Arbeitsplatte zuschneiden – Anleitung und Tipps zum Sägen

Arbeitsplatte zuschneiden

Wenn ein Umzug oder eine Renovierung ansteht, ist an der Zeit für eine neue Arbeitsplatte in der Küche. Wenn Sie sich teure Handwerkerarbeiten nicht leisten wollen, steht einer eigenen Montage der Platte nichts im Weg, doch müssen Sie davor über die passende Platte verfügen. Diese können Sie sich selbst problemlos zuschneiden, wofür nur eine genaue Anleitung notwendig ist.

Arbeitsplatten sind wichtige Komponenten von Einbauküchen, da sie Schränke und Geräte vor Schmutz bewahren und zugleich eine Arbeitsfläche in der Küche darstellen. Mit den Jahren der Verwendung kann es aber zu zahlreichen Abnutzungserscheinungen, Verfärbungen und Kratzern kommen, die den Look der Küche stark beeinflussen und aus diesem Grund ist die Montage einer neuen Arbeitsplatte nur empfehlenswert. Damit Sie sich unnötige Kosten sparen können, sollten Sie die Fläche selbst zuschneiden, da dies nicht schwer ist, solange es richtig und vor allem genau ausgeführt wird. Dadurch können Sie schnell und unkompliziert Ihre Küche auffrischen, ohne einen Fachmann in Anspruch nehmen zu müssen.

Vorbereitung

Bevor Sie mit dem Zuschneiden der Arbeitsplatte beginnen können, müssen Sie einige Vorbereitungen treffen, damit der Arbeitsablauf ungestört gelingt:

1. Arbeitsplatz: sorgen Sie für einen sicheren Arbeitsplatz, an dem Sie die Platte sägen können. Falls Sie nicht über eine Garage, einen Hof oder Garten verfügen, sollten Sie die Küche vor der Arbeit ausräumen, damit Sie ausreichend Platz haben. Allgemein sollten Sie die Küche, vor allem die Schränke, ausräumen, damit Sie die alte Platte leichter entsorgen und die neue nach dem Zuschnitt platzieren können.

Arbeitsplatte zuschneiden
weitere Möglichkeit: großer Balkon oder Dachterasse

2. Herd: um alte Arbeitsplatten ausbauen zu können, müssen Sie zuvor die drei Sicherungen für den Herd ausschalten. Diese finden Sie im Sicherungskasten und sind entsprechend markiert. Betätigen Sie diese. Nun können Sie das Kochfeld lösen und sicher abseits des Arbeitsplatzes lagern.

3. Spüle: ebenfalls ist es wichtig, den Spülen-Syphon zu lösen, damit Sie das Spülbecken für die Zeit der Montage aus dem Weg räumen können. Natürlich sollten Sie davor das Wasser abstellen, sonst setzen Sie alles unter Wasser. Platzieren Sie zur Vorsicht einen Eimer unter dem Anschluss, damit es nicht zu einer kleinen Überschwemmung kommt.

4. Zeit: wählen Sie unbedingt einen Zeitrahmen für das Sägen aus, der Ihre Nachbarn nicht stört. Halten Sie sich dabei unbedingt an die Mittags- und Nachtruhe, da Werkzeuge wie die Stichsäge sehr laut werden können.

Werkzeuge und Materialien

Damit Sie die Arbeitsplatte sicher und effektiv in die richtige Form bringen können, bedarf es passender Ausrüstung, die ihnen die Arbeitsschritte zur fertigen Küchenarbeitsplatte erleichtern. Sie benötigen:

  • Mehrzweck- oder Arbeitsplatten aus Holz nach Ihrer Wahl
  • Bleistift
  • Zollstock oder Bandmaß
  • Sägeunterlage, zum Beispiel Arbeitsböcke
  • Säge: Stich- oder Tischkreissäge
  • Sägeblatt, das für die Höhe der Platte geeignet ist
  • Plane aus Plastik, zum Beispiel Malerplane
  • Bandschleifer oder Elektrohobel
  • Holzbohrer mit mindestens 10 mm Aufsatz
  • feines Schleifpapier
  • Kellergrund, Silikon oder Dichtungsband
  • Auspresspistole
  • Kantenumleimer: Breite entspricht Höhe der Arbeitsplatte

Tipp: Verzichten Sie auf die Nutzung einer Handsäge. Aufgrund der Dicke der Arbeitsplatten würde der Einsatz dieser Sägen den Vorgang stark verzögern und häufiger zu ungenauen Sägeergebnissen führen, da sie zum Biegen tendieren.

