Neuen Gasanschluss beantragen: Kosten-Überblick

Gasanschluss beantragen

Sie wollen einen Gasanschluss beantragen und wundern sich über die anfallenden Kosten? Gas gehört zu den beliebtesten Energielieferanten für Eigenheimbesitzer, da der Brennstoff effektiv über einen langen Zeitraum verwendet werden kann. Falls Sie nicht jährlich Ihren Gasvorrat auffüllen wollen, benötigen Sie den Anschluss. Es gibt verschiedene Kostenpunkte, die beim Beantragen eines Gasanschlusses anfallen. Einen Überblick erhalten Sie in diesem Artikel.

Zu den beliebtesten Formen der Energieversorgung des Eigenheims gehört der Anschluss ans Gasnetz. Wenn Sie einen Gasanschluss beantragen, müssen Sie mit verschiedenen Kosten bis zur Fertigstellung rechnen. Während der Planungsphase ist dennoch vielen Eigentümern nicht klar, wieviel der Anschluss wahrscheinlich kosten wird. Es gibt verschiedene Kostenpunkte, die sich auf den Gesamtpreis auswirken und über die Sie Bescheid wissen sollten. Auf diese Weise lassen sich böse Überraschungen verhindern, wenn Sie den Kostenvoranschlag des Anbieters erhalten. Dieser Ratgeber dient Ihnen als Überblick über die die verschiedenen Positionen, die sich auf den Preis auswirken, wenn Sie für Ihr Haus einen Gasanschluss beantragen wollen.

Gasanschluss beantragen

Antragsgebühren

Einer der Kostenpunkte, die stark schwanken können, wenn Sie einen Gasanschluss beantragen, ist der Antrag an sich. Abhängig vom Abnehmer können die Gebühren für die Antragsstellung unterschiedlich hoch sein. Manche Anbieter verzichten auf eine Gebühr. Das heißt, Sie sollten sich bereits im Voraus gründlich darüber informieren, wie hoch die mögliche Antragsgebühr ausfallen könnte. Diese müssen Sie anschließend zu den Gesamtkosten für den Anschluss dazurechnen, damit Sie nicht aus Versehen zu wenig einplanen.

Tipp: Achten Sie bei der Beantragung eines Netzanschlusses unbedingt darauf, dass es sich um das Gasnetz handelt. Weitere Netzanschlüsse können zum Beispiel der Anschluss ans Telefon- oder Wassernetz Ihrer Gemeinde sein.

Baukostenzuschuss

Der Baukostenzuschuss bildet die Kostengrundlage, wenn Sie einen Gasanschluss beantragen. Bei ihm handelt es sich um einen Betrag, den Sie für die Anbindung an das Netz entrichten müssen. Meist wird der Baukostenzuschuss als Pauschale abgerechnet, deren Kosten zwischen 600 und 1.200 Euro liegen. Der Preis unterscheidet sich stark von Gemeinde zu Gemeinde und welchen Anbieter Sie wählen. Der Baukostenzuschuss ist nicht abhängig davon, ob Sie auf eine Gasheizung umsteigen oder diese in einen Neubau integrieren.

Gasanschlusskosten

Neben dem Baukostenzuschuss müssen Sie weiterhin die Kosten für die Installation und Verlegung des Anschlusses bezahlen. Darunter ist die Verbindung vom Netz zu Ihrem Gebäude zu verstehen, damit es dauerhaft mit Gas versorgt werden kann. Berechnet werden dafür die Meterkosten, die vom Netz bis zu Ihrem Haus überbrückt werden muss. Abhängig vom Versorger liegen die Preise pro Meter bei 20 bis 60 Euro. Ist die Distanz beispielsweise zehn Meter lang, müssen Sie mit Kosten von mindestens 200 bis 600 Euro rechnen. Bei 30 Metern sind es schon 600 bis 1.800 Euro. Zusammen mit dem Baukostenzuschuss kommen Sie dadurch bereits auf mindestens 800 Euro, abhängig von der Entfernung. Bei zehn Metern sind es zusammen 800 bis 1.800 Euro.

