Alte Autobatterie entsorgen – Was kostet es? Gibt’s Pfand zurück?

Autobatterie entsorgen

Gefährlich aber wertvoll – Eine Batterie für ein Fahrzeug hat immer nur eine begrenzte Lebensdauer. Durch moderne Materialien wird diese zwar immer weiter ausgedehnt. Grundsätzlich ist im Laufe eines Autolebens mit zwei bis drei neuen Batterien zu rechnen. Da Fahrzeugbatterien gefährliche Inhaltsstoffe wie Blei oder Schwefelsäure enthalten, müssen sie professionell entsorgt werden. Die Gesetzgebung hat dazu ein Pfandsystem eingerichtet, welche den umweltgerechten Austausch unterstützen soll. Wir informieren Sie hier darüber, wie Sie eine alte Autobatterie entsorgen.

Motorräder, Autos und LKW mit Verbrennungsmotor haben sogenannte „Bleibatterien“. Diese dienen dazu, während der Fahrt den von der Lichtmaschine produzierten Strom zu speichern und beim Starten des Autos den Anlasser zu versorgen. Außerdem dienen sie als Spannungspuffer, damit auch bei unterschiedlichen Drehzahlen der Lichtmaschine immer die richtige Voltzahl bei den jeweiligen Verbrauchern ankommt. Schließlich versorgt sie die Bordelektronik eines Autos auch bei stehendem Motor: Licht, Blinker, Radio, Innenbeleuchtung werden durch die Batterie einige Stunden in Betrieb gehalten, auch wenn der Motor aus ist.

Aufbau der Batterie

Eine Batterie bzw. Bleiakku in einem Fahrzeug besteht aus:

  • einem Gehäuse aus Kunststoff
  • mehreren Kammern
  • Bleiplatten
  • Säure
  • ggf. Schraubverschlüssen
  • zwei Polen

Aufbau einer Autobatterie

Das säurefeste Gehäuse aus Kunststoff hält in der Regel zuverlässig über die ganze Lebensdauer der Batterie hinweg die Säure in ihrem Innern. Nur bei Unfällen kann es springen oder reißen. Ansonsten sind die Hersteller in diesem Punkt inzwischen sehr zuverlässig.

Die Kammern geben an, wie hoch die Spannung ist, welche eine Batterie anbieten kann. Dabei gilt immer: Pro Kammer werden zwei Volt Spannung bereitgestellt. Eine Mopedbatterie mit drei Kammern hat entsprechend 6 Volt, eine Autobatterie mit 6 Kammern hat immer eine 12 Volt Spannung und LKW-Batterien sind in der Regel mit 12 Kammern ausgestattet, die entsprechend 24 Volt abgeben können. Allerdings sind die 12 Volt Spannung nur ein theoretischer und etwas veralteter Wert. Heute beträgt die normale Nennspannung einer Batterie immer 14.4 Volt.

Der elektrische Strom kommt durch den sogenannten „Elektrolyseprozess“ in die Batterie. Dabei fließt von der Lichtmaschine Strom über die Pole in die Bleiplatten und die Säure. Die Säure wird mit freien Elektronen aufgeladen, die jederzeit wieder abgerufen werden können. Damit die Batterie nicht „überlädt“ ist die Lichtmaschine mit einem Regler ausgestattet, welcher den Ladevorgang stoppt, wenn die Nennspannung der Batterie erreicht ist.

Mögliche Beschädigungen

Batterie können, außer durch Gewalteinwirkung, durch vier Ursachen Beschädigungen erleiden:

  • Überalterung
  • Tiefenentladung
  • Kurzschluss
  • Austrocknung

Der permanente Be- und Entladeprozess bildet im Innern der Batterie sogenannte „Bleikristalle“. Diese sitzen locker auf den Bleiplatten und können mit der Zeit in den Boden der Batterie hinab sinken. Wenn die Schicht aus Bleikristallen so weit angewachsen ist, dass sie die Platten erreicht, dann wird die Zelle kurzgeschlossen. Die Batterie ist dann in der Regel unbrauchbar.

Die Tiefenentladung tritt dann ein, wenn die Batterie mehrere Monate nicht aufgeladen wird. Das kann vor allem bei eingelagerten Fahrzeugen schnell passieren. Eine kalte Außentemperatur begünstigt die Tiefenentladung zusätzlich. Dabei darf man sich aber nicht täuschen lassen: Eine Batterie gilt bereits als beschädigt und tiefenentladen, wenn die Nennspannung unter 11.8 Volt gefallen ist!

