Die Königskerze ist eine beeindruckende Staudenpflanze. Es gibt viele Arten und Sorten, manche bis 250 cm hoch. Die prachtvollen Blütenstände in leuchtenden oder pastelligen Farben sind ein echter Blickfang im Garten. Die robusten und anpassungsfähigen Gewächse benötigen nicht viel Pflege. An einige Regeln sollte man sich allerdings halten. Welche das sind, erfahren Sie in unserem Text. Lesen Sie weiter!

Die Königskerze beeindruckt durch Größe und auffällige Blütenstände. Allerdings sollte man sich bei der Sortenauswahl nicht ausschließlich von der Blütenfarbe, sondern besser von der Winterhärte leiten lassen. Nicht alle Arten und Sorten sind winterhart und wer darauf nicht achtet, erlebt nie die tolle Blüte. Ansonsten ist die Königskerze einfach zu kultivieren, solange man einige Dinge beachtet. Welche das sind und worauf man achten muss, haben wir für Sie zusammengetragen. Informieren Sie sich!

Kurzer Steckbrief

  • Familie der Braunwurzelgewächse
  • Etwa 300 Arten
  • Viele davon werden als Heilpflanzen genutzt
  • Auch bekannt als Wollkraut, Wetterkerze oder Unholdskerze
  • Stammt ursprünglich aus Kleinasien
  • Ein-, Zwei- oder mehrjährige krautige Pflanzen
  • Mit Blüten bis zu 2,50 m hoch
  • Rispige Blütenstände, meist in Gelb, selten weiß oder purpurfarben, manchmal rotviolett und blau
  • Lange Blütezeit, da die einzelnen Blüten nacheinander aufgehen
  • Pflanzen sterben nach der Blüte meist ab
  • Nicht alle Arten sind winterhart
  • Von vielen Insekten genutzt

Verbascum – Arten und Sorten

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V. nigrumDunkle Königskerze – Blüten hellgelb, im Zentrum lila, auffällige violette Staubgefäße, Blüte von Juni bis September, zweijährig, winterhart, Wuchshöhe 60 bis 100 cm, sehr exotisch aussehend

V. ’Southern Charm’ – pfirsichfarbene bis rosa Blüten, purpurfarbene Staubgefäße, Blüte von Ende Mai bis Ende Juli, mehrjährig, winterhart, Wuchshöhe 60 bis 90 cm

V. densiflorum Großblütige Königskerze – zitronengelbe Blüten mit etwas dunklerer Mitte, Blüte von Juli bis August, zweijährig, Wuchshöhe bis 250 cm, deshalb 1 m Pflanzabstand einhalten, reich versamend

V. x cultorum ’Jackie’Kleine Königskerze – lachsrosafarbene Blüten zwischen Juli und September, reich blühend, winterhart, Wuchshöhe zwischen 60 und 80 cm, Neuzüchtung, sehr kompakt, auch für Kübel geeignet

V. chaixii f. album ‘Wedding Candles’Weiße Königskerze – schneeweiße Blüten mit orange- und purpurfarbenen Staubblättern, Blüte von Juni bis August, Wuchshöhe zwischen 40 und 100 cm, leicht verzweigte Blütenstände, winterhart

V. bombyciferum ’Polarsommer’Silber-Königskerze – schwefelgelbe Blüten von Juni bis August, silbrig filzige Behaarung auf den Blättern, zweijährig, Wuchshöhe 140 bis 160 cm, reichlich versamend

V. olympicumKandelaber-Königskerze – gelbe Blüte zwischen Juni und August, besonders auffällig ist der Wuchs in Form eines Kandelabers, reich verzweigt, Wuchshöhe bis 180 cm, reich versamend

V. phoenicumPurpur–Königskerze – violette, rote, rosa oder weiße Blüten zwischen Mai und Juni, Wuchshöhe zwischen 60 und 90 cm, reich versamend

V. x cultorum ’Blue Lagoon’ – erste blau blühende Sorte, auf kalkhaltigen Böden eher violett blühend, Blüte zwischen Juni und August, Wuchshöhe zwischen 80 und 100 cm, winterhart, mehrjährig

koenigskerze-02Die Pflege der Königskerze

Die Pflege ist recht einfach, wenn einige Bedingungen stimmen. Die meisten Königskerzen sind zweijährig. Im ersten Jahr entwickelt sich eine oft ausladende Blattrosette, aus der im zweiten Jahr der Blütenstand erscheint. Wichtig dafür ist eine Kälteperiode zwischendrin. Ansonsten benötigen die Blühstauden viel Sonne, einen kargen Boden, wenig Wasser, einmal pro Jahr Dünger und können gut vermehrt werden. Wichtig ist eine ausreichende Winterhärte. Außerdem sollte auf Wühlmäuse geachtet werden. Raupen an den Königskerzen stammen häufig vom Königskerzen-Mönch, einem unscheinbaren Nachtfalter.

