Wer einen Fliesenleger mit Verlegearbeiten beauftragt, möchte natürlich auch wissen, was das kostet. Jedoch sind die Preise je Quadratmeter regional stark unterschiedlich, dazu kommen noch sämtliche Gegebenheiten und Besonderheiten, die zu berücksichtigen sind. Mit dem nachfolgenden Ratgeber erhalten Sie eine Hilfe, wie die die Verlegekosten von Fliesenkosten besser einschätzen können. 

Fliesen gehören zu den beliebtesten Wand- und Bodenbelägen. Das Angebot an entsprechenden Produkten ist riesig. Allerdings nicht für jeden kommt das Selbstverlegen der Fliesen infrage. Insbesondere bei aufwendigeren Arbeiten ziehen es viele Haus- oder Wohnungsbesitzer vor, wenn ein gelernter Fliesenleger diese Arbeiten übernehmen würde. Doch natürlich haben auch die Fliesenleger ihre Preise. Wie hoch diese sind, lässt sich zwar pauschal nicht sagen. Jedoch können wir Ansatzpunkte bieten. Darüber hinaus ist es ebenso wichtig, wie umfangreich das Fliesenlegen im Detail ist.

Voraussetzungen klären

Bevor überhaupt darüber nachgedacht werden kann, ob Fliesen verlegt werden sollten, dann womöglich auch noch durch den ausgebildeten Profi, ist es erst einmal wichtig festzustellen, ob die Voraussetzungen dazu überhaupt passen.

Miete oder Wohneigentum

In Mietobjekten bedeutet das Verlegen von Fliesen einen Eingriff in die Bausubstanz. Also muss der Vermieter sein Einverständnis erklären. Das sollte zudem schriftlich vorliegen, damit es beim Auszug nicht zu kostspieligen Missverständnissen kommen kann. Das wäre der Fall, wenn beispielsweise echte Jugendstil-Kacheln herausgerissen und durch moderne Fliesen ersetzt wurden. Aber auch der vorliegende Untergrund ist wichtig.

Untergrundmaterialien

Optimal ist natürlich ein Estrichboden zum Verlegen von Fliesen. An den Wänden wäre das eine herkömmlich mit mineralischem Putz verputzte Steinwand. Stattdessen gibt es in älteren Bestandsgebäuden aber häufig auch Holzböden aus Zwischendecke. Zwar kann grundsätzlich auch auf Holz gefliest werden, jedoch ist die Flexibilität des Holzbodens entscheidend. Gegebenenfalls muss der Holzboden durch entsprechende Platten verstärkt werden.holzfussboden

Bei neueren Bestandsgebäuden bestehen raumtrennende Wände oftmals aus Trockenbauelementen wie Gipskartonplatten. Auch darauf kann grundsätzlich gefliest werden. Hier ist jedoch die Tragfähigkeit der Wand entscheidend. Wenn Sie nichts zum Untergrund sagen können, aber Bauschäden vermutet werden, sollten Sie sich eventuell durch die Begutachtung eines neutralen Fachmanns zusätzlich absichern. Auch ein erfahrener Fliesenlegermeister kann Ihnen je nach vermuteten Schäden in der Bausubstanz weiterhelfen und diese bestimmen.

Weitere Besonderheiten

Schäden in der Bausubstanz unbedingt beseitigen und einkalkulieren.

Sind diese Voraussetzungen geklärt, stellen sie natürlich ebenfalls einen Kostenfaktor dar, wenn zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden müssen. Ist ein Raum bereits gefliest, müssen die alten Fliesen herausgeschlagen werden. Insbesondere in Feuchträumen wie Badezimmern oder in Toiletten zeigt sich dann immer wieder ein nasser Untergrund. Ist das der Fall, kann keinesfalls sofort gefliest werden. Vielmehr muss die Bausubstanz erst professionell trockengelegt werden. Auch damit sind Kosten verbunden. In einigen Fällen entscheiden sich die Auftraggeber, dass auf einen alten, bestehenden Fliesenboden (oder eine geflieste Wand) neu verlegt werden soll. Dabei müssen Sie das zusätzliche Aufmaß bedenken.

