ABS kleben – womit und wie? Wir zeigen die besten Kleber

ABS kleben

ABS, eigentlich Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymerisat, ist heutzutage einer der am häufigsten verwendeten Kunststoffe und kommt zum Beispiel im Modellbau, in zahlreichen Haushaltsprodukten, Legos und Computerhüllen zum Einsatz. Ebenso sind ABS-Kunststoffe aufgrund ihrer Eigenschaften ein wichtiger Bestandteil in der Fahrzeugindustrie. Die Kunststoffe sind zwar äußerst resistent und lassen sich nur schwer beschädigen, jedoch ist es kein leichtes Stück, ABS zu kleben.

Womit lässt sich ABS kleben? Viele Menschen stellen sich diese Frage, wenn die Kunststoffe brechen oder einzelne Teile miteinander verbunden werden sollen. Aufgrund der niederenergetischen Eigenschaften haften typische Klebstoffe nicht und daher ist es notwendig, andere Kleber zu verwenden, die sich hierfür nutzen lassen. Selbst wenn diese Kleber funktionieren sollten, ist eine Behandlung der Oberfläche häufig notwendig, damit das Mittel besser haftet und die Kunststoffe verbindet. Dabei steht Ihnen eine große Auswahl verschiedener Klebstoffe zur Verfügung, mit denen Sie problemlos ABS kleben können. Wer weiß, ein oder zwei von diesen haben Sie vielleicht schon zu Hause, was Kosten und Zeit sparen würde.

Die besten Kleber für ABS

Bevor Sie ABS kleben können, sollten Sie den passenden Kleber wählen. Hier stehen Ihnen mehrere Produkte zur Verfügung, die nach der passenden Oberflächenbehandlung problemlos angewandt werden können und sogar so starke Verbindungen ermöglichen, dass der Kunststoff nicht mehr gelöst werden kann. Die Klebstoffe sind:

1. Cyanacrylat-Sekundenkleber: klassische Sekundenkleber auf Cyanacrylat-Basis lassen sich ohne größere Probleme für kleine Flächen verwenden. Zum Beispiel können Sie damit Figuren für den Modellbau oder Gegenstände im Haushalt reparieren, wie einen kleinen Riss im Griff einer Teekanne. Besonders gut funktionieren sie mit Teilen aus Messing und Aluminium. Pro Flasche mit 20 Gramm werden etwa 3 Euro verlangt.

ABS kleben

2. Spezialkleber: mehrere Spezialkleber auf der Basis von Lösungsmitteln, die auf einen starken Halt ausgelegt sind, können ABS kleben und das sogar recht gut. Ein Beispiel hierfür ist der UHU HART Spezialkleber, der für einen Preis von etwa 4 Euro mit einer Menge von 35 Gramm pro Tube angeboten wird. Er bietet sich gut für große Flächen und sogar schwerere Teile an.

3. Montagekleber: Montagekleber, die für ABS und Polystyrol geeignet sind, haben eine äußerst hohe Klebkraft und sorgen für den nötigen Halt. Beispiele für solche Kleber sind der UHU allplast für einen ähnlichen Preis wie der UHU HART und Parabond 600 von DL Chemicals für einen Preis von 10 Euro. Diese sorgen sofort für den benötigten Effekt und verbinden effektiv die einzelnen Oberflächen miteinander. Ebenfalls gibt es von UHU Ultra Montagekleber, der für einen Preis von 5 Euro pro 100 Gramm angeboten wird und besonders stark klebt.

4. 2-Komponenten- Methacrylat – Klebstoff: diese Klebstoffe werden von zahlreichen Unternehmen angeboten und ein Beispiel ist der UHU plus multifest für 19 Euro pro 50 Milliliter. Diese sorgen aufgrund ihrer Beschaffenheit für die notwendige Kraft, die die Oberflächen miteinander verbindet. Schon nach 10 bis 15 Minuten ist die notwendige Festigkeit erreicht.

5. 2-Komponenten-Konstruktionsklebstoff (Epoxidharzbasis): diese ähneln der Funktion der 2-Komponenten- Methacrylat – Klebstoffe, nur sind sie noch effektiver als diese. Sie trocknen innerhalb von 3 bis 5 Minuten und sind äußerst belastbar. Angeboten werden solche Kleber von 3M unter der Bezeichnung Scotch-Weld für einen Preis von etwa 30 Euro pro 100 Milliliter.

