Axt schärfen – Anleitung und Tipps zum richtigen Winkel

Axt schärfen

Sie hacken regelmäßig Brennholz und sind auf Ihre Axt als Arbeitsgerät angewiesen? Und gerade wenn Sie ein wenig Feuerholz vorbereiten möchten, erkennen Sie eine stumpfe Schneide, die nicht wirklich hilfreich für diesen Zweck sein wird. Kein Problem, denn eine Axt schärfen ist nicht unbedingt schwierig. Vor allem kommt es hier auf den richtigen Winkel an, der für die Schärfe sorgt.

Sie besitzen eine Axt, die Sie regelmäßig benutzen, doch langsam sind Sie mit den Ergebnissen unzufrieden? Dann sollten Sie unbedingt einmal die Klinge begutachten. Ist diese voller Kerben oder kleiner Beschädigungen kann sie nicht mehr richtig arbeiten und im besonders schlechten Zustand sogar zu einer Gefahr werden. Das ist bei allen Arten von Äxten bemerkbar, selbst den Modellen, die primär für das Schnitzen genutzt werden. Falls Sie noch niemals eine Axt schärfen mussten, ist eine Anleitung sinnvoll, die Sie zudem über den notwendigen Winkel zum Schärfen und die passenden Schleifwerkzeuge informiert.

Werkzeug

Um die Axt zu schärfen benötigen Sie entsprechendes Werkzeug und so manche Utensilien, um einen sicheren Ablauf ohne Komplikationen zu ermöglichen. Dazu gehören:

  • Stein zum Schleifen
  • Flachfeile
  • Bandschleifer
  • Schleifband: Körnung 240 oder feiner
  • eine Schüssel mit Wasser
  • Schleifsteinhalter
  • Schutzbrille
  • Schutzhandschuhe

Bei der Auswahl des Schleifsteins haben Sie die Qual der Wahl. Früher wurden natürlich echte Steine benutzt, doch bieten sich diese nur bedingt in ihrer natürlichen Form an. Zur heutigen Zeit werden zahlreiche Produkte von einer Vielzahl von Herstellern angeboten. Der Schleifstein ist für den Feinschliff notwendig und diesen sollten Sie nicht mit dem Schleifstein von früher verwechseln, der vom Bandschleifer ersetzt wurde. Beim Schleifstein bieten sich die folgenden Materialien an:

  • belgische Schleifsteine: bekannt als Belgische Brocken, benötigen kaum Wasser zum Arbeiten, sehr feine Schneide
  • japanische Schleifsteine: bekannt als japanische Wassersteine, benötigen viel Wasser, äußerst effektiv beim Schärfen
  • Diamant-Schleifsteine: besonders lange Lebensdauer, können nicht hohl geschliffen werden, benötigt Wasser
  • Keramik-Schleifsteine: gut für Werkzeuge mit härterem Stahl geeignet, benötigt Wasser
  • Abziehstein: vor allem für Werkzeuge geeignet, mit oder ohne Wasser nutzbar, keine wirkliche geschliffene Schneide

Axtschliff

Für das Schärfen einer Axt im Außenbereich oder den harten Einsatz im Wald bieten sich vor allem Diamant- und Keramik-Schleifsteine, sowie Abziehsteine effektiv an. Da diese sehr lang halten und vor allem für eine nicht zu dünne Schneide sorgen, sind sie wie geschaffen für Äxte. Im Gegensatz dazu sollten Sie japanische Wassersteine und Belgische Brocken für Äxte nutzen, die für feinere Arbeiten wie Schnitzen geeignet sind. Die Kosten der einzelnen Schleifsteine sind stark abhängig von der Qualität und der jeweiligen Körnung. Typischerweise bewegen sich diese im Rahmen von 20 Euro bis 120 Euro.

Tipp: als Alternative zum Stein bieten sich sogenannte Klingenschärfer an, zum Beispiel von Herstellern wie Fiskars. Diese sind mit einem Keramikschleifkopf versehen, der sich in einer robusten Hülle befindet und einfach nur über die Klinge gezogen werden muss, um diese zu schärfen.

