Arbeitsplatten verbinden

Arbeitsplatten können in der gewünschten Länge gekauft werden, doch bei besonders langen Modellen oder einer Verlegung über Eck, wird meist eine Verbindung mehrerer Platten notwendig. Mit entsprechendem Werkzeug lassen sich Arbeitsplatten gerade oder über Eck problemlos miteinander verbinden.

In Küchen mit besonderen, räumlichen Verhältnissen ist eine Standardarbeitsplatte oft nicht das richtige und es muss ein spezieller Zuschnitt her. Vielleicht möchten Sie die Platte auch einfach über Eck verlegen, um mehr Raum in Ihrer Küche nutzen zu können. Besonders wenn eine sehr lange Arbeitsplatte benötigt wird, scheitert der Kauf an einem Stück daran, dass die Platte einfach nicht ins Haus zu transportieren ist. Türen, Treppenhäuser und Ecken sind ein echtes Hindernis. Um trotzdem eine lange Arbeitsfläche nutzen zu können, müssen mehrere Plattenteile miteinander kombiniert werden. Was kompliziert klingt, ist in der Praxis sogar im Selbstverfahren zu erledigen, denn Arbeitsplatten lassen sich sowohl auf gerader Strecke, als auch über Eck problemlos verbinden. Die Stabilität leidet bei einer korrekten Verbindung nicht und Sie können die komplette Fläche der Arbeitsplatte nutzen.

Dieses Material benötigen Sie:

  • Arbeitsplatten
  • Holzleim
  • Sanitärsilikon
  • Holzdübel
  • Bohrmaschine mit verschiedenen Bohraufsätzen
  • Blechverbinder
  • Nutfräse
  • Holzböcke oder Werkbank mit Unterlegholz
  • Zollstock
  • Akkuschrauber
  • Schraubenzieher

Überprüfen und Messen

Bevor Sie mit den Arbeiten loslegen, sollten Sie noch einmal eine Kontrollmessung der Arbeitsplatten, sowie eine Sichtung der Arbeitsgeräte vornehmen. Sind die Sägeblätter richtig montiert, ist das Unterlegholz der Werkbank stabil genug? Wenn alles passt, können Sie mit dem ersten Schritt beginnen.Arbeisbock

Verbindung von geraden Arbeitsplatten

Beim Kauf Ihrer Arbeitsplatte haben Sie diese auf eine gewisse Länge zuschneiden lassen und möchten jetzt eine Verbindung zwischen zwei Platten erstellen. Grundsätzlich funktioniert das bei geraden Platten genauso wie bei Eckplatten, bei letzterer Variante gibt es jedoch verschiedene Zuschnittsarten. Legen Sie zunächst eine Arbeitsplattenseite auf die Werkbank/die Holzböcke und fegen Sie die Schnittstellen mit einem Besen gut ab. Staub ist hier hinderlich, daher ist dieser Schritt wichtig (Bild von Arbeitsplatte auf Holzbock).

Tipp: Halten Sie einen Staubsauger bereit, mit dem Sie entstehenden Kleinstabfall sofort beseitigen können.

Löcher bohren für die Holzdübel

Der erste Schritt mit dem Sie zwei Arbeitsplattenteile miteinander verbinden ist die Erstellung der Löcher für die Holzdübel. Pro zehn Zentimeter Länge der Plattenkante, sollten Sie einen Dübel setzen. Messen Sie mit dem Zollstock exakt die Abstände aus und markieren Sie die Bohrpositionen mit einem Bleistift. Die Holzdübel sollten ca. bis zur Hälfte im ersten Bohrloch verschwinden. Sie müssen beachten, dass die Löcher auf beiden Plattenkanten exakt die gleiche Position haben müssen. Notieren Sie sich daher die Messergebnisse der ersten Platte und verwenden Sie exakt die gleichen Angaben für die zweite Platte.

Wählen Sie einen Bohraufsatz, der die Dicke Ihrer Holzdübel hat und beginnen Sie vorsichtig das erste Loch zu bohren. Sobald Sie die notwendige Tiefe erreicht haben, befreien Sie mit dem Staubsauger das erste Bohrloch vom Staub. Setzen Sie die Arbeitsschritte nun Punkt für Punkt fort, bis alle benötigten Löcher gebohrt wurden. Bevor Sie mit Schritt zwei fortfahren, sollten Sie für eine völlige Staubfreiheit der entstandenen Bohrlöcher sorgen.

Holzdübel verleimen

Im zweiten Schritt werden die Holzdübel in der ersten Plattenhälfte festgeleimt. Füllen Sie ein Bohrloch mit Holzleim und pressen den Holzdübel fest hinein, so tief es geht. Pressen Sie ihn für mindestens fünf Minuten fest in das Loch, bis der Leim angefangen hat zu trocknen. Holzleim, der aus dem Bohrloch quillt, muss unmittelbar danach mit einem Lappen entfernt werden, bevor der Trocknungsprozess einsetzt. Haben Sie alle Holzdübel in die Öffnungen eingebracht, müssen Sie eine Wartezeit von mindestens vier Stunden einhalten, damit der Leim trocknen kann (Herstellerhinweise auf Leimpackung beachten)

Holzleim
Holzleim

Zusammenfügung der Arbeitsplatten

Wenn der Leim getrocknet und die Holzdübel eingefügt sind, können Sie damit beginnen, die Arbeitsplatten zusammenzuführen. Zu diesem Zweck füllen Sie nun die Bohrlöcher der zweiten Arbeitsplatte mit Holzleim auf und führen die beiden Schnittkanten dann zusammen. Die Holzdübel müssen nahtlos in die Löcher gleiten und vollständig darin verschwinden. Die Fuge zwischen den beiden Arbeitsplatten darf nicht breiter als zwei bis vier Millimeter sein. Pressen Sie beide Plattenhälften mindestens fünf Minuten lang zusammen und warten Sie dann mindestens zwölf Stunden, bis der Leim vollständig durchgetrocknet ist.

