Die sogenannte Serviettentechnik ist seit einigen Jahren DER neue Trend im Kreativ- und Bastelbereich. Im Grunde genommen bedeutet sie nichts anderes als alte Gegenstände zu neuen optischen Highlights umzugestalten. Alles, was Sie dafür brauchen, sind die oberste Zellstoffschicht einer hübschen Serviette sowie mehrere (günstige) Hilfsmittel wie Schere und Klebstoff. Im Nu erhalten Holz- und Glasaccessoires ein vollkommen frisches Design und werden zu Blickfängen in Ihren Räumlichkeiten. Wir erklären Ihnen, wie die Serviettentechnik funktioniert!


Sie ist simpel, macht Spaß und bietet unzählige Möglichkeiten: die Serviettentechnik, ein kreatives Hobby mit Sinn(lichkeit). Ob schlichte Holz- oder einfache Glasgegenstände, jedes aus diesen Materialien gefertigte Produkt lässt sich mit einer schicken Serviette ungemein aufwerten. Was die Farben und Muster betrifft, sind kaum Grenzen gesetzt. Dank der schier endlosen Auswahl erwerbbarer Servietten finden sicherlich auch Sie Ihre Wunschmotive, um Holz- oder Glasoberflächen elegant, verspielt, romantisch oder passend zur aktuellen Jahreszeit umzugestalten. In jedem Fall entstehen durch die Serviettentechnik einzigartige Schmuckstücke, die Ihr Zuhause aufpeppen oder als individuelle Geschenke anderen Menschen eine Menge Freude bereiten. Unser ausführlicher DIY-Ratgeber liefert Ihnen eine allgemeine Anleitung zur Serviettentechnik, die Sie auf den verschiedensten Oberflächen anwenden können. Zudem versorgen wir Sie mit nützlichen Tipps zur Anwendung der Methode auf Holz und Glas.

Anleitung zur Serviettentechnik

Das brauchen Sie:

  • Gegenstand, der mittels Serviettentechnik verziert werden soll
  • Papierservietten mit dem gewünschten Motiv, Ornament oder sonstigen Muster
  • speziellen Serviettenkleber oder selbstgemachten Serviettenkleber
  • Borstenpinsel (je kleiner die zu bearbeitenden Flächen sind, desto feiner sollten die Borsten ausfallen)
  • Schere
  • Stift
  • Maßband
  • eine helle Acrylfarbe und einen weiteren Pinsel zum Grundieren des (dunklen) Gegenstandes (optional)
  • Dekorationselemente wie Glassteinchen, Streuglitter und Ähnliches zum Verzieren

Servietten für Serviettentechnik

Tipp: Falls Sie keinen geeigneten Holz- oder Glasgegenstand zuhause haben, die Serviettentechnik aber dennoch ausprobieren möchten, schauen Sie sich am besten in einem gut sortierten Bastelladen (online oder vor Ort) um. Dort stehen Ihnen gemeinhin verschiedene Produkte zur Verfügung, die genau für diesen Zweck vorgesehen sind. Zudem erhalten Sie in einem solchen Geschäft auch den zwingend benötigten Serviettenkleber sowie Acrylfarbe, Borstenpinsel und diverse Dekorationselemente.

So gehen Sie vor:

1. Schritt: Übertragen Sie die Kontur des Holz- oder Glasgegenstandes auf die Serviette!

Die Serviette soll präzise und faltenfrei auf den zu bearbeitenden Gegenstand aufgebracht werden. Dies gelingt am einfachsten, wenn das Serviettenstück schon vor seinem eigentlichen Einsatz ungefähr die richtige Größe hat.

a) Kleiner Gegenstand: Legen Sie das Utensil auf die Rückseite der Serviette. Nehmen Sie dann den Kugelschreiber zur Hand und übertragen Sie die Kontur des Accessoires auf die Serviette. Kalkulieren Sie an den Rändern jeweils ein bisschen mehr Spielraum mit ein. Schneiden Sie das Serviettenstück anschließend mithilfe einer spitzen Schere entlang der aufgezeichneten Linie aus.

Maße auf Serviette übertragen

b) Großer Gegenstand: Schätzen oder messen Sie mithilfe eines Maßbandes ab, wie groß die Serviettenstücke sein müssen, um den Gegenstand wie gewünscht abzudecken. Planen Sie wiederum etwas Zugabe an den Seiten mit ein. Schneiden Sie die Serviettenstücke aus.

