Rahmenhöhe messen: So ermitteln Sie Ihre optimale Rahmenhöhe

Rahmenhöhe messen

Für ein angenehmes Fahrgefühl auf dem Rad ist die richtige Rahmengröße sehr wichtig. In unserem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Ihre Rahmenhöhe messen können.

Vielleicht kennen Sie das Gefühl – oder haben es schon einmal bei einer anderen Person gesehen: Man sitzt beinahe krakenartig auf dem Fahrrad. Die Beine stoßen fast gegen den Lenker und es scheint, als könnte man jeden Moment nach vorne überkippen. In diesem Fall ist die Rahmenhöhe des Bikes schlicht und ergreifend zu klein. Es kommt auch vor, dass man die Beine beim Treten komplett durchstrecken muss – dann übersteigt die Höhe des Rahmens das adäquate Maß. Um derartige Szenarien wenigstens zukünftig zu vermeiden, lesen Sie am besten unseren Beitrag. Wir liefern Ihnen Anleitungen und Tipps, wie Sie Ihre Rahmenhöhe messen.

Ihre Rahmenhöhe berechnen

Das brauchen Sie:

  • normalgroßes, dickes Buch*
  • Maßband
  • Papier/Notizzettel
  • Stift
  • unsere Faktoren-Tabelle

* Alternativ kommt auch eine Wasserwaage infrage, sofern Sie eine solche zuhause haben.

SchrittlängeSchrittlänge berechnen

1. Schritt: Ziehen Sie Ihre Hose, Ihren Rock oder Ihr Kleid sowie auch Ihre Socken oder Ihre Strumpfhosen aus. Sie sollten untenherum nur noch eine Unterhose tragen und barfuß sein, um ein korrektes Testergebnis zu erzielen.

2. Schritt: Stellen Sie sich mit dem Buch (oder der Wasserwaage) in der Hand an eine Wand und achten Sie darauf, dass der Boden flach und eben ist.

3. Schritt: Klemmen Sie das Buch (oder die Wasserwaage) mit der Oberkante nach oben zwischen Ihre Beine. Schieben Sie das Utensil so weit hoch, bis es leicht unangenehm wird.

Hinweis: Der „Anpressdruck“ simuliert das Sitzen auf einem Fahrradsattel.

4. Schritt: Messen Sie mit dem Maßband den Abstand vom Boden bis zur Oberkante des Buches (oder der Wasserwaage).

5. Schritt: Notieren Sie das Ergebnis in Zentimetern.

Tipp: Um ein möglichst präzises Resultat zu erwirken, ist es sinnvoll, die Messung von einer zweiten Person vornehmen zu lassen. Führen Sie den Akt ganz allein durch, sind kleinere Messfehler kaum zu vermeiden.

Fahrradtyp-Faktor

1. Schritt: Beantworten Sie die Frage, welchen Fahrradtyp Sie kaufen/ausleihen wollen.

2. Schritt: Suchen Sie aus folgender Tabelle den benötigten Multiplikationsfaktor heraus:

FahrradtypMultiplikationsfaktor
Rennrad0,665
Mountainbike0,226
Trekkingbike0,66
Citybike0,66
Fitnessrad0,66
Crossrad0,61
Sporttouringbike0,61
Fullsuspensionbike0,225

 

3. Schritt: Multiplizieren Sie Ihre Schrittlänge in Zentimetern mit dem erforderlichen Faktor. Das Ergebnis der Rechnung ist (in der Regel) Ihre optimale Rahmengröße in Zentimetern.

Beispiel: Person X hat eine Schrittlänge von 85 Zentimetern und will sich ein cooles Citybike kaufen oder ausleihen. Somit multipliziert sie 85 mit 0,66. Das Ergebnis ist 56,1 – und gilt als Zentimeter-Maß. Um das Resultat in Zoll umzurechnen, wird die Zentimeter-Angabe durch den Faktor 2,54 dividiert (ein Zoll entspricht 2,54 Zentimetern). In unserem Beispiel beträgt der Wert in Zoll also 22,09. Kurzum: Die ideale Grundrahmenhöhe von Person X für ein Citybike liegt bei 22,09 Zoll beziehungsweise 56,1 Zentimetern.

Achtung: Bei Mountainbikes und Fullsuspensionbikes weichen die Formeln leicht ab (dies kann man schon gut an den deutlich niedrigeren Faktoren erkennen).

Formeln bei Rennrad, Trekkingrad, Citybike, Fitnessrad, Crossrad und Sporttouringbike:

  • Wert in cm: Schrittlänge x Faktor
  • Wert in Zoll: erst Schrittlänge x Faktor, dann Ergebnis : 2,54

Rahmengröße berechnen

Formeln bei Mountainbike und Fullsuspensionbike:

  • Wert in cm: erst Schrittlänge x Faktor, dann Ergebnis x 2,54
  • Wert in Zoll: Schrittlänge x Faktor

Beispiel: Person X hat eine Schrittlänge von 85 Zentimetern und will sich ein Mountainbike kaufen oder ausleihen. Somit multipliziert sie 85 mit 0,226. Das Ergebnis ist 19,21 – und gilt hier als Zoll-Maß. Um das Resultat in Zentimeter umzurechnen, wird die Zoll-Angabe mit dem Faktor 2,54 multipliziert. Im Beispiel beträgt der Wert in Zentimetern 48,79. Kurzum: Die ideale Grundrahmenhöhe von Person X für ein Mountainbike liegt bei 19,21 Zoll beziehungsweise 48,79 Zentimetern.

