Van zum Camper selber ausbauen: der große Kosten-Überblick

Van zum Camper selber ausbauen

Sie wollen einen Van zum Camper ausbauen, sind sich aber nicht sicher über die Kosten? Keine Sorge. Mit unserem Kosten-Überblick wissen Sie ganz genau, wie sich der Umbau finanziell auf Ihren Geldbeutel auswirken wird. Bestimmte Faktoren wirken sich dabei stärker auf die Umbaukosten als andere aus. Über den Überblick können Sie zudem planen, auf welche Features problemlos verzichtet werden können.

Mit einem Camper oder Wohnmobil ist die Freiheit im Urlaub oder als Alternative zum Wohnsitz gegeben. Falls Sie sich kein Wohnmobil oder einen Wohnwagen kaufen wollen, können Sie natürlich einen Van zum Camper ausbauen. Da bei diesem Projekt der Kastenwagen dauerhaft verändert wird, muss mit entsprechenden Kosten gerechnet werden. Wie teuer der Ausbau ist, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, die die endgültige Summe heben oder senken. Der größte Vorteil: Die einzelnen Kostenpunkte können problemlos aufeinander abgestimmt werden. Dadurch muss nicht mehr als das eigene Budget ausgegeben werden. In diesem Artikel erhalten Sie einen ausführlichen Kosten-Überblick für den Ausbau.

Van zum Camper ausbauen

Umbau: Kosten zu Beginn

Ein häufig übersehener Punkt im Kosten-Überblick für den Ausbau eines Vans zum eigenen Camper ist das Fahrzeug. Der für das Projekt ausgewählte Van verursacht den größten Teil der Anfangskosten, wenn Sie nicht ein verfügbares Modell ausbauen wollen. Der Preis für den Transporter ist dabei stark von einer Vielzahl von Faktoren abhängig, damit der fertige Camper bewohnbar ist und nicht unter dem Gewicht der Einrichtung und dauerhaften Beladung beschädigt wird:

1. Gesamtgewicht: Für einen Camper sollten Sie ein größeres Modell in Betracht ziehen. Empfehlenswert sind Vans mit einem zulässigen Gesamtgewicht zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen (Führerscheinklasse C1). Fahrzeuge unter 3,5 Tonnen gehen ebenfalls, nur müssen Sie dann die Einrichtung entsprechend anpassen.

2. Form: Idealerweise nutzen Sie einen Van, der sich nach oben hin nicht verengt. Diese Form stiehlt Ihnen Raum, der bspw. für Möbel oder eine Duschkabine genutzt werden kann. Ein klassischer Kastenwagen ist deshalb besser geeignet.

Van

3. Antrieb: Sind Sie häufig in schwierigem Terrain oder in kälteren Gefilden unterwegs, bietet sich ein 4×4-Antrieb an. Trotz des erhöhten Gesamtgewichts kommt das Fahrzeug dadurch besser vom Fleck.

Weiterhin sollten Sie auf das Jahr der Erstzulassung und den Kilometerstand achten. Idealerweise sollte es sich nicht um ein äußerst altes Fahrzeug handeln, das nicht mehr lange durchhalten wird. 10 bis 15 Jahre alte Vans mit einem Kilometerstand um die 100.000 bis 200.000 Kilometer sind bspw. ideal. Die Kosten können je nach Angebot zwischen 5.000 und 20.000 Euro liegen. Teurere Modelle sind natürlich ebenfalls erhältlich, wenn Sie einen Van zum Camper ausbauen wollen.

Hinweis: Falls Sie einen gebrauchten Van extra für den Camper-Ausbau erwerben, achten Sie unbedingt auf den Zustand des Fahrzeugs. Notwendige Reparaturen oder Instandhaltungsmaßnahmen wie eine Rostentfernung können die Gesamtkosten deutlich in die Höhe treiben.

