Kühlschrank abtauen – Anleitung und Tipps zur Dauer

Der Kühlschrank gehört zu den unverzichtbaren Haushaltsgeräten und sorgt dafür, dass Nahrungsmittel über einen langen Zeitraum gelagert werden können, ohne zu verderben. Aufgrund der Kühlleistung des Geräts kommt es im Laufe der Nutzung jedoch zu möglichen Vereisungen innerhalb des Kühlschranks. Vor allem im Gefrierfach kann sich dickes Eis bilden, das für eine schlechtere Kühlleistung und einen höheren Energieverbrauch sorgen.

Wenn der Kühlschrank vereist ist, leidet darunter vor allem Ihr Geldbeutel. Die Eisbildung sorgt dafür, dass das Gerät mehr Energie aufwenden muss, um den Innenraum zu kühlen, was sich negativ auf Ihre Energiebilanz auswirkt. Ist dies der Fall, müssen Sie das Gerät abtauen, damit sich dies wieder ausgleicht und Sie es im normalen Umfang nutzen können. Wichtig sind hier vor allem die Vorbereitungen und der korrekte Ablauf dieser Tätigkeit, damit das tauende Eis nicht alles unter Wasser setzt und die Küche sauber bleibt. Niemand will zusätzlich Wasser aufputzen.

Was zu beachten ist

Bevor Sie mit dem Abtauen des Kühlschranks beginnen, sollten Sie unbedingt einige Dinge zur Hand haben, die den Vorgang ungemein erleichtern. Diese helfen vor allem, die Küche vor dem Tauwasser zu bewahren, das während dieser unangenehmen Prozedur entsteht, Lebensmittel zu lagern und das Eis schneller zum Schmelzen zu bringen.

Das benötigen Sie:

  • saugfähige Handtücher, zum Beispiel aus Frottee
  • ein Backblech zum Auffangen von Wasser
  • Fön
  • Ventilator
  • Kühlbox oder Isoliertaschen
  • Kühlakkus
  • Spachtel aus Holz oder Plastik

Nachdem Sie diese Utensilien vorbereitet haben, können Sie mit den notwendigen Vorbereitungen für den Abtauvorgang beginnen. Diese bestehen aus den folgenden Punkten:

1. Ausräumen: bevor Sie das Gerät abtauen können, müssen Sie dieses vorher ausräumen, vor allem das Gefrierfach. Hier befinden sich schnell verderbliche Lebensmittel, die schon nach wenigen Stunden bei Raumtemperatur auftauen und danach nicht mehr eingefroren werden können. Sie sollten die folgenden Inhalte aus dem Kühlschrank ausräumen:

  • Lebensmittel
  • Getränke
  • abgepackte Eiswürfel
  • Fächer
  • Glasflächen
  • Gitter, zum Beispiel für Weinflaschen

Lebensmittel wie Obst, Gemüse oder Saucen können selbst über eine Dauer von mehreren Stunden in der Küche gelagert werden. Wählen Sie hierfür am besten eine kühle Ecke oder einen dunklen Schrank, der nicht durch den Ofen erhitzt wird. Der Inhalt aus dem Gefrierfach muss entweder in einer separaten Kühltruhe, einer Kühlbox oder in Isoliertaschen gelagert werden. Falls Sie keine mit Strom betriebenen Ersatzgeräte nutzen können, sollten Sie die Kühlboxen und Taschen mit ausreichend Kühlakkus füllen und die Lebensmittel abseits von Wärme- oder Lichtquellen aufbewahren.

2. Kühlschrank ausstecken: dieser Schritt ist selbsterklärend, doch kommt ein weiterer, wichtiger Aspekt hinzu. Das Thermostat würde beim Abtauprozess überhitzen, solange das Kühlgerät noch am Strom angeschlossen ist, da es versucht, den immer wärmer werdenden Innenraum zu kühlen. Bei einer Abtau-Dauer von mehreren Stunden würde das unweigerlich zu Schäden des Thermostats führen, was wiederum eine recht teure Reparatur oder gleich die Anschaffung ein ganz neuen Geräts zur Folge hat.