Tipp: Auf manchen Seiten im Internet wird empfohlen, zur Berechnung der Mountainbike-Rahmenhöhe in Zentimetern einfach den Faktor 0,57 zu verwenden (ohne die zusätzliche Multiplikation mit 2,54). Die Ergebnisse beider Varianten sind ähnlich, aber nicht identisch. Die meisten Profis wählen die etwas kompliziertere Formel.

Definition: Schrittlänge und Fahrradtyp

Schrittlänge

Bei der Schrittlänge handelt es sich um die Länge der Innenseite Ihrer Beine. Sie bildet das wichtigste Kriterium, wenn es darum geht, die Rahmenhöhe zu messen.

Achtung: Die Körpergröße ist nicht beziehungsweise nur zum Teil entscheidend. Schließlich haben nicht alle kleinen Menschen sehr kurze und alle großen Menschen sehr lange Beine. Gerade bei größeren Personen gibt es auch solche mit relativ kurzen Beinen (und einem dafür besonders langen Oberkörper). Deshalb sollten Jugendliche und Erwachsene an personspezifischen Merkmalen einzig und allein die Schrittlänge heranziehen, wenn sie ihre Rahmengröße herausfinden wollen.

Fahrradtyp

Um die passende Rahmengröße zu ermitteln, bedarf es neben der Schrittlänge auch noch der Information über den Fahrradtyp. Mountainbike, Trekkingrad, Sporttouringbike oder Rennrad: Jede „Gattung“ wird anders gebaut – auch in Bezug auf den Rahmen finden sich Unterschiede. Wenngleich die Differenzen oft gering sind, sollte man sie nicht außer Acht lassen. Durch die variierenden Multiplikationsfaktoren wird den Unterschieden Rechnung getragen.

Exkurs: Warum gibt es verschiedene Multiplikationswerte?

Der Multiplikationswert zielt stets auf die „echte“ Zentimeterangabe der Rahmenhöhe ab. Klingt komplex, ist im Grunde genommen aber logisch: Jeder Fahrradtyp eignet sich für eine spezifische Form der sportlichen Betätigung (gemütliches Radeln mit dem Citybike, intensives Aufwärtsradeln mit dem Mountainbike et cetera) und erfordert somit auch eine individuelle Kraftübersetzung. Letztere wird vor allem von der Rahmengröße beeinflusst.
Anders (beispielhaft) ausgedrückt: Derselbe Fahrer, dessen idealer Mountainbike-Rahmen gut 49 Zentimeter hoch ist, braucht bei einem Citybike einen Rahmen mit 56 Zentimetern, weil die Eigenschaften der beiden Fahrradtypen voneinander abweichen.

Maßband

Beim Fahren mit einem Mountainbike bedarf es mehr Schrittfreiheit. Warum? Weil man im Gelände öfter mal abspringen oder sonstige „Stunts“ hinlegen muss oder will. In derartigen Situationen ist es kontraproduktiv, einen hohen Rahmen im Weg zu haben. Darüber hinaus sind bei Mountainbikes markante Federgabeln eingebaut. Diese gestalten die Räder ohnehin schon sehr hoch.

Tipps zur passenden Rahmenhöhe

  • Liegt das Ergebnis Ihrer individuellen Berechnung zwischen zwei Rahmengrößen, wählen Sie als sportlich ambitionierter Fahrer den kleineren Rahmen. Sind Sie mehr auf gemütliche Radtouren aus, geben Sie dem größeren Rahmen den Vorzug.
  • Möchten Sie ein Fahrrad mit gefederter Sattelstütze kaufen, ziehen Sie vier Zentimeter von der errechneten Rahmengröße (in Zentimetern) ab.
  • Generell empfiehlt es sich, trotz aller Berechnungen ausgiebig Probe zu fahren, um das perfekte Modell zu ermitteln – schon allein deshalb, da die Rahmengeometrie bei gleichen Fahrradtypen je nach Hersteller variieren kann.

Rahmenhöhe messen

Hinweis: Dieser Tipp bezieht sich auf den Kauf eines Fahrrads vor Ort. Im Internet gehört die Angabe der Rahmenhöhe meist zur Produktbeschreibung dazu (gemeinhin in Zoll) – ansonsten fragen Sie beim Hersteller beziehungsweise Händler nach.

Die Rahmengröße ist oftmals nicht auf dem Rahmen des Fahrrads vermerkt. Sie haben aber die Möglichkeit, die Rahmenhöhe zu messen. Nehmen Sie einfach ein Maßband mit ins Geschäft und ermitteln Sie den Abstand zwischen dem Ende des Sattelrohrs und der Mitte des Tretlagers.

Rahmenhöhe messen

Wie sich eine falsche Rahmenhöhe auf Fahrgefühl und Gesundheit auswirkt
Entscheiden Sie sich für ein Fahrrad mit zu kleiner Rahmenhöhe, sitzen Sie beim Fahren zu weit vorne auf dem Tretlager und haben in der Folge das unangenehme Gefühl, mit einem Kinderrad unterwegs zu sein. Bei einer zu kleinen Rahmenhöhe bekommen Sie nie richtig Kraft auf die Pedale.

Nehmen Sie ein Bike mit einem zu großen Rahmen, erschweren Sie sich das Handling und sind stets dem Eindruck ausgesetzt, das Rad nicht in den Griff zu kriegen. Vor allem im sehr anspruchsvollen Gelände führt dies oft zu Überforderung.

Bei beiden „Fehlentscheidungen“ ist das Risiko stark erhöht, vom Bike zu fallen und sich zu verletzen. Zudem können Sie sich insbesondere mit einem Rad, dessen Rahmen zu klein ist, mit der Zeit arge Rückenprobleme einhandeln. Verzichten Sie also nie darauf, vor dem Kauf oder der Leihe eines Fahrrads Ihre individuelle Rahmenhöhe zu messen!

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