Der richtige Winkel

Der Winkel ist entscheid für den Erfolg beim Axt schärfen, da die Klinge nur durch den passenden problemlos durch das Holz dringen kann. Die verschiedenen Winkel orientieren sich an der Nutzung der Axt:

  • Äxte für typische Arbeiten: 30°
  • Äxte für das Spalten von Hartholz: 35°
  • Schnitzäxte: 25°, seltener 30°

Axt schärfen

Wenn Sie viele Arbeiten mit Ihrer Axt erledigen, empfiehlt sich einen Winkel von 30°, da dieser für zahlreiche Holzarten genutzt werden kann. Da es beim Schnitzen oder feinen Holzarbeiten auf Genauigkeit anstatt roher, zentrierter Kraft kommt, ist der Schleifwinkel hier viel geringer. Der Winkel setzt wie folgt zusammen:

  • eine Winkelangabe umfasst die gesamte Schneide
  • ein Schleifwinkel von 30° entspricht demnach 15° auf beiden Seiten der Schneide
  • durch die gleiche Winkelgröße ist die Schneide entsprechend dünn und scharf und somit perfekt für den Einsatz geschaffen

Viele Menschen fragen sich, wie die entsprechende Winkelgröße erreicht wird. Der Einsatz eines Lineals ist nicht wirklich zu empfehlen. Hierfür wird seit Jahrhunderten ein Trick angewandt, der ebenfalls bei Küchenmessern in Japan gut funktioniert. Bevor Sie mit dem Schärfen beginnen, sollten Sie:

  • die Schneide der Axt auf dem Schleifstein oder dem Bandschleifer ansetzen
  • nun legen Sie einen Finger etwa 2 cm flach hinter der Schneide auf die Oberfläche
  • senken Sie die Axt mit der Klinge herunter und positionieren Sie diese auf dem Finger
  • nun halten Sie die Axt in dieser Position und ziehen den Finger wieder vorsichtig zurück

Dieser Winkel entspricht in etwa 15°. Achten Sie natürlich darauf, nicht den Bandschleifer anzuschalten, während Sie Ihren Finger unter der Klinge haben.

Axt schärfen: Anleitung

Ist der passende Winkel gefunden, können Sie nun Ihre Axt schärfen. Dafür gehen Sie wie folgt vor:

1. Schritt: Hat Ihre Axt tiefe Scharten oder Abnutzungen, empfiehlt es sich zuvor eine Feile zu benutzen, um die Klinge vorzubereiten. Dafür spannen Sie die Axt in einen Schraubstock ein und bearbeiten mit der Flachfeile die Schneide, bis die tiefen Scharten und Kerben nicht mehr zu sehen sind. Wichtig ist dabei nur, nicht den Schneideradius zu verändern, da dieser nur schwer wieder in richtige Form geschliffen werden kann.

2. Schritt: Nun folgt das erste Anschleifen, um die zuvor abgeschliffene Schneide wieder in die richtige Form zu bringen. Benetzen Sie die Klinge der Axt mit ausreichend Wasser und starten Sie den Bandschleifer. Halten Sie die Stufe etwas geringer und beginnen Sie, die Schneide mit den oben genannten Winkeln zu bearbeiten. Fahren Sie der ursprünglichen Form der Schneide nach, also am Besten in einer leichten Kreisbewegung. Dadurch wird die Axt nicht zu gerade, was die Effektivität stark einschränken würde. Stoppen Sie immer mal wieder, checken die Klinge und benetzen Sie diese mit Wasser. Die Hitzeentwicklung ist recht, da hilft das kühle Nass.

3. Schritt: Falls Sie eine Axt zum Schnitzen benutzen, müssen Sie Punkt 2 nicht ausführen. Nachdem Sie die Klinge mit dem Bandschleifer bearbeitet haben, folgt nun der Feinschliff. Positionieren Sie den Schleifstein auf dem Halter und benetzen Sie die Oberfläche mit Wasser. Japanische Wassersteine weichen Sie vorher für 3 Minuten im Wasserbad ein. Nun nutzen Sie wieder die gleichen Winkelangaben und führen die Axt in schnellen Zügen über den Schleifstein. Dabei beginnen Sie von einem Ende der Schneide und ziehen diese in einem Halbkreis über den Schleifstein zum anderen Ende. Wiederholen Sie das auf beiden Seiten, bis die Schneide der Axt scharf, aber nicht zu dünn ist.

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