Hinweis: Bei nicht planen Gegenständen wie etwa einem Holzkästchen müssen Sie selbstverständlich auch die Seitenflächen einbeziehen.

2. Schritt: Lösen Sie die oberste Serviettenschicht von den beiden unteren Schichten ab!

Vom ausgeschnittenen Serviettenstück lösen Sie nun vorsichtig die oberste, farbig bedruckte Schicht ab. Mit dieser arbeiten Sie weiter. Die beiden unteren Schichten können Sie hingegen wegwerfen. Sie werden nicht mehr benötigt.

Schichten der Serviette

3. Schritt: Grundieren Sie den zu verzierenden Gegenstand mit heller Acrylfarbe und Pinsel!

Dieser Schritt ist optional beziehungsweise nur bei Bedarf durchzuführen. Haben Sie es mit einem dunkleren Gegenstand zu tun, sollten Sie die Oberfläche des Accessoires mit heller Acrylfarbe vorbereiten. Ansonsten kann es passieren, dass das Motiv oder Muster der Serviette auf dem Utensil nicht mehr richtig zur Geltung kommt. Einige Tipps zu diesem Arbeitsschritt:

Weiße Grundierung vor der Serviettentechnik

  • Je heller die Serviette ist, die Sie verwenden möchten, desto mehr scheint die zur Vorbereitung des Gegenstandes genutzte Acrylfarbe durch. Das heißt, Sie sollten den Farbton der Grundierung sorgfältig auswählen: Weist die Serviette weiße Flächen auf, die später immer noch in dieser Couleur strahlen sollen, empfiehlt es sich, weiße Acrylfarbe aufzutragen. Präsentiert sich die Serviette hingegen in einer beigen Nuance, können Sie als Grundierungsfarbe einen ähnlichen Ton wählen, um ein harmonisches Ergebnis zu erzielen. Vorsicht: Eine zu dunkle Grundierung kann insbesondere bei gemusterten Servietten dazu führen, dass das Motiv später kaum noch erkennbar ist. Nehmen Sie sich also ein wenig Zeit, um genau abzuwägen, welche Tönung am besten passt.
  • Bemalen Sie die Oberfläche mit Pinsel und heller Acrylfarbe. Lassen Sie das Ganze anschließend gut trocknen, ehe Sie zum nächsten Schritt übergehen.

Serviettentechnik auf Pappe

4. Schritt: Bringen Sie den Serviettenkleber großzügig auf die zu verzierende Fläche auf!

Nehmen Sie den Serviettenkleber und den Borstenpinsel zur Hand. Pinseln Sie die zu verzierende Fläche großzügig und gleichmäßig mit dem Klebstoff ein. Lassen Sie ihn kurz antrocknen – aber nicht zu sehr!

Serviettentechnik auf Glas - das Auftragen

Tipp: Damit später saubere Kanten entstehen, sollten Sie die Oberfläche stets bis ganz an den Rand einpinseln.

5. Schritt: Kleben Sie das vorgeschnittene Serviettenstück behutsam auf den Gegenstand!

Serviette auf Glasflasche auftragen

Ist die Serviette erst einmal platziert, lässt sich an ihrer Position kaum noch etwas ändern, ohne sie dabei zu beschädigen. Achten Sie also darauf, die Serviette von Anfang an in Ihrer Wunschrichtung aufzulegen. Berücksichtigen Sie gegebenenfalls Symmetrien im Muster. Sobald Sie die Serviette auf den Gegenstand aufgelegt haben, müssen Sie sie vorsichtig mit Ihren Fingern andrücken. Beginnen Sie dabei in der Mitte der Serviette und tasten Sie sich langsam, aber gleichmäßig an die Ränder. Auf dem Weg von der Mitte hin zu den Randgebieten der Serviette begegnen Ihnen wahrscheinlich mehrere Blasen. Diese sollten Sie einfach behutsam zum Rand hin ausstreichen. Kurzum: Arbeiten Sie von der Mitte zum Rand, das ist die optimale Vorgehensweise, die Ihnen ein schönes Ergebnis beschert.

Tipp: Wenn die Serviette noch nicht richtig sitzt, sollten Sie nicht zu viele Korrekturversuche unternehmen. Im feuchten Zustand passiert es nämlich schnell, dass sich Risse und Löcher in der Serviette bilden. Dies gilt es zu vermeiden, ansonsten ist Ihr Kunstwerk zerstört.