Auto mit Schnee

Eine weitere Ursache für die Tiefenentladung ist, wenn Verbraucher bei stehendem Motor so lange betrieben werden, bis die Batterie zu sehr entladen ist. Früher war dies häufig mit der Fahrzeugbeleuchtung der Fall. Eine tiefenentladene Batterie ist heute aber nicht mehr unbedingt unrettbar verloren. Die Industrie bietet seit einigen Jahren Ladegeräte, mit denen tiefenentladene Batterien repariert werden können. Die Reparierbarkeit ist hier noch in einem engen Rahmen, ein Versuch lohnt sich jedoch in jedem Fall. Alle gut sortierten KFZ-Werkstätten, vor allem die von den bekannten Ketten, bieten diesen Service für wenig Geld an.

Ein Kurzschluss zwischen den Polen ist an sich sehr ungewöhnlich, kann aber beim Hantieren mit Werkzeug bei geöffneter Haube leicht passieren. Fällt beispielsweise ein Schraubenschlüssel unglücklich zwischen die Pole, kann es zu einem Kurzschluss kommen. In der Regel quittiert dies die Batterie mit einem Knall und der Schlüssel fliegt weg. Jedoch kann die Batterie davon Schaden genommen haben, der irreparabel ist. Bleibt der Kurzschluss zu lange geschaltet, besteht Brand- und Explosionsgefahr! Aus diesem Grund muss der Pluspol der Batterie immer abgedeckt sein.

Eine Batterie benötigt immer ein gewisses Level an gelöster Säure. Bei älteren und teilweise noch sehr billigen Batterien heute muss der Säurestand immer noch regelmäßig überprüft werden. Die meisten neuen Batterien sind heute jedoch wartungsfrei. Falls der Säurestand aufgefüllt werden soll, verwenden Sie dazu ausschließlich destilliertes Wasser. Nach dem Auffüllen und Aufladen ist die Batterie im Fall einer Austrocknung meistens wieder instand gesetzt.

Autobatterie austauschen

Eine Batterie auszutauschen ist eigentlich ganz einfach. Die Akkus sind mit einer Haltevorrichtung an ihrem Platz fest verschraubt. Zunächst werden aber die Verschraubungen an den Polen gelöst. Dann die Arretierung lösen, bis die Batterie entnommen werden kann. Alle Batterien verfügen heute über einen einklappbaren Henkel, welcher das Entnehmen erheblich erleichtert. Beim heraus Heben der Batterie achten Sie unbedingt darauf, sie nicht mit der Kleidung in Berührung zu bringen. Es ist immer sehr wahrscheinlich, dass die Batterie etwas Säure ausgeschwitzt hat. Dies ist zwar für den Körper ungefährlich, nach der nächsten Wäsche können aber Löcher in der Kleidung eingefressen sein.

Die Batterie wird idealerweise in eine stabile Transportbox mit Tragegriff abgelegt. Wenn eine solche Box nicht zu Verfügung, kann eine Plastiktüte den Transport wesentlich sicherer machen. Sie wird in den Kofferraum abgestellt und mit Spanngurten gegen Umfallen gesichert.

Bevor die neue Batterie eingebaut wird, sollten einige Dinge kontrolliert werden. Diese sind

  • Bodenblech der Batteriehalterung
  • Massekabel

Das Bodenblech von der Batteriehalterung kann stark verrostet sein. Es ist dringend empfohlen, diesen Rost zunächst durch Abschleifen, Grundieren und Sprühlackieren wieder zu versiegeln, sonst bröselt das Blech früher oder später ganz weg.

Das Massekabel ist das schwarze Kabel, welches mit der Karosserie verbindet. Es wird komplett ausgebaut. Anschließend säubern Sie mit einer Drahtbürste und Schmirgelpapier beide Enden des Kabels bis auf das blanke Blech ab. Ebenso verfahren Sie mit der Kontaktstelle an der Karosserie. Gewinde und Kontaktblech wird bis auf das Blech abgeschliffen, bevor das Massekabel wieder montiert wird. Nach dem Anschrauben des Massekabels wird die Stelle noch mit Batterie-Polfett versiegelt. Sie haben durch diese Maßnahme wirkungsvoll einen sogenannten „Massefehler“ verhindert. Dieser kann im schlimmsten Fall schädlich für die Bordelektronik sein. Meistens äußern sich diese Fehler durch nervige Fehler: Beim Blinken wechseln Bremslicht und Blinker sich ab, merkwürdige Geräusche treten auf oder das Radio lässt sich nicht bedienen.

Massekabel
Massekabel

Nun setzen Sie die neue Batterie ein. Zunächst verschrauben Sie den Akku mit der Arretierung. Erst anschließend setzen Sie die Anschlüsse an die Pole. Rein technisch sollten Sie diese nicht verwechseln können. Der Pluspol ist rot und mit einem + markiert, der Minuspol ist schwarz und mit einem – markiert. Entsprechend kommt das rote Kabel an den Pluspol und das schwarze Massekabel an den Minuspol.

