananenpflanzen sind ein optisches Highlight in jedem Raum. Zu bedenken ist, dass es eigentlich keine Zimmerpflanzen sind. Trotzdem können bestimmte Sorten in Räumen kultiviert werden, zumindest, wenn einiges beachtet wird. Wichtig dabei ist also die Auswahl der passenden Sorte. Nicht empfehlenswert ist eine schnellwachsende Banane, die erreicht in kürzester Zeit die Zimmerdecke und dann wird es schwierig. Besser sind also langsam und eher gedrungen wachsende Bananenpflanzen.

Allgemeines

Bananensorten
Für die Zimmerhaltung eignen sich Zwergzüchtungen am besten. Sie werden nicht so hoch und haben doch die typische Bananenform. Besonders beliebt ist die rosa Zwergbanane (musa velutina), ein optisches Highlight. Sie hat rotüberhauchte Blätter, ist sehr pflegeleicht und eine sehr gute Anfängerbanane. Man kann sie im Sommer ins Freie stellen und bei 10 bis 15°C überwintern. Mit etwas Glück blüht diese Sorte auch und entwickelt kleine Früchte, beides in rosa (nach 5 bis 8 Jahren). Ebenfalls beliebt ist Ensete ventricosum ‘Maurelii‘ – als Rotblättrige Banane angeboten. Diese hat wirklich vorwiegend rote Blätter, wenn die angegebenen Bilder nicht lügen. Die Pflanzen werden 1 bis 3 m hoch und sind ideale Kübelpflanzen.

Die häufig angebotenen Sorten „dwarf cavendish“ oder „super dwarf cavendish“ werden doch recht groß und können schnell die Zimmerdecke erreichen. Als Zierbananen angeboten werden:

  • Ensete ventricosum ‚Atropurpureum‘
  • Ensete ventricosum ‚Green Stripe‘
  • Ensete ventricosum ‚Montbeliardii‘
  • Ensete ventricosum ‚Tandarra Red‘ (syn. Musa ‚Tandarra Red‘)
  • Ensete ventricosum ‚Red Stripe‘ (syn. Musa ‚Red Stripe‘)
  • Ensete ventricosum ‚Rubra‘ (syn. Musa ensete ‚Rubra‘)

Sie sind für Zimmerhaltung besser geeignet als die normalen Musa-Sorten, können bei guten Bedingungen aber meist auch recht groß werden.

Bananenblüte
Bananenblüte

Standort
Eine Bananenpflanze mag Licht und Wärme. Besonders im Winter sollte sie nah am Fenster stehen und selbst dort ist es ihr manchmal zu dunkel. Im Sommer ist ein Fenster nach Süden meist zu heiß, zumindest direkt hinter der Scheibe, ohne den Schutz einer leichten Gardine. Durch das Glas und die Reflektion kann es zu Sonnenbrand auf den Blättern kommen. Wichtig ist Frischluft, am besten täglich. Außerdem ist für ausreichende Luftfeuchtigkeit zu sorgen. Wer die Gelegenheit hat, sollte seine Bananenpflanze im Sommer ins Freie stellen. Nach dem Winter muss sie allerdings langsam an die Sonne gewöhnt werden. Zwei bis drei Wochen lang sollte sie im Halbschatten platziert werden. Jeden Tag kann sie etwas länger sonnig stehen, aber besser nur morgens und abends und nicht mittags. Erst nach dieser Zeit verträgt sie volle Sonne. Bei der Größe der Blätter ist ein windgeschützter Platz wichtig, denn diese zerfleddern sonst leicht und das sieht dann nicht mehr schön aus. Im Raum ist ein luftiger Standort wichtig, aber er darf auch nicht zugig sein.

