Sie haben in letzter Zeit bemerkt, dass der Abfluss in der Küche oder dem Badezimmer stinkt? Dann wird es Zeit schnell zu handeln. Ist der Geruch einmal entstanden, dann breitet er sich im Haus aus und wird zu einer echten Belästigung. Daher ist es wichtig, die Ursache für die Geruchsbildung zu entfernen und den Abfluss zu reinigen. Lesen Sie, welche Methoden Ihnen hierfür zur Verfügung stehen.

Gerüche bilden sich in Abflussrohren aus verschiedenen Gründen, wie beispielsweise durch eine Schmutzschicht, welche im Laufe der Zeit entsteht. Die enthaltenen Stoffe beginnen zu gären und zu faulen, wodurch es anfängt zu stinken. Die Gerüche steigen nach oben auf und entweichen dem Rohr. Sie verbreiten sich im gesamten Raum und schon bald in der ganzen Wohnung. Durch rechtzeitiges Handeln und eine regelmäßige Reinigung des Abflusses verhindern Sie die Bildung der Gase. Hierfür stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, von einfachen Hausmitteln bis hin zu Chemikalien oder der mechanischen Reinigung des Rohres.

Chemikalien einsetzen

Im Fachhandel werden zur Reinigung des Abflusses verschiedene chemische Mittel angeboten. Diese sind auf der einen Seite wirkungsvoll, allerdings auch aggressiv zum Material und müssen daher mit Vorsicht eingesetzt werden. Achten Sie genau auf die Anleitung und ergreifen Sie Sicherheitsmaßnahmen, wie beispielsweise ein geöffnetes Fenster für eventuelle Dämpfe.

Allgemeine Anleitung für Chemikalien:

Im Prinzip werden die Mittel in der angegebenen Menge in das Abflussrohr gegeben und können dort wirken. Oftmals wird sofort mit Wasser nachgespült und die Wirkung setzt relativ schnell ein.

Alternative Mittel

Die Wirkung von Salz

Ein einfaches Hausmittel ist die Verwendung von Salz. Alternativ können Sie auch eine hochkonzentrierte Salzlösung einsetzen.

Vorgehensweise:

  1. Nehmen Sie zwei Esslöffel Salz und füllen Sie dieses in den Abfluss.
  2. Lassen Sie das Salz rund 30 bis 60 Minuten lang einwirken.
  3. Spülen Sie mit kaltem Wasser nach. Der Abfluss sollte nun besser riechen.

Einfaches Salz ist in der Regel beim Waschbecken im Badezimmer oder bei der Dusche ausreichend. In der Küche kann es hingegen häufig zu hartnäckigeren Geruchsgründen kommen, sodass aggressivere Mittel notwendig sind.

Soda für den Küchenabfluss

Wenn Sie im Spülbecken Pfannen oder Teller abwaschen, dann befinden sich an diesen Rückstände von Fett. Es entwickeln sich hierbei besonders schnell unangenehme Gerüche, welche sich ohne Hilfsmittel nicht entfernen lassen. Hinzu kommt die Tatsache, dass sich durch das Fett Ablagerungen bilden, die das Rohr verstopfen können. Der Abfluss verschlechtert sich und die Geruchsbelästigung nimmt noch weiter zu. Geben Sie daher zwei Löffel Soda in das Abflussrohr, um gegen die hartnäckigen Verstopfungen vorzugehen. Arbeiten Sie dabei vorbeugend und reinigen Sie das Rohr regelmäßig. Wichtig ist, dass Sie das Soda ein wenig einwirken lassen und anschließend mit warmem Wasser nachspülen.

Backpulver und Essig

EssigTreffen Essig und Backpulver aufeinander, dann kommt es zu einer chemischen Reaktion, welche für die Reinigung vom Rohr genutzt werden kann. Haben Sie das Abflussrohr frei bekommen, dann haben Sie auch die Quelle für die Geruchsbildung beseitigt. Achten Sie dieser Methode auf einige Sicherheitsvorkehrungen. Sie können diese Vorgehensweise auch dann nutzen, wenn die Ablagerungen bereits den Wasserabfluss beeinträchtigt haben. Eine schnelle Reaktion verhindert in diesem Fall häufig den Einsatz eines Handwerkes und somit hohe Kosten.

Materialien:

Je nach Schweregrad:

  • 0,5 Liter bis 1 Liter Essig
  • 0,5 bis 1 Päckchen Backpulver

Vorgehensweise:

  1. In der Dusche können Sie vielfach den Zugang zum Abflussrohr leicht öffnen. Ist dies der Fall, dann vergrößern Sie die Öffnung soweit es geht. Ansonsten überspringen Sie diesen Punkt.
  1. Entfernen Sie sichtbare und leicht zugängliche Verunreinigungen wie beispielsweise Seifenrückstände.
  1. Geben Sie das Backpulver in das Abflussrohr.
  1. Schütten Sie den Essig in das Rohr. Es kommt nun zu einem Blubbern und Gurgeln, da die beiden Mittel miteinander reagieren. Dies ist ein gutes Zeichen. Sollte sich das Geräusch zu schnell einstellen, dann können Sie etwas warmes Wasser nachkippen, damit sich die Mischung optimal im Rohr verteilt und die richtigen Stellen erreicht.
  1. Lassen Sie die Mischung rund 30 Minuten einwirken und spülen Sie anschließend mit warmem Wasser gründlich nach.