In der Naturheilkunde gilt die Königskerze als schleimlösend und harntreibend. Sie wird in Brusttees eingesetzt und kann Krampfzustände lösen. Allerdings gilt das lediglich für Verbascum thapsiforme. Die neu gezüchteten Sorten enthalten nur noch wenig, bzw. keine Wirkstoffe mehr.

Standort

Der Standort sollte unbedingt warm und sonnig sein. Die Pflanzen kommen auch gut mit Mittagssonne klar. Ohne ausreichende Sonne gedeihen sie nicht so gut, werden nicht so groß und die Blüte fällt spärlicher aus.

  • Warm und sonnig
  • Sehr hell
  • Ideal für Staudenrabatten und Kiesgärten

Pflanzsubstrat

In der Natur wachsen Königskerzen überwiegend auf kargen, trockenen Böden. Die Pflanzen lieben Schotter- und Magerböden. Sie sind ideal als Pionierpflanzen, also Erstbesiedler nackter Böden. Zu viele Nährstoffe im Boden schaden eher, als dass sie nützen.

  • Durchlässiger, schotteriger Boden
  • Kalk im Boden ist optimal
  • Nährstoffarm oder sogar mager
  • Nicht zu feucht oder gar nass
  • Zu nährstoffhaltige Böden mit Sand, Kies oder Schotter abmagern

Pflanzen

Beim Pflanzen ist nicht viel zu beachten. Wichtig ist ein ausreichender Pflanzabstand. Selbstgezogene Pflänzchen werden am besten im Frühjahr ausgepflanzt. Sie müssen langsam an die Sonne gewöhnt und abgehärtet werden.

  • Pflanzen im Frühjahr oder Herbst
  • Pflanzabstand 50 bis 100 cm
  • Gut angießen

Gießen und Düngen

Gießen ist nur nach dem Pflanzen wichtig. Danach kommen die Königskerzen gut ohne Wasser zurecht. Nur bei lang anhaltender Trockenheit oder Hitze sollte hin und wieder zusätzlich gegossen werden. Auch mit Dünger sollte vorsichtig umgegangen werden. Zu viel davon ist eher schädlich.

  • Gießen nur direkt nach der Pflanzung
  • Kommt prima mit Trockenheit klar, allerdings nicht mit Nässe
  • Bei langanhaltender Trockenheit kann ab und an etwas Wasser gegeben werden
  • Düngen mit Volldünger, aber erst ab dem zweiten Standjahr, zum Öffnen der Blüten
  • Gedüngt wird zu Beginn der Vegetationsphase
  • Mehr Dünger ist meist nicht erforderlich

Schneiden

Ein Schnitt ist meist unnötig, denn meist stirbt die Pflanze nach der Blüte ab. Man kann aber etwas ausprobieren. Nach einem radikalen Rückschnitt nach der Blüte kann man manchmal eine zweite Blüte im Folgejahr erreichen. Der Schnitt wird direkt über der Rosette durchgeführt.

Überwintern

Beim Überwintern kommt es auf die Art der Königskerze an. Nicht alle sind ausreichend winterhart. Man muss also schon beim Kauf nach der Härte fragen. Ausreichend frostfeste Arten überstehen den Winter ohne Schutz. Weniger winterharte Exemplare können mit einer dicken Schicht Laub oder Stroh, evtl. auch mit Reisig abgedeckt werden. Richtig empfindliche Arten taugen nicht für eine Auspflanzung.

Vermehren

Die Königskerze ist durch Aussaat oder Wurzelschnittlinge zu vermehren. Beides funktioniert gut und ist nicht schwierig.
Viele Königskerzen Versamen sich reichlich. Wer das verhindern möchte, muss die Samenkapseln vor der Reife entfernen. Wer Samen aus dem eigenen Garten verwendet, muss damit rechnen, dass die neuen Pflanzen nicht sortenrein sind. Bei gekauften Samen sollte das aber der Fall sein.