Hitzebeständiger Kleber

6. 3M VHB Klebebänder: diese Klebebänder von dem US-amerikanischen Unternehmen 3M sind so konzipiert, dass Sie hochenergetische Werkstoffe miteinander verkleben können. Sie können durch diese Klebebänder entweder ABS-Kunststoffe mit ABS-Kunststoffen, Metallen oder anderen Kunststoffen verbinden. Das Beste: die Nutzung ist äußerst einfach, da die VHB Klebebänder ebenso einfach wie ein normales Klebeband aufgetragen werden. Das heißt, Sie können nicht aus Versehen zu viel Kleber benutzen, der an den Seiten herausgedrückt wird und zu Kleberückständen führen würde. Die Kosten für eine Rolle mit 3 Metern belaufen sich auf etwa 7 Euro.

ABS kleben: Anleitung

Nachdem Sie sich für einen Klebstoff entschieden haben, können Sie mit dem Kleben beginnen. Dafür benötigen Sie nur die folgenden Materialien:

  • Klebstoff
  • Sandpapier zum Anrauen
  • Lösungsmittel wie Aceton oder andere auf organischer Basis
  • Handschuhe

Nun behandeln Sie zuerst die Oberfläche

1. Schritt: Ziehen Sie sich die Handschuhe an und achten Sie darauf, dass der ABS-Kunststoff trocken ist. Falls das Material feucht ist, lassen Sie es solange trocknen, bis keine Feuchtigkeit mehr vorhanden ist.

2. Schritt: Nun rauen Sie die Oberflächen des Kunststoffs und der anderen Stoffe an, die miteinander verklebt werden sollen. Sie müssen hier nicht viel Kraft aufwenden, da selbst ein wenig anrauen die Oberfläche effektiv vorbereitet. Beachten Sie, dass Sie das Sandpapier immer nur in eine Richtung ziehen, um die Klebefläche dennoch eben zu halten. Dadurch kann der Kleber am Ende besser wirken. Falls Sie die ABS-Kunststoffe mit Metallen, anderen Kunststoffen oder Holz verkleben wollen, sollten Sie die Oberfläche ebenfalls anrauen.

Schleifpapier

3. Schritt: Nun wird entfettet. Hierfür nehmen Sie das Aceton oder ein anderes Lösungsmittel und tragen Sie ein wenig auf die angeraute Oberfläche auf. Passen Sie unbedingt darauf auf, nicht die unbearbeitete Oberfläche anzurauen, da diese sonst zu glatt werden können. Dieser Schritt wird ebenfalls bei Oberflächen aus anderen Kunststoffen, Holz und Metall verwendet.

Klebe-Anleitung

Nachdem das Lösungsmittel seine Aufgabe umgesetzt hat, können Sie die ABS-Werkstücke oder Platten kleben. Wichtig ist hier vor allem Genauigkeit, damit die Klebstoffmenge ausreicht aber nicht zu viel ist. Die folgende Anleitung hilft Ihnen dabei:

1. Schritt: Platzieren Sie die zu klebenden Teile vor sich. Betrachten Sie die Größe der zu klebenden Fläche und malen Sie sich im Kopf aus, wie viel Kleber Sie benötigen werden, damit so wenig Klebstoff wie möglich an den Seiten rauskommt.

2. Schritt: Nun verteilen Sie den Kleber in dünnen Bahnen auf einer der Oberflächen. Am besten eignet sich hierfür die leichtere der beiden, da diese sich in Bezug auf die Krafteinwirkung leichter regulieren lässt.

3. Schritt: Platzieren Sie die Oberflächen aufeinander und halten Sie diese still. Je weniger Bewegung der Klebstoff erleiden muss, desto schneller trocknet er. Bei Sekundenkleber sollten Sie etwas länger warten, da ABS-Kunststoff längere Trocknungszeiten wie Papier oder andere Materialien hat.

4. Schritt: Während der Trocknungszeit sollten Sie mit einem Lappen oder Küchenkrepp überschüssigen Kleber entfernen, solange dieser noch flüssig ist.

Tipp: im industriellen Bereich werden zur Oberflächenbehandlung der ABS-Kunststoffe häufig Methanol und Säurebäder aus Schwefelsäure verwendet. Wenn Sie selbst nicht fachmännische Kenntnisse über die Verwendung dieser Stoffe haben, sollten Sie von dieser Variante der Oberflächenbehandlung einen großen Bogen machen, da Sie sich schwer Verletzungen zuziehen können.

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