Zum Inhalt springen
Start » Garten » Gestaltungsideen für Doppelstabmattenzäune – nach Wirkweisen gedacht

Gestaltungsideen für Doppelstabmattenzäune – nach Wirkweisen gedacht

Doppelstabmattenzaun mit Rosen

Ein Doppelstabmattenzaun ist zunächst einmal ein funktionales Bauteil: Er grenzt ab, schützt und ist langlebig. Gestalterisch wird er dann spannend, wenn man nicht „irgendwas dran macht“, sondern sich vorab überlegt, welche Wirkung man erzielen will – mehr Privatsphäre, mehr Grün, mehr Atmosphäre oder mehr Nachhaltigkeit. Im Folgenden sind die Ideen deshalb nach Wirkweisen gegliedert, mit konkreten Umsetzungsdetails statt Allgemeinplätzen.

Doppelstabmattenzäune allgemein: Basis, auf der man gut aufbauen kann

Doppelstabmattenzäune sind beliebt, weil sie stabil, modular und relativ wartungsarm sind. Man kann Felder austauschen, ergänzen und sehr viele Zubehörteile (Klemmen, Pfostenkappen, Sichtschutz, Rankhilfen) nutzen – ideal, wenn man den Zaun über Jahre weiterentwickeln will. Wer sauber plant, startet mit den korrekten Abständen, Höhen und Drahtstärken; ein guter Einstieg ist die Übersicht zu Doppelstabmattenzaun Maße, damit man spätere Anbauten (z. B. Sichtschutzstreifen oder Rankelemente) ohne Improvisation montieren kann.

Talu Video-Tipp

1. Sichtschutz-Wirkung: Privatheit, Windberuhigung, Ruhe

Sichtschutz ist nicht gleich Sichtschutz. Man kann ihn komplett blickdicht, halbtransparent oder zoniert (nur an bestimmten Stellen) lösen. Gute Ergebnisse entstehen, wenn man dabei Windlast, Geräusche und Licht mitdenkt.

Sichtschutzstreifen: schnell, ordentlich, gut kalkulierbar

Wirkung: sofortiger Sichtschutz, klare Linien, modernes Bild.

So setzt man es nutzerfreundlich um:

  • Materialwahl: PVC (preiswert), PP/PE (oft UV-stabiler), WPC (wertiger Look, meist steifer).
  • Wind beachten: Je dichter, desto mehr Winddruck. In sturmigen Lagen besser:
    • teilweise einfädeln (z. B. jede zweite Matte) oder
    • halbtransparente Streifen wählen.
  • Befestigung: Klemmschienen/Clips an den Enden verhindern „Flattern“.
  • Optik-Tipp: Streifen nicht überall gleich – man kann z. B. Sitzplätze blickdicht, Durchgangszonen offener gestalten.

Mini-Check (vor dem Kauf):

  • Zaunhöhe und Mattenlänge
  • Drahtabstand (bestimmt Streifenbreite)
  • UV-Beständigkeit/Temperaturbereich
  • Farbton (anthrazit wirkt ruhig, grau moderner, grün verschwindet im Blattwerk)

Natürliche Sichtschutzmatten: warm, aber pflege- und alterungsabhängig

Wirkung: natürlicher, weicher Look.

Schilfzaun

Geeignet sind z. B. Bambus-, Schilf- oder Weidenmatten. Damit es nicht nach einer Saison „fertig“ aussieht:

  • Matten mit Abstand zum Boden montieren (Spritzwasser reduziert Haltbarkeit).
  • Edelstahl- oder UV-beständige Kabelbinder verwenden.
  • Bei starkem Regen/Schatten: lieber robustere Materialien (Schilf kann schneller altern).

Zonierter Sichtschutz: dort dicht, wo man ihn wirklich braucht

Statt den gesamten Zaun zu schließen, kann man Wirkung gezielt setzen:

  • Blickachsen: Nachbarfenster, Terrasse, Whirlpool, Essplatz
  • Zonenbildung: Sitzbereich blickdicht, Gartenbereich luftig
  • Höhenstaffelung: unten dichter (Privatsphäre), oben offener (Licht)

Praxisbeispiel (schnell umsetzbar):

  • 6–8 m im Terrassenbereich blickdicht (Streifen/WPC)
  • 4–6 m als „grüne Zone“ (Kletterpflanzen)
  • Rest nur akzentuiert (Deko/Licht)

2. Begrünungs-Wirkung: lebendige Optik, Mikroklima, Struktur

Begrünung kann man entweder am Zaun hochführen oder davor schichten. Die wichtigste Entscheidung ist: Will man schnelles Grün (dafür mehr Schnitt) oder langsam wachsende, dauerhafte Struktur (dafür Geduld)?