Küchenplatte abmessen

Der letzte wichtige Punkt vor dem eigentlichen Zuschneiden der Arbeitsplatte ist das Ausmessen. Die richtigen Maße sind extrem wichtig, sonst kommt es zu Ungenauigkeiten beim Sägen, die Platte passt möglicherweise nicht oder sitzt schief. Ein weiteres Problem ist eine zu hohe Spannung, die durch falsche Abmessungen entsteht und sich negativ auf die Langlebigkeit der Platte und Kücheneinrichtung auswirkt. Messen Sie wie folgt:

1. Die Kücheneinrichtung, die mit der Arbeitsplatte versehen wird, muss genau ausgerichtet sein. Das heißt, falls Sie eine neue Einrichtung einbauen wollen, muss diese exakt gerade sein. Setzen Sie das Messgerät für die Länge an einer Seite an und messen Sie die Einrichtungen ab. Achten Sie dabei darauf, dass sich das Messgerät dabei nicht verschiebt oder versetzt, was wiederum zu Messfehlern führen kann.

Arbeitsplatte messen

2. Um die Tiefe zu messen, setzen Sie das Messgerät entweder an die Rückseite der Einrichtungen oder der Küchenwand an. Diese Messung ist meist einfacher umzusetzen, da die Tiefe meist kürzer im Vergleich zur Länge ist.

3. Addieren Sie zur Tiefe zwischen zwei und drei Zentimeter dazu. So garantieren Sie, dass die Arbeitsplatte nach der Montage etwas übersteht, was wichtig für die Funktionalität und Sauberkeit der Küche ist.

4. Nun werden die Aussparungen für Kochfelder und die Küchenspüle gemessen. Dafür stehen Ihnen vier Möglichkeiten zur Verfügung:

  • messen Sie die Ausmaße der Spüle und Herdplatten ab (Länge x Breite), zeichnen Sie diese auf die Platten
  • nutzen Sie die Spüle und Kochfelder als Schablone
  • nutzen Sie die beigelegten Schablonen, die häufig der Spüle und den Kochfeldern beiliegen
  • schauen Sie ggf. in den Produktinformationen des Herstellers online nach

Arbeitsplatte zuschneiden

5. Nachdem Sie die Maße der einzelnen Installationen zur Verfügung haben, müssen Sie diese auf der Platte verzeichnen. Achten Sie dabei darauf, dass Sie den Aussparungen zwei Zentimeter in Länge und Breite abziehen, damit am Ende die Herdplatten und Spülen nicht einfach durch die Arbeitsplatte rutschen. Die Aussparungen müssen aus diesem Grund etwas nach innen versetzt gezeichnet werden.

Küchenplatte zuschneiden

Achten Sie beim Ausmessen darauf, den Bleistift kräftig genug anzusetzen, damit Sie die Markierungen am Ende auch erkennen können. Zeichnen Sie dabei nicht auf die Oberseite der Arbeitsplatte, sondern immer nur auf die Unterseite, da diese niemals sichtbar ist.

Tipp: Falls Sie Ihre Platte nur austauschen und keine Änderung an der Einrichtung vornehmen, sollten Sie einfach die vorhandene Platte abmessen. Sie können die gesamte Platte als Schablone nutzen, was vor allem für das Waschbecken- und Herdplattenloch zu empfehlen ist, da Sie diese dadurch nicht selbst ausmessen müssen.

Arbeitsplatte zuschneiden

Haben Sie alle Abmessungen vorgenommen, ist es nun an der Zeit, die Platte zuzuschneiden und für die Montage bereit zu machen. Gehen Sie dabei wie folgt:

1. Bereiten Sie alle Materialien unbedingt vor dem Sägen vor. Zwar können Sie die Platte auch zwischen den Arbeitsschritten ruhen lassen, doch geht die Arbeit viel schneller voran, wenn Sie alles zur Hand haben.

2. Positionieren Sie die Sägeunterlage so im Raum, dass Sie ausreichend Platz zum Sägen haben. Breiten Sie vorher die Malerplane aus und befestigen diese mit Klebeband, damit diese nicht verrutscht. Nun können Sie die Unterlage auf der Plane platzieren. Die Plane schützt Ihren Boden den Holzspänen und erleichtert die Reinigung nach dem Sägen.

3. Lokalisieren Sie Ihre aufgezeichneten Markierungen und beginnen Sie, mit der Stichsäge konzentriert entlang der Linien zu sägen. Dieser Schnitt stellt die Grundform der Arbeitsplatte dar. Führen Sie die Stichsäge nicht zu schnell durch das Holz, sonst könnten Sie abrutschen oder schief sägen, aber bleiben Sie nicht jeden Zentimeter stehen. Je zielstrebiger Sie beim Zuschneiden mit der Stichsäge vorgehen, desto genauer wird das Endergebnis. Natürlich gilt das auch für Tischkreissägen.