Dämmung

Zu den wichtigsten Komponenten beim Ausbau des Vans gehört die Dämmung. Normale Fahrzeuge sind zwar witterungsbeständig, aber nicht wie ein Wohnmobil gedämmt. Ohne die Dämmung geht Heizenergie verloren, was weder nachhaltig noch kostengünstig ist. Aus diesem Grund müssen Sie das Fahrzeug ausreichend isolieren. Hervorragend für diesen Zweck bieten sich fertige Dämmstoffe wie Armaflex oder Alubutyl-Produkte an, die zugleich vor Tauwasser im Camper schützen und sich untereinander kombiniere lassen. Preise pro Quadratmeter können sein:

  • Alubutyl-Dämmmatte: 15 bis 20 Euro
  • Armaflex: etwa 10 Euro

Die Gesamtkosten werden über die zu isolierende Fläche ermittelt. Falls es sich nicht um selbstklebende Matten handelt, benötigen Sie Klebstoffe wie Silkaflex, die für etwa 40 bis 50 Euro 1 l-Dose erhältlich sind. Falls Styrodur oder ein anderer Dämmmaterial benötigt wird, zahlen Sie 4 bis 6 Euro pro Quadratmeter abhängig von der Dicke.

Verkleidung und Boden

Sobald das Auto isoliert wurde, müssen die Wände, das Dach und der Boden ausgestattet werden. Dafür sind entsprechende Verkleidungen und Bodenbeläge notwendig, die nicht nur visuell überzeugen. Durch die Verkleidung ist es erst möglich, die gewünschte Einrichtung zu platzieren, da Sie diese nicht auf der Dämmung fixieren können. Dafür kommen am häufigsten OSB-Platten zum Einsatz, da sie mehrere Vorteile haben:

  • günstig
  • leicht
  • einfach zu verarbeiten

Van ausmessen

Empfehlenswert sind sie vor allem für den Boden. Pro Quadratmeter müssen Sie mit 5 bis 15 Euro abhängig von der Stärke rechnen. Für die Wände sind dagegen glatte Sperrholzplatten, bspw. aus Pappel, geeignet. Sie sind einfacher zu streichen, lackieren oder tapezieren, wenn Sie Ihren Van zum Camper ausbauen wollen. Preise reichen abhängig vom Material pro Quadratmeter zwischen 15 und 50 Euro. Als Bodenbelag wird PVC empfohlen. Er ist leicht zu reinigen, problemlos zu verlegen und lässt sich schnell reparieren. Da er in zahlreichen Designs erhältlich ist, kann der Camper nach Belieben angepasst werden. Kosten pro Quadratmeter wie folgt:

  • PVC-Boden zum Klicken: 10 bis 20 Euro
  • PVC-Boden zum Kleben: 10 bis 30 Euro
  • stark belastbare PVC-Böden: 30 bis 100 Euro

Wichtig: Fenster

Damit Sie einen Van zum Camper ausbauen und anschließend als SO-KFZ Wohnmobil umtragen zu lassen, ist mindestens ein Fenster im Wohnraum erforderlich. Falls Ihr Van nicht bereits über Fenster verfügt, müssen Sie nachhelfen. Diese Position darf im Kosten-Überblick nicht fehlen. Je nach ausgewähltem Fenster müssen Sie mit den folgenden Kosten rechnen:

  • Dachfenster: 120 bis 250 Euro
  • Seitenfenster: 200 bis 800 Euro (stark größenabhängig)

Van zum Camper ausbauen

Die Werkzeuge und Utensilien sind stark vom Aufwand abhängig und belaufen sich auf etwa 50 bis 100 Euro. Dazu gehören bspw. Dichtstoffe für Wohnmobile.