Sicherheitsvorkehrungen:

  • Bedecken Sie die Öffnung vom Abflussrohr nicht, da es zu einer Gasbildung kommt und die Gase entweichen müssen.
  • Vermeiden Sie den Kontakt zur Mischung und atmen Sie die Essigdämpfe nach Möglichkeit nicht ein.
  • Öffnen Sie das Fenster in der Küche beziehungsweise im Badezimmer.

Essig oder Spülmittel verwenden
Die Mischung aus Backpulver und Essig ist sehr wirkungsvoll und sorgt für das Auflösen von Ablagerungen. Sind diese jedoch noch weich, dann reicht es oftmals aus, Essig alleine zu verwenden. Alternativ ist auch Spülmittel geeignet. Beide Utensilien sind schnell zur Hand und die Verwendung ist relativ unkompliziert. Daher ist diese Methode vor allem dann gut geeignet, wenn die Geruchsentwicklung leicht ist und gerade begonnen hat. Geben Sie hierfür rund 0,2 Liter Essig beziehungsweise Spülmittel in die Spüle, das Waschbecken oder die Dusche. Warten Sie einen kurzen Moment und spülen Sie mit ein wenig warmem Wasser nach. Die Einwirkzeit sollte nun mindestens 1 Stunde betragen, die Mittel können aber auch über Nacht im Rohr verbleiben. Nach dieser Zeit spülen Sie gründlich nach, sodass keine Reste verbleiben. Nun sollte der Geruch nachgelassen haben und der Wasserabfluss sollte sich verbessert haben.

Abflusspumpe

Im Fachhandel finden Sie verschiedene Utensilien, mit denen Sie den Wasserabfluss verbessern können. Eine Möglichkeit ist die Abflusspumpe. Diese ziehen Sie mit Wasser auf und setzen sie auf den Zugang zum Abflussrohr. Pumpen Sie nun das Wasser in das Rohr. Durch den entstehenden Druck können sich Ablagerungen lösen, der Wasserabfluss verbessert sich und der Abfluss stinkt nicht mehr.

Plastikflasche

In der Spüle, der Dusche oder dem Waschbecken können Sie Ablagerungen häufig auch mit einer Plastikflasche bekämpfen. Entstehen die Gerüche durch festsitzende und zu verfaulen beginnende Überreste Lebensmitteln, Haaren oder andere Objekten, dann können diese durch den Aufbau von Druck beseitigt werden. Entleeren Sie hierfür eine 0,5-Liter-Flasche oder eine 1-Liter-Flasche.flasche-1

Tipp: Das Plastik sollte sich gut zusammen drücken lassen. Hierbei bestehen auf Grund der Wandstärke Unterschiede zwischen einzelnen Flaschen.

Vorgehensweise:

  1. Schritt: Überprüfen Sie, ob die Öffnung der Plastikflasche den Zugang zum Abflussrohr abdeckt. Ist der Flaschenmund zu klein, dann schneiden Sie einen Teil vom Flaschenhals ab, sodass eine Deckung hergestellt wird.
  2. Schritt: Besitzt die Spüle beziehungsweise das Waschbecken einen Überlauf, dann verschließen Sie diesen mit einem feuchten Lappen. Dies ist wichtig, damit sich genügend Druck aufbauen kann.
  3. Schritt: Befüllen Sie die Flasche mit Wasser.
  4. Schritt: Pressen Sie die Plastikflasche auf den Abfluss und drücken Sie sie kräftig zusammen, sodass das Wasser in das Rohr gepresst wird. Lassen Sie nun nach und wiederholen Sie den Vorgang mehrmals. Der sich aufbauende Druck und Unterdruck bringt Bewegung in das System und Ablagerungen können sich lösen.

Pümpel

Wenn das Abflussrohr nicht nur stinkt, sondern auch zu einem schlechteren Wasserabfluss führt, dann ist ein Pümpel hilfreich. Dieser entfernt fest sitzende Fremdkörper. Hängen diese im Rohr fest, dann kommt es vielfach zu einer Geruchsbildung durch Verfaulen und Garen.

Tipp: Pümpel sind in verschiedenen Größen geeignet und sollten für die Spüle in der Küche beziehungsweise die Dusche und das Waschbecken im Badezimmer in einer kleinen Ausführung ausgewählt werden.

  1. Schritt: Entnehmen Sie ein eventuell vorhandenes Einsatzsieb sowie sichtbare Überreste von Seife.
  2. Schritt: Verschließen Sie den Überlauf mit einem feuchten Lappen.
  3. Schritt: Geben Sie circa eine Tasse warmes Wasser in den Zugang zum Abflussrohr.
  4. Schritt: Setzen Sie den Pümpel auf die Abflussöffnung, sodass diese gut verschlossen ist. Füllen Sie nun Wasser solange nach, bis der rote Kopf der Saugglocke bedeckt ist.
  5. Schritt: Bewegen Sie den Pümpel ruckartig nach unten und nach oben ohne ihn vom Abflussrohr zu lösen. Es entstehen Druck und Gegendruck, sodass sich die Ablagerungen lösen können. Wiederholen Sie die Auf- und Abbewegungen mehrmals hintereinander.

