Damit der Rasen gesund ist und bleibt, muss allerhand dafür getan werden. So benötigt der Boden, auf welchem der Rasen gedeiht, regelmäßig Wasser und Nährstoffe. Viele Gartenbesitzer wässern zwar richtig, übertreiben es aber mit Düngen. Nach dem Motto „viel hilft viel“ wird verschiedenster Dünger ausgebracht. Ohne Bodenanalyse ist allerdings gar nicht feststellbar, welche Stoffe im Boden fehlen und welche womöglich viel zu viel darin enthalten sind. Es ist also sinnvoll, regelmäßig, alle 3 bis 5 Jahre und zu Beginn der Gartenanlegung, eine Bodenanalyse durchführen zu lassen. Dabei wird dann auch festgestellt, ob der Boden zu sauer ist. Dann sollte der Rasen gekalkt werden. Zu saurer Boden ist für Gräser eher ungünstig. Bei sandigen Böden beträgt der optimale pH-Wert etwa 5,5, bei lehmigen Böden um die 6,0.

NUR SAURE BÖDEN WERDEN GEKALKT!!!

pH-Wert bestimmen

Der Säuregehalt, also der pH-Wert kann auch selbst bestimmt werden, wenn man keine große Bodenanalyse möchte. Dafür reicht im Prinzip Indikatorpapier. Ein Analyse-Set, auch Test-Kit genannt, ist aber besser. Wichtig ist, mehrere Messungen an verschiedenen Stellen durchzuführen.
Die Test-Kits gibt es für etwa 5 Euro im Bau- und Gartenmarkt. Das Geld ist gut angelegt. Der Test ist einfach durchzuführen und zeigt die Ergebnisse recht genau an. Um eine Probe zu nehmen, wird ein 5 bis 20 cm tiefes Loch im Boden gegraben. Die Erde wird fein zerbröselt. Fremdkörper sind zu entfernen. Anschließend wird destilliertes Wasser in das Loch über die zerbröselte Erde gefüllt. Es muss ein Matsch entstehen. Dahinein wird der Pfeilstab des Test-Kits gesteckt. Schon nach etwa einer Minute kann der pH-Wert abgelesen werden.

  • pH-Wert von 7 : neutraler Boden
  • pH-Wert über 7: alkalischer Boden
  • pH-Wert unter 7: saurer Boden

Rasenkalk-1Tipp – Es gibt auch ohne Test verschiedene Faktoren, bei deren Auftreten man davon ausgehen kann, dass der Boden unter dem Rasen zu sauer oder eher im Gegenteil zu alkalisch ist. Findet sich viel Moos zwischen den Gräser, ist das ein deutliches Zeichen, dass gekalkt werden sollte. Wächst dagegen viel Klee zwischen den Gräserstängeln, ist der pH-Wert zu hoch und hier sollte keinesfalls gekalkt werden.

Kalksorten

Die Kalkdüngung reguliert den pH-Wert, puffert Bodensäuren ab, verbessert die Nährstoffverfügbarkeit und fördert das Bodenleben. Außerdem fördert Kalk die Bodenstrukturbildung. Kalk ist nicht Kalk, es gibt unterschiedliche Sorten. Der Calciumcarbonatwert unterscheidet sich.

Kohlesaurer Kalk – wird bei leichten Böden genutzt, also hauptsächlich bei sehr sandigen Substraten. Unterschiedliche Siebsortierungen – fein gemahlen – höchste Reaktivität, man spricht von einer eher milden Kalkung. Die Verbindung ist nicht sehr reaktionsfreudig. häufig für Rasenflächen genutzt, Überkalkung kann fast ausgeschlossen werden. Kohlesaurer Kalk steigert den pH-Wert genau dann, wenn es nötig ist. Er wirkt langsam, aber dafür nachhaltig.

Rasenkalk enthält meist 95% CaCo3 oder eine Mischung von Calciumcarbonat und Calciumoxid. Im zweiten Fall spricht man auch von Mischkalk. Branntkalk sollte dann möglichst wenig enthalten sein

Branntkalk – auch Ätzkalk genannt, wird ausschließlich bei sehr schweren Boden angewandt, also, bei sehr lehmhaltigem. Wird durch Brennung von kohlesaurem Kalk gewonnen. Branntkalk ist nicht gleich Branntkalk. Sie unterscheiden sich in der Konsistenz und im CaO-Wert, also Calciumoxid. Es gibt Weichbrannt-, Mittelbrannt- und Hartbranntkalk. Hat eine ätzende Wirkung, weshalb er besser nicht von Laien verwendet werden sollte, also nicht im Hausgarten.

  • Hüttenkalk, Thomaskalk, Konverterkalk – viel teurer als Calciumcarbonat, Abfallprodukt der Stahlindustrie, besser als Ergänzungsdüngung für Spezialkulturen, nicht für Rasen – schlicht übertrieben
  • Magnesiumkalk – gut für Rasen, wenn Magnesium fehlt
  • Algenkalk – aus Meeresalgen, teuer, als biologische Variante angeboten, aber Algenabbau im Meer ist auch nicht ohne Nebenwirkungen
  • Kalkstickstoff – Stickstoffdünger mit CaO, nicht für Rasen, da ätzend und aggressiv

Der beste Termin zum Kalken

Zum Zeitpunkt des Kalkens gibt es sehr unterschiedliche Ansichten. Das ist recht kompliziert, denn alle Erklärungen scheinen irgendwie logisch.Rasenkalk-2

1. Gekalkt wird im Frühjahr oder noch besser, im Herbst. Das hat den Vorteil, dass von der Ausbringung bis zur ersten Düngergabe im Frühjahr viel Zeit vergeht, die der Kalk nutzen kann, um Nährstoffe aus dem Boden zu lösen, welche dann den Pflanzen gleich zur wichtigsten Zeit zur Verfügung stehen. Wird Kalk zusammen mit Dünger ausgebracht, gehen viele Nährstoffe verloren, weil sie nicht gelöst werden. Die Pflanzen können sie nicht aufnehmen, sie werden ausgespült. Wird im Frühjahr gekalkt, muss mit dem ersten Düngen gewartet werden. Das erscheint logisch.