Steckdose

Lebensmittel richtig lagern

Schnell verderbliche Lebensmittel aus dem Gefrierfach sollten Sie, sobald Sie keine Kühlbox besitzen, auf die folgende Weise lagern, wenn die vorhandene Eisschicht äußerst dünn ist. Je dünner die Eisschicht, desto kürzer ist der Abtauprozess:

  • platzieren Sie die Lebensmittel in der Badewanne, einem robusten Karton oder dem Wäschekorb
  • legen Sie ausreichend Kühlakkus dazu
  • positionieren Sie diese zwischen den Lebensmitteln, damit sie eine höhere Kühlleistung ermöglichen
  • decken Sie die Lebensmittel gründlich mit einer Decke aus Wollen oder Daunen ab
  • das speichert die Kälte und hält die Lebensmittel über einen längeren Zeitraum frisch

Tipp: Als Alternative dazu könnten Sie einfach Ihren Nachbarn fragen, ob Sie Ihre Lebensmittel in deren Gefrierfach lagern könnten. Natürlich setzt dies gute Beziehungen voraus.

Zeitpunkt

Wann und wie oft Sie das Gerät abtauen sollten, ist wichtig, damit Sie das nicht zu selten machen und somit hohe Stromkosten verursachen. Der allgemein beste Zeitpunkt zum Abtauen ist der Winter, wenn Minusgrade herrschen und Sie die Lebensmittel problemlos im Freien aufbewahren können. Wie oft die Prozedur ausgeführt werden sollte, ist dabei abhängig vom Alter und Typ des Kühlschranks:

  • wie oft alte Modelle? drei- bis viermal im Jahr
  • wie oft neue Modelle? ein- zweimal im Jahr
  • wie oft Modelle mit automatischer Abtauvorrichtung? ausschließlich bei Notwendigkeit

Falls Sie Ihren Kühlschrank schon über einen Zeitraum von 20 Jahren oder allgemein eine längere Zeit haben, müssen Sie sich nicht wundern, dass sich häufig viel Eis bildet. Das liegt daran, da diese nicht so eine effektive Isolierung haben oder über die Jahre hinweg allgemein in der Leistung schwächeln. Natürlich sind Kühlschränke mit einer automatischen Abtaufunktion kaum wartungsbedürftig in diesem Bereich und müssen daher nur äußerst selten abgetaut werden. Wie oft diese abgetaut werden müssen, ist abhängig von einer möglichen Eisbildung. Natürlich müssen Sie bei einem Kühlschrank, der nicht über ein Gefrierfach verfügt, viel seltener abtauen.

UhrDauer beim Abtauen

Ein wichtiger Aspekt bei diesem Prozess ist natürlich die Dauer des Abtauens. Die Dauer ist abhängig von der jeweiligen Menge und Dicke des Eises, das sich innerhalb des Gefrierfaches gebildet hat. So müssen Kühlschränke mit einer starken Eisschicht, die das Schließen der Tür kaum mehr zulässt, deutlicher länger abgetaut werden als ein moderner Kühlschrank, der nur eine dünne Schicht gebildet hat. Im Durchschnitt werden hierfür sechs bis acht Stunden benötigt, manchmal muss das Gerät über die gesamte Nach abgetaut werden, wenn ausschließlich die Wärme im Raum hierfür zur Verfügung steht. Gefrierschränke benötigen eine längere Abtauzeit als Kühlschränke.

Tipp: Wollen Sie den Prozess beschleunigen, sollten Sie Hilfsmittel wie einen Fön oder Ventilator benutzen, um das Eis schneller zum Schmelzen zu bringen. Die Anwendung beider Geräte wird in der Abtau-Anleitung erklärt.

Kühlschrank abtauen: eine Anleitung

Nachdem Sie sich um die Lebensmittel und den Strom gekümmert haben, ist es nun an der Zeit für das eigentliche Abtauen des Kühl- oder Gefrierschranks. Dabei sollten Sie je nach der Menge des vorhandenen Eises ausreichend Handtücher und Küchenpapier bereithalten. Das ist besonders wichtig, wenn sich in Ihrer Küche ein Holz- anstelle eines Fließenbodens befindet. Die Anleitung wie folgt:

1. Öffnen Sie alle Türen des Geräts, vom Gefrierfach bis zu einzelnen, kleinen Fächern, die für spezielle Lebensmittel gemacht sind. So verringern Sie die Gefahr, dass sich noch irgendwo Eis aufhält, dass Sie sonst übersehen hätten. Das ist wichtig, denn geschlossene Fächer benötigen viel länger zum Abtauen als geöffnete.