Kletterpflanzen direkt am Zaun: vertikale Fläche nutzen

Wirkung: natürliche Weichzeichnung, saisonale Dynamik, bessere Gartenakustik.

Typische Optionen (Auswahl nach Standort):

Sonnig bis halbschattig:

  • Kletterrose: dekorativ, braucht Anbindung und Schnitt
  • Clematis: viele Sorten, teils empfindlicher (Standort und Schnittgruppe beachten)
  • Wilder Wein: extrem schnell, kann sehr dicht werden (Schnitt einplanen)

Schattig bis halbschattig:

  • Efeu: immergrün, dicht; benötigt Kontrolle, damit es nicht in angrenzende Bereiche kriecht
  • Kletterhortensie: langsam, dafür edel; braucht Zeit und Feuchtigkeit
Efeupflanze am Zaun

Man sollte dabei beachten:

  • Abstand zum Zaun: 20–40 cm Pflanzabstand erleichtert Pflege und verhindert Staunässe direkt am Pfosten.
  • Wurzelraum: Nicht in schmalen Schotterstreifen „quetschen“. Lieber einen Pflanzstreifen anlegen.
  • Bewässerung: Bei dichtem Bewuchs trocknet der Boden am Zaun schneller aus (Regen kommt schlechter durch).

Pflege-Quickguide:

  • 1.–2. Jahr: regelmäßig wässern, Triebe führen, leichte Düngung
  • Ab Jahr 3: 1–2 stärkere Schnitttermine/Jahr (je nach Art)

Pflanzkübel und Hochbeete am Zaun: flexibel und sehr kontrollierbar

Wirkung: ordentlich, modular, ideal für Mietgärten oder wenn im Boden zu wenig Platz ist.

So wirkt es nicht „Topfreihen-Optik“:

  • Kübel in Gruppen statt in Linie (3er- oder 5er-Cluster)
  • Höhen mixen: hohe Gräser + mittlere Sträucher + Hängepflanzen
  • Wiederholung: 2–3 Pflanzenarten wiederholen, statt alles zu mischen
Pflanzkübel am Doppelstabmattenzaun

Bewährte Kübel-Kombis:

  • Gräser (z. B. Lampenputzergras) + Lavendel + hängender Thymian (sonnig)
  • Farn + Funkie + Efeu (schattig)
  • Bambus im Kübel (Sichtschutz schnell, aber Wasserbedarf beachten)

Spalierobst am Zaun: Nutzwert plus Gestaltung

Wirkung: strukturierte „Gartenarchitektur“ und Ernte.

Man kann Apfel, Birne oder Pflaume als Spalier führen, wenn:

  • ausreichend Sonne vorhanden ist,
  • man 1–2 Schnitttermine pro Jahr einplant,
  • man die Triebe sauber anbindet (Bambusstäbe, Spanndrähte).

3. Deko- und Atmosphären-Wirkung: Licht, Rhythmus, Saison

Deko funktioniert am Zaun am besten, wenn sie wiederholbar ist (Rhythmus) und nicht überall gleichzeitig „ruft“.

Licht am Zaun: Atmosphäre und Orientierung

Wirkung: Garten wirkt abends größer und hochwertiger.

Zaun mit Lichterkette

Praktische Lichtideen:

  • Solar-Wandleuchten an Pfosten: schnell, ohne Verkabelung
  • Lichterketten entlang der oberen Kante: warm und gleichmäßig (auf UV- und Wetterschutz achten)
  • Boden-Spots im Pflanzstreifen: setzen Kletterpflanzen und Gräser in Szene

Planungstipp: Man sollte Licht nicht nur „hell“ denken, sondern als Akzent: lieber wenige, gut platzierte Lichtpunkte als viele kleine.

Dekoelemente, die nicht „unruhig“ wirken

Wirkung: Charakter ohne Überladung.

Geeignete Elemente:

  • Rankgitter-Module als „Fenster“ im Sichtschutz (optische Auflockerung)
  • Wetterfeste Bilder/Metallobjekte in Serien (z. B. 3 gleiche Formate)
  • Hängende Kräuterleisten im Bereich der Outdoor-Küche (praktisch + dekorativ)

Regel, die fast immer funktioniert: Pro 2–3 Meter Zaun maximal ein dominantes Element – ansonsten wirkt es schnell wie ein Baumarkt-Showroom.

Saisonale Deko ohne Aufwand: Steck- und Wechselpunkte

Statt jedes Jahr neu zu überlegen, kann man „Wechselpunkte“ definieren:

  • 2 Pfosten mit Haken (Frühling: Kränze, Sommer: Laternen, Herbst: Trockenblumen, Winter: Lichter)
  • 1–2 Körbe/Kübel als saisonale Bühne (z. B. Zierkohl, Kürbis, Tannengrün)

4. Nachhaltigkeits-Wirkung: langlebig, ressourcenschonend, biodivers

Nachhaltigkeit am Zaun ist weniger ein einzelnes Produkt als eine Summe aus Entscheidungen: Material, Lebensdauer, Pflegeaufwand, Biodiversität.