Lässt sich eine Tür über die Angeln nicht mehr in der Höhe verstellen, ist das Abschneiden oder Abhobeln an der Unterseite nicht immer möglich. Türen sind zumeist hohl und haben eine unterschiedlich starke Abschlussleiste. Türen lassen sich also – wenn überhaupt – nur bedingt an eine neue Aufbauhöhe anpassen. Auch diese zusätzlichen Kosten müssen selbstverständlich bei den Aufwendungen für das Fliesenlegen berücksichtigt werden. In vielen Fällen muss ein Haftvermittler auf den Untergrund. Kleber

Der Fliesenkleber muss bei vielen Verlegearbeiten ein Flexkleber sein. Generell ist ein solcher Kleber einem herkömmlichen Fliesenkleber vorzuziehen. Diese Flexkleber sind kunststoffvergütet und überall da, wo es zu Spannungen kommt (Holzuntergrund, thermische Ausdehnungen usw.) wichtig, aber auch entsprechend teurer. Heute wird zwar vornehmlich im Dünnbettverfahren verlegt, es gibt aber in zahlreichen Bestands- und Altbauten auch die Möglichkeit, dass Fliesen im etwas aufwendigeren Dickbettverfahren verlegt werden müssen.

Einfluss auf die Kosten

Sind die individuellen Gegebenheiten entsprechend berücksichtigt, ist als nächstes die Wahl der Fliesen entscheidend. Aktuell kann zwischen zahlreichen Fliesen aus Keramik, Naturstein und anderen Materialien unterschieden werden:

  • einfache Keramikfliesen (Scherben), nicht frostsicher, stark Wasser saugend
  • glasierte Keramikfliesen, ebenfalls nicht frostsicher
  • Feinsteinzeugfliesen, auch für Garagen und Außeneinsatz geeignet (die Besonderheiten von poliertem Feinsteinzeug sind unbedingt zu beachten)
  • reine Zementfliesen, eher bei Restaurierungen historischer Kacheln angewandt
  • Glasfliesen (meist als Mosaikfliesen, neuerdings auch großformatig)
  • Natursteinfliesen und Natursteinplatten (auf die Besonderheiten des gewählten Natursteins ist zu achten)

Eigenschaften und spezielles Zubehör
Je nachdem, welche Fliesen ausgewählt werden, ergeben sich völlig unterschiedliche Kosten. Zunächst natürlich durch die Wahl der Fliesen selbst. Darüber hinaus benötigen aber etliche Fliesen und Platten spezielle Kleber, wie zum Beispiel Natursteinprodukte. Der Unterschied zwischen Platten und Fliesen ist übrigens, dass es bis zu einer Stärke von 12 mm Fliesen und darüber Platten sind. Außerdem sind bei Natursteinfliesen und -platten in vielen Fällen die noch etwas teureren gefasten und kalibrierten Platten vorzuziehen.

Gefaste Fliesen und Platten besitzen eine abgeschrägte Kante, wodurch bei sehr harten Fliesen wie aus Granit das Verletzungsrisiko minimiert wird. Kalibrierte Platten und Fliesen haben deutlich geringere Toleranzen, können als auch genauer verlegt werden. Dazu kommt bei etlichen besonders harten Natursteinfliesen, dass diese nicht mit einem herkömmlichen Fliesenschneider geschnitten werden können. Je nachdem, wie ein Fliesenlegerbetrieb ausgestattet ist, muss eine solche Steinsäge oder Steinfräse eventuell noch zusätzlich ausgeliehen werden.

Verlegeart
Auch die Verlegeart spielt eine wichtige Rolle. Das einfache Verlegen, der Raumsymmetrie folgend, kommt günstiger als das diagonale Verlegen von Fliesen. Dazu kommen Einfassungen, Bordüren usw. Zu den exklusiven Arbeiten zählt das Anlegen von Mosaikflächen. Jedoch gibt es auch hier deutliche Unterschiede.Mosaik

Das Verlegen auf Treppen muss ebenfalls nicht kostspieliger sein, da es für Setz- und Trittstufen vorgefertigte Teile gibt. Nicht mit eingerechnet in die Preise wurden zusätzliche Arbeiten wie beispielsweise die Vorbereitungsarbeiten, um auf Holz verlegen zu können. Darüber hinaus können die Preise steigen, wenn sehr viele Durchbrüche für Steckdosen, Lichtschalter, Abflussrohre, Wasserleitungen usw. angelegt werden müssen.