Strom und Heizung

Die Strom- und Wärmeerzeugung im Camper ist essentiell, um über einen längeren Zeitraum im umgebauten Van leben zu können. Da Ihnen verschiedene Möglichkeiten dafür zur Verfügung stehen, ist ein Kosten-Überblick umso wichtiger, wenn Sie Ihren Van zum Camper ausbauen wollen. Die populärsten Möglichkeiten zur Stromerzeugung im Camper sind die folgenden inkl. dem möglichen Preisrahmen:

  • Solaranlage (Komplettset): 300 bis 1.600 Euro
  • Generatoren (mit Brennstoff betrieben): 300 bis 1.000 Euro

Über diese werden Batterien aufgeladen, die Ihren Camper mit Strom versorgen. Die Versorgungsbatterien, z. B. Bleisäureakkus, kosten zwischen 200 und 1.500 Euro abhängig von der Kapazität. Meist reichen 115 Ah- bis 230 Ah-Modelle aus. Für die Heizung stehen Ihnen 5 Varianten zur Verfügung, die unterschiedlich viel inkl. des Zubehörs kosten:

  • Gasheizung: 100 bis 3.000 Euro
  • Elektroheizung: 40 bis 400 Euro
  • Mini-Holzofen: 150 bis 300 Euro
  • Benzinheizung: 100 bis 500 Euro
  • Dieselheizung: 100 bis 150 Euro

Der endgültige Preis ist abhängig von der benötigten Heizleistung.

Wasser: Verfügbarkeit und Nutzung

Natürlich darf die Wasserversorgung im fertigen Camper nicht fehlen. Je nach Größe des Fahrzeugs können größere Mengen Nutzwasser gelagert werden, wofür die entsprechenden Umbauten notwendig sind. Abhängig vom Verwendungszweck müssen Kosten für entsprechende Sanitäranlagen wie eine Duschzelle einkalkuliert werden. Für die grundlegende Wasserversorgung kommen im Durchschnitt die folgenden Kosten auf Sie zu:

  • Frischwassertank (60 l): 50 bis 120 Euro
  • Abwassertank (60 l): 50 bis 120 Euro
  • Warmwasserboiler (230 V): 40 bis 80 Euro pro l Volumen
  • 12 V-Druckwasserpumpe: 80 bis 200 Euro

Matratze im Van

Für weitere Utensilien wie Schläuche, Sicherheitsventile und verschiedene Führungen oder Filter müssen Sie je nach Ausstattung mit Kosten von 100 bis 300 Euro rechnen. Waschbecken sind ebenfalls abhängig vom Modell und bereits ab 30 Euro als Metallvariante erhältlich. Duschzellen für Camper müssen Sie meist selbst aus einer Duschwanne und weiteren Komponenten bauen. Hier starten die Kosten bei locker 100 Euro und können deutlich ansteigen. Duschzellen-Sets für 100 bis 200 Euro sind ebenfalls erhältlich.

Tipp: Dieses Investment in deine Freiheit kann dich schnell mehrere tausend Euro kosten. Bevor du also loslegst, empfehlen wir dir einen Test mit einem Mietfahrzeug z.B. einem geräumigen Kleinbus, den du ganz flexibel für eine Woche mietest. Natürlich in der Nebensaison von Oktober bis April. Dann erlebst du echtes Camperfeeling und profitierst von günstigen Mietkonditionen.

Einrichtung

Wenn Sie Ihren Van zum Camper ausbauen, ist die Einrichtung mit Küche und Bad (nur nach Bedarf) einer der Kostenpunkte mit den größten Schwankungen. Der Grund: Sie können den Camper nach Belieben gestalten, abhängig von Größe, Stil und Budget. Allein die verbauten Möbel, Gebrauchsgegenstände, Elektrogeräte und Dekorationen wirken sich bedeutend auf die Kosten aus. Damit die Umtragung funktioniert, sind die folgenden Einrichtungsgegenstände neben dem Fenster essentiell:

  • Schlafgelegenheit
  • Tisch mit Sitzgelegenheit
  • Kocheinheit

Van zum Camper ausbauen

Die Größe spielt keine Rolle, sollte aber auf die Anzahl der regelmäßigen Benutzer ausgelegt sein. Vorab: Da für den Ausbau keine Standardmöbel geboten werden, können Sie entweder Möbel an die Abmessungen und Formen des Vans anpassen oder selber aus Holz und anderen Materialien bauen. Idealerweise nutzen Sie ein robustes Holz und bauen die Einrichtung selbst. Pro Kubikmeter Fichtenholz müssen Sie bspw. zwischen 150 und 300 Euro zahlen, was wiederum für einen Schlafplatz oder den Teil der Kochnische vollkommen ausreicht. Optional nutzen Sie fertige Möbel, die Sie festschrauben. Es kommt hier wirklich stark drauf an, wie Sie Ihren Van zum Camper ausbauen wollen. Folgend ein kleiner Kosten-Überblick über beliebtesten Komponenten im Camper:

  • Kühlschrank oder Kühlbox: 150 bis 800 Euro
  • Campingtoilette: 50 bis 100 Euro
  • Lattenrost: 30 bis 200 Euro
  • Camping-Matratze: etwa 100 Euro

Das sind natürlich nicht alle Einrichtungsmöglichkeiten. Achten Sie bei der Einrichtung darauf, nicht das eigene Budget zu stark auszureizen. Weiterhin gehört zum Kosten-Überblick eine mögliche Drehkonsole über die der Fahrer und Beifahrer ihre Sitze nach Belieben drehen können. Somit werden mehr Sitzgelegenheiten geschaffen. Im Durchschnitt müssen Sie für eine Drehkonsole zwischen 100 und 300 Euro zahlen, abhängig vom Van-Modell und Hersteller.

Hinweis: Wenn Sie einen Dachgepäckträger auf dem Camper anbringen wollen, müssen Sie je nach Fahrzeugmodell und Verfügbarkeit mit 100 bis 500 Euro rechnen. Für die zusätzlichen Kosten haben Sie aber deutlich mehr Stauraum zur Verfügung.

Zulassung: Kosten

Euro-ZeichenNach dem Ausbau dürfen Sie nicht die Kosten für die Zulassung durch eine Prüfgesellschaft vergessen. Sie fragen sich warum? Wenn Sie Ihren Van zu einem Camper ausbauen, wird der Fahrzeugtyp verändert. Es handelt sich nun um ein Wohnmobil, unabhängig von der Größe. Aus diesem Grund müssen Sie bei einer Prüfgesellschaft wie dem TÜV oder DEKRA den neuen Camper überprüfen lassen, um anschließend eine Zulassung zu erhalten. Je nach Bundesland können die folgenden Kosten für die Umtragung auf Sie zukommen:

  • Umtragungsgebühr: 50 bis 100 Euro
  • Eintragung einer Drehkonsole: etwa 100 Euro
  • Hauptuntersuchung (max. 3,5 t): 35 bis 75 Euro
  • Hauptuntersuchung (3,5 t bis 7,5 t): 50 bis 100 Euro
  • Abgasuntersuchung (max. 3,5 t): 30 bis 50 Euro
  • Abgasuntersuchung (max. 3,5 t): 50 bis 80 Euro

Diese Preise können unterschiedlich ausfallen, je nachdem ob Ihr Camper die erforderlichen Richtlinien erfüllen und somit nur eine Prüfung notwendig ist. Weiterhin müssen Sie mit Gebühren für die Anpassung der Fahrzeugpapiere rechnen. Im Kosten-Überblick kommen dadurch weitere 20 bis 50 Euro auf Sie zu.

Materialien und Werkzeug

Die Kosten für Materialien wie Schrauben und Klebstoffe oder Geräte und Werkzeuge wie Akkubohrer und Sägen lassen sich nur schwer im Voraus ermitteln. Aus diesem Grund sind diese nicht im Kosten-Überblick enthalten. Je aufwendiger der Van ausgebaut wird, desto höher sind die Kosten für diese Positionen. Im Durchschnitt können Sie mit drei bis fünf Prozent der Gesamtkosten rechnen.

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