4. Achten Sie zudem bei der Verwendung von Stichsägen darauf, dass diese aufgrund ihres Schlittens kleine Beschädigungen (Splitterschäden) erzeugen, die in das Material reißen können. Fixieren Sie die Schnittlinien mit einem Kreppband.

5. Testen Sie die Grundform der Platte einmal in der Küche. Ist sie schief, zu lang oder zu breit? Dann sägen oder schleifen Sie diese zurecht.

6. Nun werden die Aussparungen zugeschnitten. Dafür nutzen Sie nicht sofort die Stichsäge, sondern den Holzbohrer. Bohren Sie in alle Ecken der Aussparungen ein Loch. Dieses ermöglicht es Ihnen, die Stichsäge frei in die notwendigen Richtungen zu bewegen, was den Schnitt ungemein erleichtert.

7. Anschließend sägen Sie entlang der Aussparungslinien, bis die notwendigen Löcher in der Arbeitsplatte vorhanden sind.

Arbeitsplatte zuschneiden

Hinweis: Man kann die Schnitte auch mit einer Tauchsäge setzen – durch die Führungsschiene werden diese dann auf jeden Fall akkurat.

Arbeitsplatte zuschneiden

8. Nun geht es ans Abdichten der Aussparungen, genauer deren Schnittkanten. Damit diese nicht zu viel Feuchtigkeit abbekommen, was sie unweigerlich aufquellen lassen würde, müssen diese behandelt werden.

9. Bearbeiten Sie die Aussparungen gründlich mit dem Schleifpapier. Sorgen Sie dafür, dass die Schnittkanten glatt sind, damit diese effektiv abgedichtet werden können.

10. Versiegeln Sie nun die Schnittkanten entweder mit Kellergrund, Silikon oder einem Isolierband. Falls Sie sich für Silikon entschieden haben, müssen Sie eine Auspresspistole verwenden und durch diese den Stoff gleichmäßig auf den Kanten verteilen. Füllen Sie das Küchen-Silikon dafür in die Auspresspistole und betätigen Sie den Mechanismus, der das Silikon herauspresst.

Arbeitsplatte imrpägnieren

11. Leichter geht es mit den Isolierbändern, da Sie diese nur geklebt werden müssen. Vor allem für Kanten lässt sich Dichtungsband äußerst gut verwenden, da es viel Zeit spart und problemlos angebracht werden kann.

12. Sichtbare Kanten, wie zum Beispiel die Außenkante, die von der Wand absteht, sollten Sie ebenfalls mit Sandpapier glatt schleifen und anschließend mit Kantenumleimer behandeln. Dieser wird entweder aufgebügelt oder geklebt. Dieser schützt das Holz vor Feuchtigkeit und somit vor dem Aufquellen, vor allem im Bereich des Spülbeckens. Zudem werden Abreibungen und Splitter verhindert.

13. Nun sollten Sie die Platte noch einmal vor der Montage überprüfen. Wenn alles sitzt und nicht spannt, können Sie die Montage vornehmen.

Arbeitsplatte zuschneiden

Tipp: Wenn Sie sich für eine Arbeitsplatte entschieden haben, die über eine Dekorkante verfügt, sollten Sie diese Seite nicht zuschneiden. Wenn Sie hier sägen, geht Ihnen das Dekor flöten.

Eckverbindungen zuschneiden

Eckverbindungen bei Küchen mit einer L-Zeile werden auf unterschiedliche Weisen vorbereitet und je nach Material und Kostenaufwand bieten sich einige Methoden besser als die andere an:

1. Verbindungsprofil: ein Verbindungsprofil ist ein Verbindungsstück aus Metall oder Plastik, das den Zwischenraum zwischen zwei rechteckigen Arbeitsplatten überbrücken soll, die zusammen ein L bilden. Dieses wird einfach zwischen die zwei Platten geschoben und verhindert den Eintritt von Feuchtigkeit, Schmutz und Speiseresten.

2. Gehrung 45°: Sie können eine ansprechende Eckverbindung durch den Gehrungsschnitt mit 45° ermöglichen. Dafür werden die Seiten der zwei Arbeitsplatten, die zur Ecke zeigen, in einem Winkel von 45° geschnitten und anschließend verbunden.

3. Eckstück: durch ein separates Eckstück lassen sich zwei Arbeitsplatten einfach und effektiv verbinden.

4. Plattenschnitt: der Plattenschnitt verlangt fachliches Geschick und sollte vom Fachmann übernommen werden. Bei diesem werden kleine Verbindungsstücke und Aussparungen direkt in das Holz geschnitten, durch die die Arbeitsplatten miteinander verbunden werden können.

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