Hortensien schneiden ist leicht, aber nur, wenn man weiß, welche Sorte Hortensien man beschneidet. Was längst nicht immer klar ist – im Artikel erfahren Sie, welcher Schnitttyp ihre Hortensie ist und wie Sie das erkennen, anschließend gibt es die nun simple Anleitung zum Schnitt.Hortensien gibt es in etwa 80 Arten und unzähligen Zuchtsorten, und längst nicht jeder Händler verrät den genauen (und richtigen) Namen einer Hortensie. Den Sie kennen müssten, um sie sofort einem Schnitttyp zuzuordnen, also folgt erstmal ein Überblick dazu:

Der Schnitt der Hortensien

Bevor es losgeht mit den Einordnungen und Anleitungen, erst einmal eine gute Nachricht: Die meisten Hortensien müssen überhaupt nicht zurückgeschnitten werden, bis sie sehr alt sind. Vorher beschränkt sich der Schnitt auf Entfernung abgestorbener/schwächlicher Triebe (im Frühjahr) und verblühter Blüten (welk herausbrechen).

Erst wenn eine Hortensie nach Jahren zu groß, alt, dicht geworden ist, braucht sie einen Schnitt, und der erfolgt je nach Hortensien-Schnitttyp im Herbst oder im Frühjahr.

Welche Hortensie ist es denn?

Wegen der zwei Schnitttypen müssen Sie wissen, welche Art Hortensie bei Ihnen wächst. Hortensien werden aber ohne botanische Namen verkauft, unter falschen botanischen Namen, mit Fantasienamen ohne irgendeinen praktischen Nutzen. Oft kommen Sie als „Hortensie“ aus einem Laden oder einer Geschenkpackung, das ist ungefähr so, als wenn sie einen „Hund“ (Chihuahua oder Dogge?) oder ein „Auto“ (Goggo oder Rolls Royce?) anschaffen.

Die erste Grundregel zur Einordnung von Hortensien lautet: Wenn sie pink, lila, blau blühen, sind es Hydrangea macrophylla, Schnitttyp 1. Wenn die Blüten weiß sind, können es alle möglichen Hortensien sein und sie brauchen weitere Merkmale zur Identifizierung.

Schnitttyp 1

1. Hydrangea macrophylla:

  • Dicke, manchmal glänzende Blätter, oft herzförmig
  • Blattränder grob gezahnt
  • Bis 2 m hoch, bis 1,50 breit (manchmal größer)
  • Kurze Blattstängel, Triebe oft mit schwarzen oder roten Streifen/Flecken
  • „Mopheads“, Nachkommen von H. macrophylla var. macrophylla, blühen meist pink, lila, blau
  • Die einzigen Hortensien, deren Blüten frisch geöffnet Farbe zeigen, alle anderen sind erst einmal weiß
  • Weiße Blüten sind sehr selten bei mopheads
  • „Lacecaps“, H. macrophylla var. normalis, sind wie mopheads, nur die Blüten tragen in der Mitte ein Feld fruchtbarer Blüten und die Scheinblüten als Kranz Drumherum

2. Zur Schnittgruppe 1 gehören weiter:

  • Teller-Hortensien, Hydrangea serrata sehen wie zierliche Lacecaps aus
  • Kletterhortensien, Hydrangea petiolaris, leicht am Kletterverhalten zu identifizieren
  • Fell-Hortensien Hydrangea aspera, Riesenblatt-Hortensien Hydrangea aspera „Macrophylla“, Gebirgs-Hortensien Hydrangea heteromalla, Strauch-Hortensien Hydrangea involucrata, Eichenblatt-Hortensien Hydrangea quercifolia, Samt-Hortensien Hydrangea sargentiana, Immergrüne Kletterhortensien Hydrangea seemannii und Fell-Hortensien Hydrangea villosa, alle nur bei Spezialisten (mit botanischen Namen) erhältlich.