6. Schritt: Lassen Sie Ihr Werk vorübergehend stehen und den Kleber vollständig durchtrocknen!

An dieser Stelle können Sie sich anderen Tätigkeiten widmen. Denn sobald die Serviette wie gewünscht auf dem Gegenstand klebt, sollten Sie Ihr kleines Kunstwerk vorerst nicht mehr berühren. Der Serviettenkleber muss vollständig durchgetrocknet sein, ehe Sie sich dem nächsten Schritt zuwenden. Andernfalls besteht wiederum das Risiko, dass Risse und Löcher oder auch unschöne Wellen in der Serviette entstehen.

Tipp: Sorgen Sie sich nicht, falls noch Blasen zu sehen sind. Diese Stellen können Sie später noch relativ problemlos beheben.

7. Schritt: Lackieren Sie nun die Serviette selbst mit Serviettenkleber und Borstenpinsel!

Nachdem der Kleber ganz durchgetrocknet ist, tragen Sie gleich die nächste Schicht auf – diesmal jedoch direkt auf die Serviette. Nehmen Sie dazu erneut den Serviettenkleber und den Borstenpinsel zur Hand. Verteilen Sie den Klebstoff über das komplette Motiv. Kleine Luftblasen können Sie mit dem Pinsel ein wenig betupfen – so verschwinden sie meist. Der feuchte Kleber hat noch einen weiteren Einsatzzweck: Wenn Sie wollen, können Sie auf die Serviette nun noch das eine oder andere dekorative Element aufkleben, etwa Glitzersteinchen oder Streuglitter.

Tipp: Bei dieser zweiten Schicht ist es besonders wichtig, dass Sie den Kleber wirklich bis ganz an den Rand auftragen. Nur so verhindern Sie, dass Letzterer später „ausfranst“.

8. Schritt: Korrigieren Sie die Kanten mit zusätzlichem Kleber und/oder der Schere!

Ist auch die zweite Schicht des Serviettenklebers getrocknet, können Sie die überstehenden Serviettenstücke am Rand vorsichtig mit einer scharfen Schere abschneiden. Fertig!

Serviettentechnik auf Glas

Hinweis: Vielleicht entdecken Sie trotz aller konzentriert durchgeführten Maßnahmen immer noch Stellen, an denen Kleber fehlt. Häufig passiert dies um Ecken und Kanten herum. Dann sollten Sie lieber noch einmal ein bisschen Klebstoff auftragen und warten, bis dieser getrocknet ist, ehe Sie die überstehenden Ränder entfernen. Nur so erhalten Sie ein Kunstwerk mit sauber verarbeiteten Kanten.

Tipps zur Serviettentechnik auf Glas

  • Mit der Serviettentechnik können Sie verschiedenste Gläser wundervoll verzieren. Wie wäre es beispielsweise mit einem edel dekorierten Windlicht für romantische Stunden zu zweit? Tolle Ideen sind auch mit Blumenmustern geschmückte Glasvasen oder mit Fruchtmotiven versehene Glasteller. Letztere machen als Obstschalen eine exzellente Figur.
  • Wenden Sie die Serviettentechnik nach der oben beschriebenen Anleitung auf der Außenseite des Glases an. Eine Grundierung ist nicht erforderlich. Allerdings sollten Sie die Glasoberfläche vor allen anderen Schritten gründlich reinigen, um sie von Fetten und sonstigen Rückständen zu befreien. Auf diese Weise erwirken Sie ein akkurates Resultat. Und: Wenn Sie noch nicht geübt sind, schneiden Sie die Serviette(n) vorab in schmale Streifen, um Rundungen und Krümmungen ohne Faltenbildung bearbeiten zu können.

Tipps zur Serviettentechnik auf Holz

  • Eine Holzkiste in ein schönes buntes Tablett verwandeln, einen herkömmlichen Holzstuhl mit bunten Motiven versehen oder ein hölzernes Schmuckkästchen umdekorieren: Dank der simplen Serviettentechnik lassen sich verschiedenste Holzgegenstände stilvoll aufpeppen.