Kosten nach Quadratmetern

WaehrungDie Preise selbst werden mit einem Fliesenleger zumeist nach Quadratmetern festgelegt, der Preis der jeweiligen Fliesenart wird dabei ebenfalls berücksichtigt. Dabei unterscheiden sich diese Quadratmeterpreise regional erheblich danach. In ländlichen Regionen sind deutlich preiswertere Handwerker zu finden als in Großstädten. Besonders in boomenden oder von Haus aus teuren Großstädten wie München oder Berlin sind die Preise signifikant höher.

Im Osten Deutschlands sind die Verlegepreise für Fliesen immer noch rund 10 bis 20 Prozent günstiger als im Westen der Republik. Das verhält sich auch in Österreich so. In der Schweiz kann das Fliesenverlegen dagegen aufgrund der Freigabe des Schweizer Franken zum Euro etwas teurer werden, wenn der Preis der Fliesen eingerechnet ist und diese aus der EU importiert werden. Unabhängig von Ihrer Wohnregion ist es bei einigen Betrieben möglich, dass Sie das Arbeitsmaterial selber besorgen. Andere Fliesenlegerbetriebe verlangen dann einen zusätzlichen Aufpreis.

Preise Fliesen (inklusive 10 Prozent Verschnitt) pro Quadratmeter

  • einfache Qualität: ab 11,00 Euro
  • gehobene Qualität: ab 20,00 Euro
  • exklusive Qualität: ab 85,00 Euro

Preis Fliesenkleber und Fugenmörtel pro Quadratmeter

  • einfache Qualität: ab 0,50 Euro
  • gehobene Qualität: ab 0,90 Euro
  • exklusive Qualität: ab 1,30 Euro

Preis für das Zuschneiden wirkt sich abhängig vom Material ebenfalls unterschiedlich aus (Preise ebenfalls pro Quadratmeter)

  • einfache Qualität (Keramik, Feinsteinzeug): ab 6,00 Euro
  • gehobene Qualität („weicher“ Naturstein, Glas): ab 10,00 Euro
  • exklusive Qualität (sehr harter Stein, Glasmosaik): ab 13,00 Euro

Preis für die Verlegung pro Quadratmeter
Die Preise bewegen sich in Deutschland und Österreich in einem Rahmen zwischen 10 und 40 Euro je Quadratmeter, in der Schweiz liegt die Kostenspanne für das „Plättliverlegen“ zwischen 50 und 120 SFR. Die Preise lassen sich nach Regionen, aber auch nach Aufwand unterscheiden:

Deutschland und Österreich

  • ländliche Regionen, abseits wichtiger Einzugsgebiete: 10 bis 25 Euro/m²
  • Großstädte, Ballungsräume: 20 bis 40 Euro/m²

Darüber hinaus kann es auch zwischen Ost- und Westdeutschland noch Unterschiede geben. So können die Preise zum Fliesenverlegen in Ostdeutschland 10 bis 20 Prozent unter denen von Westdeutschland liegen.

Schweiz

  • ländliche Region: 50 bis 80 SFR (etwa 45 € bis 73 €)
  • Großstädte, Ballungsgebiete: 75 bis 120 SFR (etwas 68 € bis 110 €)

Vergleichen Sie Preise und verlassen Sie sich nie auf unverbindliche Zusagen des Fliesenlegers

In jedem Fall lohnt ein Vergleich mehrerer Dienstleister. Mindestens drei Fliesenlegerbetriebe aus Ihrer Region sollten Sie anfragen. Wenn Ihnen Preisverhandlungen nicht liegen, sagen Sie jedem Fliesenleger direkt vor seiner Preisansage, dass Sie auch Angebote der Konkurrenz einholen werden. Konkurrenz belebt das Geschäft in jedem Bereich und sorgt auch hier für angemessene Preise. Sollten Sie einen Kostenvoranschlag wünschen, der rechtlich bindend ist, achten Sie auf die entsprechende Form. Alle anderen Kostenvoranschläge sind nur Orientierungshilfen. Wollen Sie sich darauf verlassen können, dass ein Kostenvoranschlag tatsächlich bindend ist, muss das entsprechend vermerkt werden. Solche Kostenvoranschläge sind jedoch meist nicht umsonst zu bekommen.