Gasanschluss installieren

Gasleitungen

Weiterhin können zum Gasanschlusskosten die Leitungen innerhalb des Gebäudes gehören. Falls es sich nicht um einen Neubau handelt, der bereits mit diesen ausgestattet ist, müssen Sie diese aufrüsten. Die Aufrüstkosten sind stark abhängig von der Größe des Gebäudes. Für ein klassisches Einfamilienhaus ist bei den meisten Unternehmen mit einem Preis von 1.000 bis 2.000 Euro zu rechnen. Bei größeren Gebäuden sind deutlich höhere Beträge möglich. In diesen Beträgen sind meist die folgenden Leistungen enthalten:

  • Installation
  • Rohrkosten
  • Gashahn
  • Steckdosen, Hähne und Ventile
  • Lohn
  • Anfahrt

Zudem müssen Sie darauf achten, dass Sie einen Anschlussraum benötigen, der den Anforderungen der DIN 18012 (Haus- Anschlusseinrichtungen in Gebäuden) entspricht. Ohne diesen ist ein Netzanschluss nicht möglich. Bei Neubauten wird der Hausanschlussraum meist nach den benötigten Richtlinien errichtet. Falls es sich um ein älteres Gebäude handelt, müssen Sie diesen nachrüsten. Die Preise für einen Hausanschlussraum sind nicht gerade niedrig und können locker im Bereich von 10.000 Euro liegen.

Nicht vergessen: Umsatzsteuer

Euro-ZeichenVergessen Sie bei der Kostenermittlung für den Gasanschluss auf keinen Fall die Umsatzsteuer von 19 Prozent auf den Gesamtpreis. Beim Großteil der Anbieter wird die Umsatzsteuer nicht in den Meterpreis oder andere Leistungen integriert, sondern separat auf den Endpreis hinzugerechnet. Das heißt, wenn Ihr Netzanschluss 2.000 Euro kostet, müssen Sie zusätzlich mit 380 Euro Umsatzsteuer rechnen. Doch warum wird die Umsatzsteuer häufig übersehen? Viele Versorger geben sie in der Rechnung nicht separat an. Informieren Sie sich daher beim Anbieter, wenn im Kostenvoranschlag nicht genau klar ist, ob die Umsatzsteuer bereits im Preis enthalten ist.

Beim Gasanschluss sparen

Eigenleistungen und Förderungsgelder

Wenn Sie Ihren Gasanschluss beantragen und Geld sparen wollen, können Sie durch Eigenleistungen die Kosten reduzieren. Was darunter zu verstehen ist? Sie können bestimmte Aspekte der Installation auf eigene Faust übernehmen, wodurch die Gesamtkosten geringer ausfallen. Keine Sorge, es handelt sich bei diesen Tätigkeiten nicht um den Anschluss an sich. Das darf nur der Versorger und die Explosionsgefahr durch eine fehlerhafte Installation wäre viel zu hoch. Bei diesen Eigenleistungen handelt es sich meist um die folgenden:

  • Tiefbauarbeiten
  • Schutzrohre verlegen
  • Wanddurchführungen vorbereiten

Mit diesen können Sie schon 10 bis 20 Prozent der eigentlichen Kosten reduzieren, die für die Installation eines Gasanschlusses zustande kommen. Informationen über die möglichen Eigenleistungen und wie Sie diese umsetzen müssen, erhalten Sie beim Anbieter. Abhängig vom Umfang der Eigenleistungen wird ein bestimmter Betrag von den Kosten jedem Meters der Leitung abgezogen. Neben den Eigenleistungen können Sie zudem auf Fördermittel setzen, um 20 bis 30 Prozent der Gesamtkosten zu senken. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) verteilt Fördergelder, wenn Sie Ihre alte Heizung ersetzen und dafür auf eine der folgenden Typen setzen:

  • neue Hybrid-Varianten: bis zu 30 Prozent
  • Renewable Ready-Varianten: bis zu 20 Prozent

Die Förderung müssen Sie direkt beim BAFA beantragen.

Tipp: Manche Anbieter berechnen für die Tiefbauarbeiten eine Pauschale. Führen Sie die Erdarbeiten selbstständig aus, müssen Sie diese nur in Teilen oder gar nicht bezahlen.

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