  • Heller und warmer Platz, luftig, aber ohne Zugluft, hohe Luftfeuchtigkeit
  • Nach Möglichkeit im Sommer ins Freie stellen, aber langsam an die Sonne gewöhnen, unbedingt windgeschützt

Pflanzen

Pflanzsubstrat
Beim Pflanzsubstrat ist eine Bananenstaude recht anpassungsfähig. Sie stellt keine besonderen Ansprüche und kommt in der Regel mit normaler Erde aus. Um diese etwas durchlässiger zu machen, kann Perlite untergemischt werden. Das verhindert, dass die Erde zu lange nass bleibt. Die meisten Bananen mögen das nicht, aber es gibt Ausnahmen.

  • Normale Pflanzenerde, nach Möglichkeit etwas Perlite untermischen

    Pflanzsubstrat
    Pflanzsubstrat

Pflanzgefäß
Die Auswahl des passenden Pflanzgefäßes ist meist wichtiger, als das Pflanzsubstrat selber. Es sollte weder zu klein, noch zu groß sein. Bananenpflanzen wachsen recht schnell und müssen häufig umgetopft werden, aber das Gefäß sollte nicht zu groß sein. Erstens sieht es komisch aus, weil der Stamm der Banane ja recht schlank ist und zweitens bilden sich sonst jede Menge Wurzeln und das eigentliche Wachstum stagniert. Die Bananen geraten irgendwie aus der Form. Wichtig ist ein standsicheres Gefäß. Wer die Pflanze im Sommer ins Freie stellen kann, muss daran denken, dass bei entsprechender Größe der Transport schwieriger wird. Ein Kunststofftopf ist deutlich leichter, als Terrakotta. Alternativ gibt es sehr hübsche Fieberglasgefäße, diese sind leicht und sehen nicht so billig aus (sind sie auch nicht).

  • Ausreichend großes und standfestes Gefäß mit gutem Wasserabzug
  • Drainage im Topfboden sorgt für das Ablaufen überschüssigen Wassers
  • Banane möglichst gerade einpflanzen
  • Wenn das Gefäß gut durchwurzelt ist, umtopfen. Das geschieht recht schnell.

Ich bin ein großer Freund von Pflanzgefäßen mit Bewässerungssystem. Sie erleichtern die Pflege ungemein, da sich die Pflanzen selbst mit dem Wasser versorgen, welches sie benötigen und man recht selten den Speicher auffüllen muss. Bei Bananen kann ich diese Gefäße nicht empfehlen, da sie das Wachstum extrem fördern. Man kommt mit Umtopfen gar nicht nach. Wen das nicht stört, der kann es versuchen.

Tipp: Es wird immer empfohlen, Kindel von der Mutterpflanze abzutrennen, weil ihr das Kraft kostet. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das irgendwie zwar stimmt, aber es hat auch eine gute Seite. Die Banane wächst nicht so in die Höhe. Meine Bananen waren immer sehr kompakt und hatten nicht den langen typischen Stamm. Bei mir war der eher dick als hoch, was mir persönlich deutlich besser gefallen hat. Ab und zu habe ich ein Kindel abgetrennt, einfach, weil es zu groß wurde. Manchmal habe ich ein großes Kindel weiterkultiviert, weil die Mutterpflanze zu groß für unser Platzangebot geworden war. Ich kann also nur empfehlen, mal etwas zu experimentieren.

Gießen

Beim Gießen kommt es darauf an, welche Art bzw. Sorte man sich zugelegt hat. Die Wünsche sind da mitunter recht unterschiedlich. Manche mögen viel Wasser, andere wenig. Für viele Bananen ist stehende Nässe tödlich. Ich hatte einmal eine, die musste ständig etwas im Wasser stehen. Es ist also immer gut, wenn man Name und Ansprüche der Banane kennt.

Banane gießen
Banane gießen

Der Wasserbedarf richtet sich außerdem nach der Größe der Pflanze, speziell nach der Menge und der Größe der Blätter. Damit wird nämlich Wasser verdunstet und je nachdem, kann das eine Menge sein. Am besten ist immer, die Fingerprobe zu machen. Oberflächlich sollte das Substrat gut abgetrocknet sein. Austrocknen darf es nicht.