Aussaat

  • In Pflanztöpfen vorziehen
  • Können aber auch ins Freiland ausgesät werden.
  • Bester Zeitpunkt – Frühjahr
  • Aussaaterde verwenden, die ist keimfrei
  • nicht mit Erde bedecken, nur andrücken
  • Gefäße ins Freiland stellen, sonnig, aber ohne Mittagssonne und etwas geschützt
  • Erde immer leicht feucht halten
  • Nachdem der Sämling vier Blattpaare gebildet hat, Pflänzchen vereinzeln und an Ort und Stelle pflanzen
  • Wer im Freiland aussäen möchte, tut dies am besten im Herbst

Die Samen werden auf dem Boden verteilt und leicht eingeharkt, damit der Wind sie nicht wegpusten kann.

  • Wurzelschnittlinge im Herbst schneiden
  • Einen Teil der Wurzel freilegen
  • Von der Wurzel 5 bis 10 cm lange Wurzelstücke abschneiden
  • Eins ehr scharfes und sauberes Messer verwenden

Die unteren Enden der Schnittlinge müssen schräg und die oberen Enden gerade geschnitten werden. Nur so kann oben und unten unterschieden werden und die Schnittlinge werden nicht falsch herum eingepflanzt. Die schräg angeschnittenen Stücke kommen nach unten in die Erde. Das obere Ende muss bündig mit dem Substrat abschließen. Darauf wird noch 1 cm Erde verteilt. Dann wird angegossen.

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Die Wurzeln der Mutterpflanze wieder mit Erde bedecken. Die Wurzelschnittlinge überwintern in dem Gefäß. Der beste Standort dafür ist ein unbeheiztes Frühbeet. Dieses muss regelmäßig belüftet werden. Alternativ kann eine helle Garage oder ein heller Keller genutzt werden. Wenn sich erste Blattpaare gebildet haben, werden die Pflanzen abgehärtet und ausgepflanzt. Wichtig ist, sie langsam an die Sonne zu gewöhnen.

Krankheiten und Schädlinge

Krankheiten und Schädlinge treten selten auf. Achten sollte man auf Wühlmäuse. Die richten bei allen Pflanzen Schäden an. Die Königskerze bildet da keine Ausnahme. Hilfreich ist, die Wurzeln in einen Metallkäfig zu pflanzen, wie man das bei Zwiebelblumen tut. Das schützt sie vor dem Gefressenwerden. Außerdem treten häufiger Raupen an der Pflanze auf. Häufig stammen sie vom Königskerzen-Mönch, einem unscheinbaren Nachfalter.

koenigskerze-04Häufige Fragen

Die Königskerze gilt als Wetterpflanze. Wie funktioniert das?

Ich weiß nicht, ob es stimmt, aber es gibt tatsächlich einige Wetterregeln: Wenn sich die Blüte gen Westen neigt, soll das Wetter schlechter werden. Neigt sie sich dagegen nach Osten, soll es schöner werden. Wenn die Blätter unmittelbar über dem Boden schön dicht sind, sagt das wohl Schnee schon vor Weihnachten voraus. Stehen dagegen die oberen Blätter dicht, soll der Schnee erst zu Jahresbeginn kommen.

Schneidet man die Königskerze nach der Blüte komplett zurück oder wie weit wird geschnitten?

Wichtig ist, dass man weiß, ob es sich um eine zwei- oder mehrjährige Sorte handelt. Die zweijährigen lässt man stehen, bis Samen geerntet werden kann, damit für Nachkommen gesorgt ist. Dann kann man die Pflanze komplett aus dem Boden ziehen und auf dem Kompost entsorgen. Sie hat ihren Dienst getan. Bei mehrjährigen und winterharten Sorten schneidet man den Blütenstängel so weit unten ab, wie es geht. Mehr ist eigentlich nicht nötig.

Tipps für Schnellleser:

  • Naturform Verbascum thapsiforme- gute Heilpflanze
  • Alle anderen „nur“ schön anzusehen
  • Insektenpflanze
  • Viele interessante Arten und Sorten – siehe ausführlichen Text
  • Standort – warm und sonnig
  • Pflanzsubstrat – durchlässig, schotterig, kalkhaltig, nährstoffarm bis mager
  • Pflanzen – im Frühjahr oder Herbst
  • Pflanzabstand bis zu 1 m, je nach Sorte
  • Gießen – nur nach dem Anpflanzen und bei extremer Trockenheit
  • Düngen – nur im zweiten Jahr einmal zu Beginn der Wachstumsperiode
  • Schneiden – meist nicht nötig
  • Überwintern – bei Kauf auf Winterhärte achten
  • Nicht alle Sorten sind frosthart
  • Schutz durch Reisig schadet nicht
  • Vermehren – Aussaat (auch Selbstaussaat) und Wurzelschnittlinge
  • Krankheiten – sehr selten
  • Schädlinge – Wühlmäuse und Raupen

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Feli
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