Langlebigkeit als Nachhaltigkeitshebel

Wirkung: weniger Austausch, weniger Müll, dauerhaft gutes Bild.

Man kann das unterstützen durch:

  • UV-stabile Sichtschutzmaterialien (verhindert Versprödung)
  • rostarme Befestiger (Edelstahl/qualitative Klemmen)
  • Abstand zum Boden (Spritzwasser/Schmutz reduzieren Alterung)

Regenwasser nutzen und Pflege reduzieren

Wirkung: weniger Gießaufwand, stabilere Pflanzen.

Praktische Maßnahmen:

  • Mulch im Pflanzstreifen (reduziert Verdunstung)
  • Tropfschlauch entlang der Zaunbepflanzung (gezielt, effizient)
  • Sickerstreifen statt komplett versiegelter Rand: Wasser kann versickern
Metallzaun mit Kies

Biodiversität: „Zaun als Lebensraumkante“

Wirkung: mehr Insekten, Vögel, natürlicher Garten.

Elemente mit hohem Nutzen:

  • heimische Blühpflanzen im Zaunstreifen (lange Blütezeiten planen)
  • Insektenhotel an einem sonnigen, regengeschützten Abschnitt
  • Vogeltränke in Zaunnähe (aber nicht direkt im dichten Sichtschutz, damit Vögel Übersicht behalten)

Pflanzprinzip, das man sich merken kann:

Ein Mix aus Früh- und Spätblühern plus Strukturpflanzen (Gräser/Sträucher) sorgt dafür, dass der Zaunbereich nicht nur im Juni gut aussieht.

5. Kombinierte Gestaltungskonzepte: drei „Rezepte“, die zuverlässig funktionieren

Konzept A: „Urban Clean“ (minimalistisch, pflegeleicht)

  • Sichtschutzstreifen in einheitlicher Farbe
  • 2–3 große Kübel mit Gräsern als Akzent
  • Dezente Pfostenleuchten
  • 1 Metallobjekt als Blickfang (max. alle 3–4 m)

Konzept B: „Grüne Wand“ (maximal Begrünung)

  • Kletterpflanzen im Wechsel (z. B. Clematis + Kletterrose)
  • Bewässerung per Tropfschlauch
  • Sichtschutz nur zoniert (Terrasse), der Rest lebt vom Grün
  • Mulchstreifen gegen Austrocknung

Konzept C: „Naturgarten-Kante“ (biodivers, weich, lebendig)

  • Sichtschutz nur teilweise (z. B. 50–70 % Fläche)
  • Davor Staudenband aus heimischen Arten
  • Totholz- oder Steinbereich als Struktur
  • Insektenhotel + kleine Lichtakzente statt großflächiger Beleuchtung

6. Material- und Werkzeugliste, die man typischerweise braucht

Für Sichtschutz (Streifen/Matten):

  • Sichtschutzstreifen oder Matten
  • Endklemmen/Clips bzw. Befestigungsleisten
  • UV-beständige Kabelbinder (nur als Ergänzung)
  • Schere/Cutter, Maßband, Handschuhe

Für Begrünung:

  • Pflanzsubstrat (standortgerecht), Kompostanteil je nach Pflanze
  • Rankbinder/Anbindedraht (weich ummantelt)
  • Mulch (Rinde, Holzfaser, mineralisch – je nach Stil)
  • Tropfschlauch + Zeitschaltuhr (optional, aber sehr hilfreich)

Für Deko/Licht:

  • Außenhaken/Schraubhaken (rostarm)
  • Solarleuchten oder Außenkabel (je nach Lösung)
  • Wetterfeste Befestigung (Klemmen statt „irgendwo dran“)

7. Pflege- und Kontrollplan: damit es dauerhaft gut aussieht (ohne Dauerarbeit)

Monatlich (in der Saison):

  • Sichtschutz prüfen: Clips fest, keine Scheuerstellen, keine Verformung
  • Kletterpflanzen führen: Triebe dort anbinden, wo man Dichte will
  • Gießcheck bei Kübeln: besonders in Hitzephasen
Pflanzenschnitt

2× pro Jahr:

  • Rückschnitt je nach Pflanzenart
  • Dünger/Kompostgabe (maßvoll)
  • Licht/Leuchten reinigen (mehr Helligkeit, weniger „Funzel“-Effekt)

Nach Sturmereignissen:

  • Windlast-Schäden vermeiden: lockere Teile sofort fixieren
  • Bei sehr dichtem Sichtschutz prüfen, ob Teilbereiche geöffnet werden sollten
Scroll Up