Prüfen Sie den Sitz der Holzdübel noch einmal, bevor Sie die Arbeitsplatten auf der Werkbank schließlich wenden. Zu diesem Zeitpunkt kann die entstandene Fuge noch etwas breiter als die anvisierten zwei bis vier Millimeter sein. Dies wird mit der Befestigung und Verschraubung mit Blechverbindern korrigiert und ist kein Fehler Ihrer bisherigen Arbeit.

Verschraubung mit Blechverbindern

Der erste Schritt der Verbindung ist erfolgreich erledigt, jetzt erfolgt die Stabilisierung mittels Blechverbindern. Zu diesem Zweck müssen Sie die Arbeitsplatten einmal umdrehen, so dass Sie die Unterseite bearbeiten können. Auch bei der Anwendung von Blechverbindern sollten Sie einen Abstand von 10 cm. pro Verbinder einhalten. Markieren Sie exakt die Stellen, an denen die Verbinder ins Holz eingelassen werden sollen und zeichnen Sie die auszufräsende Größe vor. Anschließend fräsen Sie mit der Nutfräse die Ausbuchtung für die Blechverbinder hinein und positionieren Sie.

Blechverbinder
Blechverbinder

Tipp: Fräsen Sie immer zwei gegenüberliegende Ausbuchtungen nacheinander und gehen dann in der Reihe weiter.

Haben Sie alle Blechverbinder erfolgreich in den Ausfräsungen positioniert, werden diese mit Schrauben befestigt. Hier empfiehlt sich die Verwendung eines Akkuschraubers, da die Schrauben sehr fest gezogen werden müssen und dies mit einem Schraubenzieher nur schwerlich erreicht werden kann. Um sich die Arbeit zu erleichtern, können Sie mit dem Schraubenzieher zunächst kleine Fugen in die Arbeitsplatte drehen, damit Sie die Schrauben dort einführen können. Dies verhindert, dass der Akkuschrauber abrutscht, weil die Schrauben bereits einen festen Halt haben. Markieren Sie vorher in den Vorbohrungen der Verbindungsbleche genau, wo die Schraube angesetzt werden soll.

Versiegelung der Fuge mit Sanitärsilikon

Wenn Sie die beiden Arbeitsplatten komplett miteinander verschraubt haben, kann die große Platte auf die Unterschränke oder Geräte aufgelegt werden. Bevor Sie mit der eigentlichen Befestigung beginnen, müssen Sie die entstandene Fuge mit Silikon abdichten, damit kein Schmutz mehr hineingelangen kann und das Ergebnis optisch ansprechend ist.

Tipp: Sollte die Fuge zu schmal sein, können Sie mit einer Handkreissäge eine etwa zwei bis vier Millimeter dicke Fuge erstellen.

Silikonfuge

Bereiten Sie die Silikonflasche nach Herstelleranweisung vor und ziehen Sie dann zügig eine Linie auf der Fuge zwischen beiden Arbeitsplatten. Überschüssiges Silikon wischen Sie mit einem Ceranfeldschaber oder einem Messer ab und warten eine Trocknungsphase von zwölf Stunden ab. Ihre Arbeitsplatten sind nun stabil miteinander verbunden und können von Ihnen eingebaut werden.

Silikon mit dem Fugenglätter abziehen
Silikon mit dem Fugenglätter abziehen

Verbindung von Arbeitsplatten über Eck

Wenn Sie zwei Arbeitsplatten über Eck miteinander verbinden möchten, ist ein Zwischenstück erforderlich. Sie verbinden somit eigentlich drei Teile zu einem großen Ganzen. Die Arbeitsschritte unterscheiden sich im Wesentlichen nicht von denen bei der Verbindung zweier Platten. Das Verbindungsstück muss mit Holzdübeln an beiden Platten befestigt werden und auch die Verbindungsbleche müssen an beiden Fugen angebracht werden. Auch eine Silikonabdichtung ist bei beiden Fugen notwendig. Sonst sind die Arbeitsschritte identisch.

Verbindung ohne Zwischenstück

Sie können eine Arbeitsplatte über Eck auch ohne ein Zwischenstück miteinander verbinden. In diesem Fall erfolgt der Zuschnitt L-förmig. Die Verbindung der beiden Arbeitsplatten erfolgt dann genau nach dem Schema einer geraden Platte, nur dass die Bohrungen an der Seite einer Platte vorgenommen werden müssen. Sowohl die L-förmige Verbindung, als auch die Verbindung mit einem Zwischenstück erfordern die gleichen Arbeitsschritte wie die Verbindung einer geraden Arbeitsplatte und versprechen ein hohes Maß an Stabilität.

Tipps für Schnelllesern:

  • Arbeitsplatte vor Beginn staubfrei halten
  • Sichere Positionierung auf Böcken oder Werkbank
  • Bohrlöcher für Holzdübel exakt vorzeichnen
  • Auf parallele Lochanordnung achten
  • Geeigneten Bohrer nach Dübelbreite auswählen
  • Alle Löcher nacheinander vorbohren
  • Leim in Löcher einer Plattenhälfte einfüllen
  • Holzdübel mindestens fünf Minuten festdrücken
  • Erst nach Trocknungszeit das Gegenstück verleimen
  • Stabilisierung der Platten mit Verbindungsblechen
  • Schrauben mit Akkuschrauber festdrehen
  • Entstandene Fuge mit Sanitärsilikon abdichten
  • Überschüssiges Silikon mit Messer entfernen
  • Vor Montage 12 Stunden trocknen lassen

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