Warmes Wasser mit Seife

seifeBei einer leichten Geruchsbildung kann warmes Wasser mit Seife helfen. Erwärmen Sie hierfür rund einen Liter Wasser auf dem Herd und versetzen Sie die Flüssigkeit mit ein wenig Seife. Kippen Sie das Wasser nun langsam in den Abfluss.

Tipp: Achten Sie vor allem bei Keramik darauf, dass das Wasser nicht zu heiß ist, damit keine Schäden entstehen. Als Faustregel gilt, dass das Wasser ungefähr die Temperatur eines Tees haben sollte.

Siphon reinigen

Im Siphon kommt es zu einer Ansammlung von Rückständen, die unangenehme Gerüche erzeugen. Daher kann es notwendig sein, den Siphon zu reinigen. Sie müssen ihn hierfür abmontieren und mit einem Lappen beziehungsweise einer Drahtbürste säubern.

Benötigte Utensilien:

  • Drahtbürste oder Lappen
  • Spezialzange
  • Eimer
  • gegebenenfalls Ersatzdichtungen

Vorgehensweise:

  1. Stellen Sie den Eimer unter den Siphon. Dies ist notwendig, da sich im Siphon Wasser angesammelt hat. Durch den Eimer fangen Sie das Wasser auf.
  2. Schrauben Sie den Siphon mit der Zange ab. Er ist zum einen in der Nähe der Wand und zum anderen am Becken befestigt. Achten Sie hierbei auf die Dichtungen. Entnehmen Sie diese und bewahren Sie sie für später auf.
Siphon abschrauben
Siphon abschrauben

Tipp: Häufig sind die Dichtungen bereits beschädigt beziehungsweise erleiden beim Abschrauben Beschädigungen. Nutzen Sie daher die Gelegenheit und tauschen Sie sie gegen Ersatzdichtungen aus. Diese sind bereits zu geringen Kosten im Baumarkt erhältlich.

  1. Reinigen Sie den Siphon unter fließendem Wasser mit der Drahtbürste oder dem Lappen.
  2. Schrauben Sie den Siphon wieder an. Setzen Sie die neuen oder die alten Dichtungen dabei wieder ein.

Gebissreiniger

Gebissreiniger sind in Form von Tabletten erhältlich. Sie lösen hartnäckige Ablagerungen im Rohr auf und entfernen somit die Ursache für die Gerüche. Ihr Vorteil liegt darin, dass sie einfach in der Handhabung und sehr effektiv sind. Sie benötigen rund 3 bis 5 Tabletten und einen kleinen Stab.

Vorgehensweise:

  1. Entfernen Sie ein eventuell vorhandenes Einsatzsieb vom Abfluss sowie sichtbare Rückstände von Seife, Haaren oder Essensresten.
  2. Geben Sie die Tabletten in den Abfluss und zerbröseln Sie sie gegebenenfalls mit dem Stab. Sollten die Tabletten hierfür zu hart sein, dann können Sie ein wenig Wasser zum Aufweichen verwenden. Spülen Sie nun mit einem kleinen Schuss warmem Wasser nach, sodass die Tabletten in den Abfluss gelangen.
  3. Lassen Sie den Gebissreiniger rund 1 Stunde lang wirken. Es kommt hierbei zu einem leichten Aufschäumen und Blubbern, was normal ist. Spülen Sie anschließend gut nach.

Tipp: Achten Sie darauf, dass auch im Waschbecken, der Dusche oder der Spüle keine Rückstände des Gebissreinigers verbleiben, da dieser gesundheitsschädlich ist. Fassen Sie zudem die gelösten Tabletten nicht an und berühren Sie auch die trockenen Tabletten nicht mit feuchten Händen.

Vorbeugende Maßnahmen

Oftmals sind in der Dusche Haare und in der Spüle Essensreste für die Geruchsbildung verantwortlich. Um zu verhindern, dass die Fremdkörper in das Abflussrohr gelangen und dieses stinkt, verwenden Sie Siebeinsätze. Hierbei handelt es sich um Siebe, die passend für die Abflüsse erhältlich sind. Sie lassen sich leicht einsetzen, entnehmen und reinigen.

Tipps für Schnellleser:

  • Chemikalien einsetzen
  • warmes Wasser mit Seife
  • Essig und Backpulver in das Abflussrohr füllen
  • Pümpel bei beginnenden Verstopfungen einsetzen
  • Plastikflasche als Alternative zum Pümpel verwenden
  • Seife, Spülmittel oder Essig verwenden
  • Gebissreiniger einwirken lassen
  • Siphon abschrauben und reinigen
  • Salz zur Reinigung verwenden
  • Einsatzsiebe vorbeugend nutzen

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