Aufbau einer Holzständerwand | Holzständerwerk selber bauen

Aufbau einer Holzständerwand

Ein Holzständerwerk ist eine schnelle und kostengünstige Möglichkeit zum Errichten einfacher Gebäude und Trennwände. Der Bau eines Holzständerwerks ist zudem sehr einfach. Nach einem erfolgreichen Projekt ist praktisch jeder ein Profi in dieser Kunst. Lesen Sie in diesem Text alles, was Sie über den Aufbau einer Holzständerwand wissen müssen.

Holzständerwerk oder Trockenbauwände?

Der Unterschied zwischen einem Holzständerwerk und Trockenbauwänden ist das Innenmaterial. Bei Trockenbauwänden werden heute üblicherweise U-Profile aus dünnem und gekantetem Blech verwendet. Sie sind in absolut gleich bleibender Qualität und verändern sich über die Dauer ihres Einbaus nicht. Holz ist hingegen ein natürlicher, lebendiger Baustoff. Er atmet und bewegt sich, je nach Raumfeuchte und Temperatur. Dennoch ist Holzständerwerk aufgrund seiner Natürlichkeit baubiologisch der angenehmere Werkstoff. Er lässt sich zudem vielseitiger Verwenden. Trockenbauwände dienen nur dem einzigen Zweck, Zwischenwände in Innenräumen einzuziehen. Mit einem Holzständerwerk können Sie sich aber problemlos eine Gartenlaube, einen Carport oder einen Pavillon bauen. Das geht mit U-Blechen und Gipskarton nicht.

Die goldene Regel für Ständer- und Fachwerk

Beim Bau von Ständerwerken aller Art muss die „goldene Zimmermannsregel“ stets beachtet werden. Diese lautet: „Dreieck steht – Rechteck vergeht“. Das bedeutet: Wo immer ein rechteckiger oder quadratischer Rahmen errichtet wird, muss eine Diagonalverstrebung eingebaut werden. Wird der Rahmen vollflächig verschalt, dann übernimmt die Verschalung die notwendige Stabilität entlang der Längsachse. Sobald aber offene Felder, Durchreichen, Fenster oder nur Stützfüße plus Dachkonstruktion als Holzständerwerk errichtet werden, müssen Diagonalverstrebungen her. Sonst fällt die Konstruktion unweigerlich binnen kürzester Zeit einfach um.

Was ist ein Holzständerwerk?

Ein Holzständerwerk ist praktisch jede Konstruktion aus einem Holzrahmen plus Verschalung oder Fachwerk. Ein Blockhaus aus übereinander gestapelten Baumstämmen ist damit kein Holzständerwerk. Sobald aber ein Fachwerk bestehend aus Stütz- und Rahmenhölzern errichtet wird, spricht man von einem Ständerwerk. Als Ständerwerk können gelten:

  • Garagen
  • Carports
  • Gartenlauben
  • Pavillons
  • Trennwände
  • Theken
  • Kinderburgen

Holzbalken

Der Kreativität sind beim Bauen mit Holzständerwerken praktisch keine Grenzen gesetzt. Der Vorteil dieser Bauweise ist, dass sie weitestgehend beliebig verändert werden können. Soll ein Fenster an eine andere Stelle verrückt werden, ist das in der Regel problemlos möglich. Darüber hinaus sind sie sehr preiswert und bei entsprechender Pflege auch sehr langlebig.

Holzständerwerk selber bauen – so geht es

Die erste Frage, die Sie sich beim Holzständerwerk selber bauen stellen müssen ist: Handelt es sich um eine offene oder um eine geschlossene Konstruktion? Offene Konstruktionen sind beispielsweise Pavillons oder Carporte. Eine geschlossene Konstruktion ist eine Holzständerwand oder ein ganzes Gebäude aus Holzständerwerk. Eine offene Konstruktion muss entsprechend der benannten „goldenen Regel“ durch Diagonalstreben abgestützt werden. Bei einer geschlossenen Holzständerwand kann man, je nach Art der Verschalung, auf die Diagonalverstrebung verzichten.

Allerdings sollte man hier genau hinsehen: Eine mit schwachen Nägeln angeheftete Verschalung aus Nut- und Federpaneelen ist längst nicht so kräftig wie eine durchgehende Platte aus Gipskarton. Es bedarf etwas Erfahrung und Augenmaß, ob und wie viele Diagonalstreben sicherheitshalber eingebaut werden. Allerdings besteht bei einer Innenwand, die zwischen zwei tragenden Wänden eingezogen wird, ohnehin keine Gefahr eines Umsturzes entlang der Längsachse.