Fordern Sie auch abhängig vom Auftragsvolumen entsprechende Sicherheiten vom Auftragnehmer. Überhaupt sollten Sie einen Vertrag mit dem Fliesenleger schließen, der Ihnen auch in Bezug auf die erbrachten Leistungen Rechtssicherheit bietet. Was nützt es, wenn ein hochwertiges Fliesenmosaik mit unterschiedlichen Verlegetechniken mündlich vereinbart wird, das Endresultat aber am besten unter einem Teppich zu verstecken ist. Wollen Sie größere Fliesenverlegearbeiten durchführen lassen, also zum Beispiel ein ganzes Haus oder mehrere Wohneinheiten, überprüfen Sie die Haftungsmöglichkeiten des Fliesenlegers. Für sein Gewerk sollte eine entsprechende Betriebshaftpflichtversicherung oder Bankgarantie vorliegen. Treten nämlich Mängel an dem fertiggestellten Gewerk auf, bleiben Sie dennoch auf den Kosten sitzen, wenn der Handwerker nicht zahlungsfähig ist.

Bauvertragsrecht

Bei der Beauftragung von Handwerkern gelten dieselben Gesetze wie beim Hausbau. Sie können nach unterschiedlichen Vorgaben Verträge aushandeln. In Deutschland können Sie zum Beispiel nach BGB oder VOB Vertragsrecht aushandeln. In Österreich sind es das Allgemeine (Bau)Vertragsrecht sowie die ÖNorm, in der Schweiz die SIA-Normen. Bedenken Sie, dass mit der Bauabnahme der Mängelnachweis vom Auftragnehmer auf den Auftraggeber übergeht.

Praktische Tipps für die Durchführung

Durch das Verfugen legt sich ein Zementschleier auf die Fliesen. Dieser wird oftmals mit einem Reiniger für Zementschleier deutlich nach Fertigstellung der Fliesenlegearbeiten entfernt. Diese Reiniger greifen aber auch die auf Zement basierenden Fugenmörtel an. Reinigen Sie Ihre Fliesen daher möglichst unmittelbar nach dem Verlegen. Gegebenenfalls können Sie den beauftragten Fliesenleger entsprechend instruieren.

Benötigen Sie mehr Informationen zu den verschiedenen Verlegetechniken, Fliesenarten, Klebern und anderem Zubehör, empfehlen wir Ihnen unsere zahlreichen Anleitungen und Ratgeber zu allen Themen rund um das Verlegen von Fliesen. Auch aus den Anleitungen für Heimwerker, die ihre Fliesen selber verlegen wollen, können Sie viele nützliche Informationen ziehen, mit deren Hilfe Sie sich auf die Auswahl eines für Sie passenden Fliesenlegers vorbereiten können. Nutzen Sie dazu einfach unsere Suchfunktion und die betreffenden Kategorie „Fliesen“.

Tipps für Schnellleser

  • planen Sie die Verlegearbeiten gut im Voraus
  • berücksichtigen Sie die Eigenschaften vom Untergrund
  • bedenken Sie Zusatzkosten für das Entfernen alter Fliesen
  • beachten Sie die Besonderheiten der ausgewählten Fliesen
  • vergleichen Sie verschiedene Angebote (mindestens drei) von Fliesenlegern Ihrer Region
  • achten Sie auf Rechtssicherheit bei Kostenvoranschlägen
  • sichern Sie sich ab, dass der beauftragte Betrieb Mängel auf eigene Kosten beheben kann

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