2. Zum Zeitpunkt der Schneeschmelze, allerdings möglichst bei noch gefrorenem Boden, bzw. wenn dieser gerade auftaut. In der schneereichen Zeit sorgen die sauren Niederschläge für eine stärkere Versauerung des Bodens. Der Boden ist durch den Frost wenig durchlässig und kann die sauren Niederschläge nicht ableiten. Die starke Konzentration führt zur Auflösung der Kalzium-Kittsubstanzen zwischen den Bodenteilchen. Ein Strukturzerfall ist die Folge. Eine Kalkzufuhr kann das beheben. Problematisch ist dies allerdings in Wintern, wie den letzten. Da gab es, außer im Gebirge, kaum einen richtigen Winter, mit viel Schnee und gefrorenem Boden. Wann ist dann der richtige Zeitpunkt?

3. Besonders bei schweren Böden nach der Bodenbelüftung oder dem Vertikutieren – zusammen mit Kalk sollte auch Sand ausgebracht werden. Die Oberfläche ist einmal geöffnet und so können beide Stoffe gut in den Rasengrund eingearbeitet werden. Damit ist ein direkter Zugang in die Bodenstruktur gegeben, die Gabe hat eine Auswirkung auf das gesamte Bodenleben und die Krümelstruktur. Das erscheint absolut logisch.

Wie viel Kalk pro Quadratmeter?

Prinzipiell sollte man sich auf die Packungsanleitung verlassen und diese bei den Mengenangaben befolgen. Unterschieden wird allerdings zwischen Gesundkalkung und Erhaltungskalkung. Für die Gesundkalkung wird mehr Kalk benötigt und es ist ein radikaler Eingriff ins Bodenleben. 400 bis 500 g/m² auf einmal sind wirklich viel. Eine Überlegung wert ist vielleicht, die Menge auf zwei oder gar drei Jahre zu verteilen. Bei der Ertragskalkung ist es dann so, dass diese nur alle drei Jahre durchgeführt wird. Genutzt werden etwa 60 bis 80 g/m². Generell wird bei leichtem Boden und gleichem pH-Wert weniger Kalk benötigt, als bei mittelschweren und schweren Böden.

Anleitung zum Rasen kalken

Nachdem durch einen Test festgestellt wurde, dass der pH-Wert zu niedrig ist, kann gekalkt werden. Da der Kalk sehr staubig, pulverig ist, sollte man sich selbst gut schützen. Handschuhe, langärmlige Kleidung und alte Schuhe sind Standard. Kalk kann bei direktem Hautkontakt die Gesundheit gefährden!!! Es sollte nicht bei Wind gekalkt werden, denn dann wird das feine Pulver weggeblasen, bzw. man selbst bekommt eine Menge davon ab. Wer empfindlich ist, kann einen Mundschutz tragen. Es reicht, sich ein Tuch vor Mund und Nase zu binden.

Rasenkalk-3Wichtig ist, dass der Kalk möglichst gleichmäßig aufgebracht wird. Hilfreich ist dafür ein Streuwagen. Bei kleinen Flächen kann der Kalk auch mit der Hand ausgebracht werden. Anschließend den Kalk mit der Harke oberflächlich in den Boden einarbeiten, er verklebt oder verkrustet, wenn er feucht wird, damit besteht die Gefahr, dass er sich ungleichmäßig im Boden verteilt

Es gibt Pflanzen, die mit Kalk nicht zurechtkommen. Wachsen diese in unmittelbarer Nachbarschaft zum Rasen, muss dort speziell aufgepasst werden, dass der Kalk nicht in diese Beete oder Zonen gerät. Besonders betroffen sind Moorbeetpflanzen und einige Koniferenarten.

Tipp – Kleinkinder und Haustiere einige Zeit vom Rasen fernhalten. Haustiere lecken sich die Pfoten ab und auch Kinder stecken die Finger gern in den Mund. Beide können empfindlich auf den Kalk reagieren.

Warum ist der Boden zu sauer?

Mit Kalken kann man nicht alle Probleme lösen. Wichtig ist zu wissen, was der Ursprung für einen sauren Boden ist. Die Ursache muss abgestellt werden.

  • Verdichteter Boden und demzufolge länger anhaltende Staunässe – Aufbesserung des Bodens notwendig oder evtl. eine Drainage
  • Schattige Rasenfläche – Rasen kann nicht schnell und nicht gänzlich trocknen – schwieriger Fall – besser Bodendecker pflanzen
  • Zu viel Stickstoff im Boden – fördert die Versauerung – anderen Dünger ohne Stickstoff nutzen

rasen-kalken-02

Eine Kalkdüngung ist nur sinnvoll, wenn der Boden wirklich zu sauer ist. Das sollte mit einer Bodenprobe belegt werden. Wichtig ist der richtige Zeitpunkt der Kalkung. In jedem Fall sollte zwischen dem Ausbringen von Kalk und von Dünger einige Zeit vergehen. Regelmäßige Bodenuntersuchungen alle zwei bis drei Jahre verhindern eine Überdüngung.

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Feli
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