2. Platzieren Sie ausreichend Tücher direkt unter dem Kühlschrank, damit das geschmolzene Wasser von diesen aufgenommen werden kann. Schieben Sie diese am besten so nah wie möglich an das Gerät.

3. Falls sich sehr viel Eis im Gerät befindet, platzieren Sie zudem ein Backblech direkt unter der Öffnung der Tür. Das Backblech kann das Wasser aufsammeln, das zu viel für die Tücher wäre. Unter dem Backblech sollte sich ebenfalls ein Handtuch befinden.

4. Danach stehen Ihnen drei Varianten zur Verfügung, mit denen Sie das Eis schneller antauen können, damit Sie nicht die ganze Nacht über warten müssen:

  • Ventilator
  • Fön
  • heißes Wasser

Kühlschrank abtauen

5. Wenn Sie über einen Kühlschrank mit integriertem Gefrierfach verfügen, das nicht abgeteilt ist, sollte das Eis niemals mit einem Fön erwärmt werden. Die direkte Hitzeeinwirkung würde unweigerlich zu einem Überhitzen des Gefrierfachs führen, was dieses beschädigen könnte. Die Innenwände sind einfach nicht darauf ausgelegt.

6. Nutzen Sie hierfür einen Ventilator, denn Sie in direkter Nähe zum Kühlschrank aufstellen und anschalten. Die Wärme im Zimmer wird dann vom Ventilator in das Gerät geleitet und hilft dabei, das Eis schneller anzutauen. Achten Sie hierbei darauf, nicht die Schenkfunktion des Ventilators zu nutzen.

7. Ist kein Gefrierfach vorhanden, können Sie ruhig den Fön. Je mehr Leistung dieser hat, desto besser, kann jedoch anstrengend für Sie sein. Richten Sie den Fön einfach auf das Eis und tauen Sie dieses an. Je nach Dicke kann dies länger dauern. Halten Sie den Fön dabei niemals in das Gerät, da selbst kleinste Wassertropfen gefährlich werden könnten.

8. Als Alternative stellen Sie einen Topf mit kochendem Wasser auf ein Metallgitter innerhalb des Geräts. Die entstehende Wärme ist effektiv, um das Ein anzutauen.

9. Nachdem Sie das Eis angetaut haben, können Sie einen Spachtel nutzen und mit diesem vorsichtig das Eis entfernen. Ein Vorteil an dieser Methode ist die Schnelligkeit, denn es lassen sich selbst größere Brocken problemlos herauslösen. Achten Sie aber bitte darauf, nicht mit Gewalt das Eis zu lösen.

10. Ist das gesamte Eis abgetaut, sollten Sie die elektrischen Geräte wie den Ventilator entfernen, die Handtücher aufhängen und das Backblech entleeren. Anschließend steht eine Reinigung des Geräts an.

Tipp: Benutzen Sie niemals Gegenstände aus Metall, wie zum Beispiel Buttermesser, innerhalb des Kühlschranks oder Gefrierfachs um das Eis zu entfernen. Selbst kleine Risse könnten hierbei zu einer Beschädigung der Kühlleitungen führen, was wiederum das gesamte Gerät beschädigen kann.

Eis im Kühlschrank vorbeugen

Sie können Ihren Kühlschrank und Ihr Gefrierfach vor dem Vereisen bewahren, sobald Sie die folgenden Hinweise befolgen:

  • Gerät nicht zu lang geöffnet lassen
  • dies regt das Thermometer zum Kühlen an, was die Eisbildung fördert
  • verzichten Sie auf erhöhte Umgebungstemperaturen
  • die Folgen daraus sind ein erhöhter Energieaufwand und mögliche Eisbildung
  • keine feuchten Gefrierbeutel oder Behälter in den Kühlschrank stellen
  • stellen Sie das Gerät richtig ein, die Temperatureinstellung sollte nicht zu niedrig sein
  • überprüfen Sie regelmäßig auf beschädigte Türelemente

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