Wichtig ist, weiches Wasser zu verwenden, am besten Regenwasser. Zu viel Kalk ist ungünstig für die Bananen, obwohl ich gestehen muss, ich habe immer Leitungswasser genutzt, aber wir hatten recht weiches Wasser.

  • Bananensorten haben mitunter unterschiedliche Ansprüche an die Gießmenge
  • Die meisten mögen es nicht dauernass. Durchdringend gießen, so dass das Wasser unten aus dem Gefäß läuft, aber nach 15 Minuten überschüssiges Wasser aus dem Untersetzer wegschütten.
  • Große Pflanzen mit reichlich Blättern verdunsten viel Wasser und benötigen dementsprechend Nachschub. Kleine Pflanzen sind genügsamer.
  • Im Sommer mehr gießen. Im Winter deutlich trockener halten.
  • Sowohl Trockenheit, als auch Dauernässe schaden den Wurzeln

Düngen

Beim Düngen ist weniger mehr. Es wird häufig in der Wachstumsperiode eine wöchentliche Düngung empfohlen. Bei ausgepflanzten Exemplaren ist das richtig, aber Zimmerbananen sollen nicht so wachsen. Bei mir gab es das nur monatlich. Vielleicht waren meine Bananen auch deshalb eher gedrungen, als so hoch. Im Winter habe ich gar nicht gedüngt. Das muss man einfach ausprobieren.

  • Wenn wenig Wachstum gefragt ist, wenig düngen (im Sommer einmal monatlich)
  • Ansonsten im Sommer wöchentlich und im Frühjahr und Herbst monatlich
  • Von Kennern wird Hakaphos grün empfohlen, einfach ins Gießwasser geben

Überwintern

Die Überwinterung ist manchmal problematisch, einfach, weil die Banane eine hohe Luftfeuchte benötigt. Um die 50 Prozent sind günstig, was in Wohnräumen schwierig ist. Empfehlenswert ist deshalb, sie regelmäßig zu besprühen. Alternativ kann die Pflanze einen Platz im Badezimmer erhalten, wenn dieses hell genug ist. Hier stimmt die Luftfeuchte durch Duschen und Baden meist besser.

Außerdem ist viel Licht notwendig. Häufig ist das nur durch eine zusätzliche Pflanzenleuchte zu erreichen. Da es inzwischen durchaus ansehnliche Produkte gibt, sollte das kein Problem sein. Die Temperaturen sind je nach Sorte unterschiedlich. Einigen macht die warme Überwinterung nichts aus, andere brauchen es unbedingt etwas kühler. Hier ist wieder günstig, wenn man den Sortennamen seiner Pflanze kennt, um sich über die Ansprüche informieren zu können.

  • Hohe Luftfeuchte und viel Licht erforderlich
  • Viele Sorten mögen Temperaturen zwischen 10 und 15°C
  • Normale Zimmertemperaturen sind eher ungünstig, wobei es auf die Sorte ankommt
  • Einige Sorten können auch dunkel und kalt stehen, aber nicht unter 5°C
  • Gießen je nach Temperatur – je kühler, umso weniger Wasser

Schneiden

Geschnitten werden sollte nur im Notfall. Dieser kann eintreten, wenn die Pflanze die Zimmerdecke erreicht. Man kann sie abschneiden und oft treiben sie aus der Mitte des Stammes wieder aus, aber Garantien gibt es keine. Wenn man im Netzt etwas nachforscht, finden sich einige Berichte von Bananenpflanzenbesitzern, die ihre Pflanzen abgeschnitten und durchaus Erfolg damit gehabt haben. Meist handelt es sich um ausgepflanzte oder getopfte Stauden, die zur Überwinterung ins Haus müssen. Hier hilft also nur wieder ausprobieren. Ich würde in jedem Fall vorher ein Kindel entnehmen und einpflanzen, falls das Experiment misslingt.