Diese Hortensien bereiten in der laufenden Saison den Austrieb für das nächste Jahr vor, unter der gerade abgeblühten Blüte ist bereits der Ansatz der nächsten Blüte im Entstehen.

Klassisch wird für sie Schnitt im Herbst empfohlen, wobei Herbst ein wenig ungenau ist. Sie werden am sichersten vor August beschnitten, weil sie ab August mit der Knospenanlage beginnen könnten.

Wenn Sie zu spät schneiden, schneiden Sie sämtliche Knospen des Folgejahres weg…

Wenn Sie schneiden, dann wie folgt:
• Wenn die Hortensie 5 Jahre oder älter ist, können/sollten Sie jedes Jahr ein Drittel der älteren Triebe wegschneiden, um die Hortensie vital zu halten
• Wenn die Hortensie zu groß geworden ist, kann sie sofort nach der Blüte rundum gestutzt werden

Unabhängig vom Schnitt ist der Umgang mit verblühten Blüten. Wenn der Trieb nicht beschnitten wird, können sie herausgebrochen werden oder über den Winter an der Hortensie bleiben, das sieht gut aus und gibt ihr Schutz.

Wenn Sie den richtigen Zeitpunkt für Schnitt von Typ 1 verpasst haben, können Sie auch im Frühling schneiden, müssen dann aber genau zwischen Trieben mit und ohne Knospen unterscheiden, wenn Sie Blüten sehen wollen.

Tipp: Unter den mopheads gibt es eine kleine Dauerblüher, die an alten und neuen Trieben Knospen ansetzen. Wenn Sie eine dieser „everbloomers“ (Immerblüher, Mehrfachblüher) im Garten stehen haben, können Sie eigentlich schneiden, wann immer Sie wollen.

Schnitttyp 2

1. Hydrangea arborescens, Wald-Hortensien:

  • Herzförmige Blätter, dünner und weicher als bei H. macrophylla
  • Matte Oberfläche, raue Textur, lange Blattstängel
  • Große Blüte bei den Zuchtsorten, je ursprünglicher eine H. arborescens ist, desto weniger Scheinblüten hat sie

Tipp: Kaufen Sie Hortensien am besten während der Blüte, dann können Sie sehen, ob Ihre Hortensie z. B. wirklich die großen Schneebälle (einer Annabelle, die Sie eigentlich kaufen wollten) hervorbringt, die Sie sehen wollen. Es gibt nämlich innerhalb der Arten ursprüngliche Sorten mit ganz anderen Blüten, möglicherweise besinnt sich sogar eine Zucht- Pflanze auf ihre ursprüngliche Genetik.

2. Hydrangea paniculata, Rispenhortensien:

  • sind an ihren mehr oder weniger rispenförmigen Blüten unschwer zu erkennen, sie blühen immer weiß auf und werden oft als ältere Blüten pink.

Schnitttyp 2 entwickeln die Blüten am Austrieb der aktuellen Saison.

Häufig wird für diese Hortensien ein Schnitt im Frühjahr empfohlen, ausgehend von Gedanken an bei uns nur fast winterharte (Garten-) Hortensien, die Laub und Triebe als Winterschutz brauchen. Ist nicht falsch, vor allem junge Hortensien gehen immer besser mit vollem Laub in den Winter.

Allerdings braucht auch Schnitttyp 2 die ersten Jahre kaum beschnitten werden, und wenn es soweit ist, können Sie gerne im Frühjahr schneiden – aber auch zu jedem anderen Zeitpunkt in der Wachstumssaison, siehe „Rispenhortensie, Hydrangea paniculata – Pflege und Schneiden“ was sich wann im Detail anbietet. Einen einzigen ungünstigen Zeitpunkt für Schnitt gibt es: Wenn Hortensien gerade dabei sind, ihre Blüten fertig zu entwickeln/zu öffnen, brauchen sie all ihre Kraft.

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