Für das Holzständerwerk selber bauen brauchen Sie:

  • Holzbalken mindestens 10 x 10 cm
  • Holzschrauben mindestens 15 cm lang
  • geeignete Verschalung (Nut und Feder; Gipskartonplatten)
  • Zollstock
  • Wasserwaage
  • Kräftige Bohrmaschine
  • Akkuschrauber
  • Hammer und Nägel
  • ggf. Betondübel und Betonanker
  • ggf. dicke Mineralwolle für den Schallschutz
  • einen Helfer
  • Gehörschutz, Augenschutz und Atemschutz (beim Bohren in Beton)
  • Staubsauger

Tipp: Löcher immer vorbohren

Sobald Sie ein Holzständerwerk selber bauen wollen, sollten sie an Holzbohrer, Akkuschrauber und Holzschrauben denken. Einfach Bretter und Balken mit Holzschrauben zu verbinden ist nicht optimal. Das Holz kann sich an der Stelle spalten und später aufreißen. Das sieht nicht nur unschön aus, es setzt auch die Stabilität von der Holzständerwand herab. Mit vorgebohrten Löchern kann dies nicht passieren. Bei großen Löchern, beispielsweise für die Erdanker, können Sie zusätzlich die Durchgangslöcher mit einem größeren Bohrer einfasen. Eine kleine Fase, diese kleine Schräge zwischen der horizontalen und vertikalen Linie entlang des Bohrlochs, verhindert dass das Holz aufsplittert.

1. Einmessen

Wir nehmen bei dieser Bauanleitung an, dass Sie eine Trennwand in ein bestehendes Gebäude einbauen wollen.

Beim Holzständerwerk selber bauen kommt viel auf die Vorbereitung an. Je nachdem wie komplex das Projekt werden soll, zeichnen Sie zunächst eine Skizze. Im Internet sind zahlreiche Programme verfügbar, die Sie dabei unterstützen können wie beispielsweise FREECAD oder INKSCAPE. Zeichnen Sie die Stelle, an welcher die Holzständerwand errichtet werden soll, genau ein. Verwenden Sie die Wasserwage, um eine lotrechte Linie an der Wand zu zeichnen, an welcher die Holzständerwand anstoßen soll. Je präziser Sie beim Einmessen vorgehen, desto leichter fällt Ihnen das Holzständerwerk selber bauen später.

2. Von unten nach oben

Ziehen Sie mit einem Bleistift eine Linie auf dem Boden. Sie muss exakt entlang der Außenkante der Holzständerwand verlaufen, abzüglich der Dicke der Verschalung. An dieser Linie richten Sie den unteren Querbalken aus. Dieser wird mit stabilen Betonankern im Untergrund fixiert. Bohren Sie dazu die Löcher nicht nur im Beton, sondern auch im Balken vor und fasen Sie die Bohrlöcher mit einem größeren Bohrer. Prüfen Sie das Ergebnis doppelt um ganz sicher zu gehen. Jetzt können Sie noch zerstörungsfrei etwas korrigieren und die Wand um ein paar Zentimeter versetzen. Später ist das nicht mehr möglich.

Wenn in die Wand eine Tür eingebaut werden soll, achten Sie darauf dass auch die kurze Seite des Fußbalkens mindestens doppelt, besser dreifach im Boden verankert wird. Bei einem durchgehenden Fußbalken lassen Sie beidseitig einige Millimeter Luft. Bei einer Türöffnung ist das nicht notwendig.

3. Seiten befestigen

Rechts und Links an der Wand kommen nun Balken zur seitlichen Befestigung. Sie werden ebenfalls mit Schwerlastankern an den Seitenwänden befestigt. Nehmen Sie den fixierten Querbalken als Maßpunkt und ziehen Sie mit Hilfe der Wasserwaage eine senkrechte Linie nach Oben. Diese Linie ist der Stoßpunkt für die senkrechten Balken. Ziehen Sie den Balken bis zur Decke und lassen dort einige Millimeter Luft nach oben. So kann das Holz arbeiten.