Serviettentechnik auf Holz

  • Wenden Sie die Serviettentechnik nach der oben beschriebenen Anleitung an. Ganz zu Beginn sollten Sie das Holzprodukt mit Schleifpapier anschleifen, um kleine Unebenheiten auszugleichen und die Oberfläche ein wenig anzurauen. Danach den Schleifstaub und Schmutz vom Holzkonstrukt entfernen. Um eine Verfälschung des Serviettenmotivs zu vermeiden, ist es ratsam, einen koloristisch passenden Acryllack als Grundierung zu verwenden. Bei Schritt 4 kann es sein, dass Sie zwei Schichten des Serviettenklebers auftragen müssen, ehe Sie die Serviettenstücke aufkleben. Dies ist vor allem bei unbehandelten Holzoberflächen notwendig. Zum Schluss können Sie das gesamte Holzobjekt noch mit Klarlack besprühen, um das Dekorationsaccessoire dauerhaft zu schützen.

Serviettentechnik auf Holz anwenden

Sonstige Empfehlungen

+ Kosten- und Zeitaufwand halten sich beim kreativen Arbeiten mit der Serviettentechnik in Grenzen. Planen Sie pro Stück etwa 5 bis 15 Euro (je nachdem, ob Sie bereits Materialien zuhause haben) und etwa 20 Minuten Nettoarbeitszeit ein.

+ Sie brauchen sich nicht auf ein spezielles Serviettenmuster zu beschränken. Verwenden Sie ruhig unterschiedliche Ausführungen für ein und dasselbe Objekt, um ein kunterbuntes Kunstwerk zu kreieren.

+ Die Serviettentechnik fungiert als Upcycling der besonderen Art: Alte Gegenstände, die schon einige Zeit in Ihrem Keller oder Abstellraum vor sich hin „rosten“, können aufgepeppt und wiederverwendet werden.

+ Dank der einfachen Schritte eignet sich die Serviettentechnik nicht nur für Jugendliche und Erwachsene, sondern auch größere Kids ab dem Grundschulalter. Das Basteln nach dieser Methode ist damit auch eine tolle Beschäftigung beim Kindergeburtstag oder Ähnlichem.

+ Die Serviettentechnik funktioniert auf Holz- und Glasgegenständen, aber auch bei Keramik-, Ton-, Wachs- oder Stoffaccessoires.

Serviettenkleber selber machen

Wer das Geld für den oftmals teuren Serviettenlack und –Kleber sparen möchte, sollte dies einmal ausprobieren. Mit wenigen Mitteln können Sie Serviettenkleber selber machen und dabei Geld sparen.

Sie benötigen:

  • Tapetenkleister
  • Holzleim
  • altes Gefäß, alten Löffel und verschließbare Dose

Zu Beginn rühren Sie eine Tasse Tapetenkleister an – beachten Sie dafür die angegebenen Mengenverhältnisse auf der Verpackung. Diese Masse füllen Sie im Anschluss in die verschließbare Dose.

Selbstgemachter Serviettenkleber

Nehmen Sie nun eine halbe Tasse Holzleim und geben Sie diesen zum Tapetenkleister hinzu. Rühren Sie alles ordentlich um. Die Tasse sollte schnellstmöglich gereinigt werden.
Fertig ist der DIY-Serviettenkleber!

Tipp: Der Kleber kann nun für die Serviettentechnik auf Glas, Ton, Plastik oder Holz verwendet werden. Objekte, die erhitzt werden, wie Kerzen oder Porzellan, sollten eher mit dem Spezialkleber bearbeitet werden.

Tipps für Schnellleser:

  • mit Serviette und Kleber Holz- und Glasobjekte dekorieren
  • Kosten: pro Stück zwischen 5 und 15 Euro
  • Zeitaufwand: circa 20 Minuten Nettoarbeitszeit
  • Serviette und Untergrund (Reinigung, Grundierung) vorbereiten
  • Serviettenkleber auf Untergrund auftragen
  • Serviette aufkleben und von der Mitte zum Rand festdrücken
  • trocknen lassen und zweite Kleberschicht auf Serviette auftragen
  • eventuell mit Glitzersteinchen oder Streuglitter verzieren
  • Serviettenkleber selbst machen, um zu sparen
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Feli
Hallo Bastelfreunde, mein Name ist Feli. Mit talu.de habe ich eine Möglichkeit gefunden, meine Kreativität auszuleben und gleichzeitig originelle Ideen zu entdecken. Besonders freue ich mich darauf, diese mit Euch zu teilen. Neben der Textbearbeitung beschäftige ich mich vor allem mit der Bildbearbeitung und Dokumentation verschiedenster Themen und Anleitungen. Die Vielseitigkeit, die in talu.de steckt, gibt uns die Chance, gemeinsam einen Ort für kreative Ideen zu gestalten.

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