Extrem wichtig ist es nun, dass Sie die vorgesehene Abdeckung der Pole wieder montieren. Diese wird mit der Batterie mit geliefert und betrifft mindestens den roten Pluspol. Wenn Sie bei einer allgemeinen Fahrzeugkontrolle mit einer fehlenden Abdeckung am Pluspol erwischt werden, kostet Sie dies 90 Euro Strafe und zwei Punkte im Zentral-Verkehrsregister. Wenn zusätzlich die Batterie nicht ordnungsgemäß fest verschraubt ist, wird die Strafe nochmals teurer.

SondermüllAlte Batterie ensorgen

Die alte Batterie ist kein Hausmüll und kein Sperrmüll, sondern muss professionell entsorgt werden. Das können Sie selbst erledigen, indem Sie den Akku zu einem Wertstoffhof fahren. Sie erhalten dort mindestens eine Quittung, meistens aber auch ein paar Euro für die Wertstoffe. Eine Batterie enthält einige Kilogramm Blei, welches sich wie jedes andere Metall, problemlos und beliebig oft wieder verwenden lässt.

BatteriepfandSie können aber auch zu jeder Verkaufsstelle gehen, bei der Autobatterien gekauft werden. In der Regel haben Sie vor dem Ausbau der alten Batterie eine neue gekauft. Dabei wird Ihnen auf der Quittung der Posten „Batteriepfand“ in Höhe von 7,50 Euro aufgefallen sein. Bringen Sie nach dem Austausch die alte Batterie einfach zusammen mit der Quittung dorthin, wo Sie den neuen Akku gekauft haben, und Sie bekommen Ihre 7,50 Euro zurück. Beim Kauf einer neuen Batterie können Sie auch die Quittung vom Wertstoffhof einreichen. Das Pfand wird Ihnen dann nicht berechnet.

Rechtlicher Rahmen zur Batterierücknahme

Wertstoffhöfe und Verkaufsstellen von Neuakkus sind zur Rücknahme von Altbatterien verpflichtet. Die passende Rechtsprechung heißt „Batteriegesetz“ und besagt in ihrem Paragraph 10, dass die Verkäufer, welche Fahrzeugbatterien an die Endnutzer verkaufen zur Erhebung des Pfandes in Höhe von 7,50 Euro verpflichtet sind, welches Sie bei der Rücknahme des alten Akkus zurück geben.

Rein rechtlich haben die Verkaufsstellen jedoch die Möglichkeit, nur die Batterien anzunehmen, welche sie auch selbst verkaufen. Vertreibt ein Supermarkt beispielsweise Autobatterien, muss er rein rechtlich weder Motorrad- noch LKW-Batterien annehmen. Meistens sind die Verkaufsstellen in diesem Punkt aber kulant.

Die Annahme von Batterien muss an Verkaufsstellen jedoch in „Haushaltsüblichen Mengen“ erfolgen. Hobby-Gebrauchtwagenhändler sollten deshalb stets wenigstens vor der Abgabe der Altbatterien die entsprechende Menge an Neubatterien im gleichen Geschäft gekauft haben. Wenn dies vorher mit dem Geschäft abgesprochen wird, schadet dies ebenfalls nicht. Mit einer angepassten, freundlichen Kommunikation kann an stets viel Ärger aus dem Weg gehen. Wertstoffhöfe nehmen jedoch Batterien in jeder beliebigen Menge an. Allerdings kann es ab einer gewissen Größenordnung auch kostenpflichtig werden, denn für Privatpersonen gilt auch bei den öffentlichen Annahmestellen die Maßgabe der haushaltsüblichen Menge. Auch hier sollte vor der Anlieferung eines großen Postens der Wertstoffhof informiert werden. Grob über den Daumen gepeilt, empfehlen wir diese Maßnahme ab der Abgabe von 10 Altbatterien.

Die Entsorgung der Altbatterien sollte zudem recht zügig erfolgen. Altbatterien sind Sondermüll, der nicht auf Privatgrundstücken gelagert werden darf.

Tipps für Schnellleser

  • Quittung von Neubatterien immer aufbewahren
  • Quittung vom Wertstoffhof beim Kauf einer neuen Batterie einreichen
  • Altbatterien nicht sammeln, sondern sofort zurückgeben
  • Batterien niemals kurzschließen
  • Vor dem Einbau der neuen Batterie, Massekabel reinigen und instand setzen
  • Vor dem Einbau der neuen Batterie, Bodenblech des Batteriekastens reinigen und instand setzen
  • Batterien mit höherer Ampere-zahl haben ein besseres Kaltstartverhalten
  • Bei tiefenentladenen Batterien vor dem Austausch einen Reparaturversuch in einer Fachwerkstatt durchführen
  • IMMER die Batterien wie vorgesehen fixieren und die Pole abdecken

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