  • Schneiden nur im Notfall
  • Es ist eine sehr starke optische Beeinträchtigung und es dauert, bis die Banane wieder gut aussieht

Vermehren

Die Vermehrung ist denkbar einfach. Es werden einfach die Kindel abgetrennt und separat eingepflanzt. Außerdem möglich ist die Aussaat, wenn man sich Samen beschaffen kann. Als Aussaaterde eignet sich ein Torf-Sand-Gemisch. Bei der Keimung hilft eine durchsichtige Kunststofftüte über dem Pflanzgefäß, die notwendige Luftfeuchte zu halten. Wichtig ist tägliches Lüften, damit sich kein Schimmel bilden kann. Das Pflanzsubstrat nur leicht feucht, keinesfalls zu nass halten.

  • Aussaat – bei 25°C und hoher Luftfeuchte
  • Kindel abtrennen und einpflanzen

Krankheiten

Bei guter Pflege sind Bananenpflanzen robust und gesund. Leider kommt es, vor allem im Winter, immer wieder zu Problemen. Blattspitzen werden braun und trocknen ein, manchmal auch das gesamte Blatt. Viele Bananenpflanzen besitzen im Frühjahr nur noch wenige Blätter. Häufig sind die Bedingungen der Überwinterung nicht ideal, die Luftfeuchtigkeit zu gering, das Licht zu wenig, die Temperatur zu hoch und das Gießwasser zu viel. Blattverlust liegt häufig an einem zu dunklen Standort oder an Nässe. Dann fault die Wurzel und die Blätter fallen nach und nach alle ab. Trockene Blattspitzen sind ein Zeichen von Lufttrockenheit. Braune oder trockene Blattränder weisen auf zu wenig Wasser oder Luftfeuchte hin, können aber auch andere Ursachen haben, weshalb eine Fingerprobe hilfreich ist. Gelbe Blätter sind meist ein Zeichen für Nährstoffmangel.

Ab einem bestimmten Alter stirbt die Mutterpflanze manchmal einfach ab. Erst werden die Blätter gelb, dann braun und trocken. Da ist meist nichts mehr zu machen. Wenn das bemerkt wird, muss ein Kindel als neue Mutterpflanze herangezogen werden.

  • Meist durch zu viel Wasser – Wurzelfäule
  • Pflegefehler

Schädlinge

Schädlinge sind hauptsächlich im Winter zu finden. Bei niedriger Luftfeuchte machen sich häufig Spinnmilben über die Pflanzen her. Spinnmilben sind sehr schwer zu bekämpfen und können auch großen Schaden anrichten. Da sie sich schnell vermehren, ist die frühzeitige Erkennung wichtig. Die Insekten sind winzig und schwer mit bloßem Auge zu erkennen. Eine Lupe kann dabei hilfreich sein. Leichter zu finden sind die Netze, welche sie weben, meist an den Blattspitzen und frischen Austrieben. Diese sind nach dem Einsprühen mit Wasser zu erkennen, wenn man nach den Wassertröpfchen, die sich wie bei Morgentau an den Netzen fangen, Ausschau hält. Spinnmilben sind gegen einige Insektizide resistent. Das macht die Bekämpfung schwierig. Es hilft, die Luftfeuchte zu erhöhen, aber das reicht nicht. Am besten wirken systemische Mittel, die im Gießwasser verabreicht werden. Die Bananen nehmen sie auf und wenn die Spinnentiere den Zellsaft saugen, vergiften sie sich. Schaedlinge

Fazit

Bananen sind nicht ideal als Zimmerpflanzen. Findige Verkäufer bieten sie deshalb gern als Zierbananen an. Schnell zeigt sich allerdings, dass sie zu groß für Zimmerhaltung werden. Bei guten Bedingungen und entsprechender Pflege wachsen auch sie über 3 Meter in die Höhe und die Blätter werden groß und brauchen Platz. Man kann es nur ausprobieren. Ich würde das Pflanzgefäß nicht so groß wählen, in der Hoffnung, dass das eingeschränkte Wurzelwachstum Einfluss auf das Gesamtwachstum hat. Ansonsten lässt man sie wachsen, solange es geht und nimmt dann einfach ein Kindel ab, um wieder von vorn zu beginnen. Ansonsten sind Bananenpflanzen einfach zu kultivieren.

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