4. Deckenbalken befestigen

Für das Befestigen des Deckenbalkens kommt es darauf an, ob Sie alleine oder zu zweit arbeiten. Wenn Sie alleine Arbeiten, können Sie mit einem einfachen Stahlwinkel ein Auflager an die senkrechten Balken schrauben. Dort legen Sie den Deckenbalken zunächst ab, bevor Sie ihn mit der Decke fixieren. Aus Gründen der Stabilität sollte die Holzständerwand in jedem Fall umseitig am Baukörper fixiert sein. Außerdem verhindern Sie damit einen unangenehmen Durchzug. Auch der Deckenbalken wird mit ausreichend vielen Betonankern fixiert. Bohren Sie die Löcher im Balken in regelmäßigen Abständen vor. Legen Sie den Balken auf die beiden Hilfswinkel und zeichnen sie die Bohrpunkte an der Betondecke an. Nehmen sie den Deckenbalken wieder herunter und bohren Sie die Dübellöcher in die Decke. Der Helfer kann dabei mit dem Staubsauger den Bohrstaub aufnehmen. Das macht das Arbeiten wesentlich angenehmer und spart viel Putzarbeit später.

5. Haltebalken einziehen

Die Schalung wird quer zur Richtung der innenliegenden Balken eingebaut. In der Regel werden Nut-und-Feder-Bretter übereinander verbaut. Entsprechend müssen die innen liegenden Haltebalken senkrecht eingeschraubt werden. Falls Sie aber eine senkrechte Verschalung wünschen, müssen Sie die Innenbalken entsprechend waagerecht einbauen. Für die Statik der Holzständerwand im Innenbereich spielt dies keine Rolle. Im Außenbereich müssen Sie aufgrund der Witterungsfestigkeit aber zwingend die Verschalung waagerecht einbauen.

Für die Innenbalken können Sie dünnere Balken verwenden. Sie müssen aber so breit wie die Rahmenbalken sein, damit sie mit diesen eine durchgehende Flucht bilden. Ideal sind hierzu dünne Winkel, die mit kleinen Holzschrauben Innenbalken mit Rahmen verbinden. Auch hier können Sie oben ein paar Millimeter Luft lassen. Das verhindert, dass das Holz beim Temperaturwechsel knackt und quietscht. Die Diagonalverstrebungen entfallen hier, da die Querstabilität durch die gemauerten Wände des Gebäudes gewährleistet ist.

6. Verschalung an einer Seite anbringen

Richten Sie die unterste Paneele mit größter Sorgfalt und Genauigkeit aus. Verwenden Sie die Wasserwaage und prüfen Sie mehrmals nach, bevor Sie die zweite Paneele anbringen. Danach schalen Sie die Seite einfach zu. Stecken Sie die Nut- und Feder Paneelen ineinander und fixieren Sie sie mit den dazu vorgesehenen Nägeln. Möglicherweise müssen Sie die oberste Paneele mit einer Säge stutzen. Nutzen Sie dazu eine Tischkreissäge, die präzise einstellbar ist. An der Oberseite müssen Sie durch die sichtbare Seite der Paneele nageln oder schrauben. Hierfür gibt es im Handel passende Schutzkappen, mit denen die Schraubenköpfe wieder „getarnt“ werden. Notfalls ist auch ein Lackierstift geeignet, um die Ästhetik der durchgehend mit Nut- und Federpaneelen verkleideten Wand wieder herzustellen.

7. Isolieren

Die Isolierwolle dient bei einer Zwischen- oder Trennwand weniger dem Wärmeschutz als vielmehr dem Schallschutz. Unisolierte Trennwände lassen praktisch jedes Husten durch, was sich schnell als sehr störend heraus stellen kann. Der Handel bietet zu diesem Zweck besonders dichte Dämmwolle an. Sie bietet einen maximal möglichen Schallschutz. Das Dämmaterial wird einfach zugeschnitten und in die offenen Felder gesteckt. Falls erforderlich, kann die Isolierwolle noch durch eine Folie gegen eindringende Feuchtigkeit geschützt werden. Das ist beispielsweise dann sinnvoll, wenn die Trennwand in einer Waschküche eingebaut wird. Wenn eine große Schallquelle auf der anderen Seite der Trennwand ist, dann legen Sie die Wand entsprechend dicker aus.

Isolierung

8. Holzständerwand fertig verschalen

Nachdem die Isolierwolle eingebaut ist, wird die zweite Seite der Holzständerwand verschalt. Gehen Sie dabei in der gleichen Weise vor, wie bei der ersten Seite. Dann ist die Holzständerwand fertig.

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