Tipps zur Hortensien-Pflege – Standort und richtig Pflanzen

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Zur Not können Sie Hortensien bis in den frühen Herbst auspflanzen. Je mehr im Sommer, desto mehr müssen Sie auf ausreichende Bewässerung achten; gegen Herbst kommt es darauf an, dass der Hortensie bis zum ersten Frost genug Zeit zum Einwurzeln bleibt.

Hortensien sind so beliebt, weil sie einen großen Vorteil haben: Als ursprüngliche Waldbewohner wachsen sie gerne an halbschattigen Standorten. An diesen Standorten, an denen viele Blütenpflanzen kein buntes Blatt zeigen würden, zeigen Hortensien eine Fülle prächtiger Blüten – bei erfreulich simpler Pflege. Hortensien kommen mit recht lichtarmen Standorten aus, richtig Pflanzen und Pflege sind leicht: Tolle Pflanzen für alle, die in ihrem Garten jede Menge großer Blüten sehen möchten, auch an eher lichtarmen Standorten:

Der beste Standort

Die genügsamen Hortensien akzeptieren, ja mögen, Standorte im Halbschatten, sogar mit einer Menge Schatten, an denen viele andere Pflanzen kein einziges Blütenblatt mehr zeigen würden.

Die allermeisten von ihnen, auch die Eltern der heutigen Zuchtsorten, entwickelten sich als Unterbewuchs in Wäldern, wo sie eher selten von der Sonne beschienen wurden. Mit Hortensien können Sie also all die Bereiche im Garten ziemlich einfach in blühende Landschaften verwandeln, die sonst nur bei/von Fachleuten mit allen möglichen eher unbekannten Gewächsen begrünt werden.

Hortensien wachsen sogar am besten auf den häufig nicht bewachsenen Plätzen unter tief wurzelnden Bäumen oder höheren Sträuchern, wo ein Blätterdach sie vor der Mittagssonne schützt, prasselnder Regen zerstreut wird und der Boden wenig beansprucht = verdichtet wird. Der Standort sollte auch immer ein wenig windgeschützt sein.

Bekannteste Hortensien-Arten

Innerhalb der rund 80 Hortensien unterscheiden sich die Standort-Ansprüche je nach Heimatbedingungen durchaus ein wenig, hier die Standort-Verträglichkeiten der bekanntesten Hortensien-Arten:

1. Hortensienarten für voll beschattete Standorte

  • Hydrangea arborescens, Waldhortensie
  • Hydrangea macrophylla, Bauernhortensie, Gartenhortensie
  • Hydrangea petiolaris, Kletterhortensie
  • Hydrangea quercifolia, Eichenblättrige Hortensie
  • Hydrangea serrata, Tellerhortensie

2. Hortensienarten für halbschattige Standorte ohne Mittagssonne

  • Hydrangea arborescens, Waldhortensie
  • Hydrangea aspera, Samthortensie
  • Hydrangea macrophylla, Bauernhortensie, Gartenhortensie
  • Hydrangea paniculata, Rispenhortensie
  • Hydrangea petiolaris, Kletterhortensie
  • Hydrangea quercifolia, Eichenblättrige Hortensie
  • Hydrangea serrata, Tellerhortensie

3. Hortensienarten für Sonnen-Standorte

  • Hydrangea paniculata, Rispenhortensie
  • Hydrangea quercifolia, Eichenblättrige Hortensie

Tipp
Wenn Ihr (Neubau-) Garten noch nicht über einen alten Baumbestand verfügt und eigentlich nur sonnige Standorte zu bieten hat, brauchen Sie also nicht auf Hortensien verzichten, wenn Sie die richtige Art/Sorte wählen. Sie müssen dann allerdings dafür sorgen, dass diese Hortensien nie Durst leiden.

Impressionen

Substrat

Dieser Boden darf auch ein wenig einem Waldboden ähneln, also eher feucht, aber gut wasserdurchlässig sein, gut humushaltig, gerne leicht lehmig. Die Nährstoffe – Kompost, Mist, Mulche, Gründüngung – können (spätestens) im Herbst vorher zugeben werden, so kommen Hortensien mit jedem Boden klar, der Feuchtigkeit halten kann und ausreichend durchlüftet ist. Auch mit gut angereichertem Sandboden, in Berlin und Brandenburg z. B. wachsen viele prächtige Hortensien.

Über den pH-Wert der richtigen Hortensien-Erde wurde schon viel geschrieben, oft ist zu lesen, dass Hortensien „sauren Boden bräuchten“. Gut informierte Gärtner bekommen dann einen Schreck, gesunder Gartenboden ist nicht sauer, aber so schlimm ist es gar nicht: Diese Artikel stammen noch aus den Zeiten, als knallblaue Hortensien unsere Gärten in großen Massen schmücken sollten.

Da der Trend gerade deutlich zum naturnahen Garten geht und knallblaue Hortensien nicht wirklich so ganz natürlich wirken, sind die blauen Hortensie eher selten geworden – und die meisten Gärtner sind heute gut informiert über Bodenqualitäten und haben wenig Lust, ihren Gartenboden für naturwidrige Blütenfarben (oder für Pflanzen für Extremstandorte wie manche Rhododendren) künstlich zu versäuern und damit zu verschlechtern. Normale Hortensien haben normale Ansprüche an den Boden, ein Gartenboden mit normalen pH-Werten zwischen 6 und 7 ist ihnen immer recht, und sie vertragen sogar ziemlich viel Ausschlag ins saure oder ins basische.

Tipp
Einige Sorten Hortensien bringen die natürliche Anlage mit, bei bestimmten Bodenverhältnissen (pH-Wert 4,5 – 5) blau zu blühen, die allerdings nichts mit einem gesunden Gartenboden zu tun haben, und Aluminiumsulfat soll auch noch zugesetzt werden. Wenn Sie weder auf einen gesunden Gartenboden noch auf blaue Hortensien verzichten wollen, sollten Sie die „Blaublütigen“ deshalb in einen Kübel setzen.

Hortensien richtig pflanzen

Hortensien einpflanzen ist wirklich kein Kunststück, so funktioniert es:

  • Der beste Zeitpunkt ist gegen Ende des Frühlings
  • Genauer gesagt, wenn ganz sicher kein Frost mehr zu erwarten ist
  • Jeder Spätfrost kann eine noch nicht eingewurzelte Pflanze schwer schädigen
  • Pflanzloch ausheben, etwa doppelt so groß wie Topf/Wurzelballen
  • Verdichter Boden sollte rundum und am Boden des Pflanzlochs aufgelockert werden
  • Nicht nur wegen unerwünschter Staunässe, die Wurzeln wachsen auch leichter in den Boden
  • Vor dem Einsetzen wird der Wurzelballen etwa eine Viertelstunde durchnässt (im Wasserbottich/Eimer)
  • Dann wird die Hortensie in gleicher Höhe wie im Topf in den Boden gesetzt
  • Pflanzen Sie nie tiefer als die Erdoberfläche, das behindert die Wurzelbelüftung
  • Pflanzloch auffüllen, Erde andrücken, angießen, ggf. nach einigen Tagen Erde nachfüllen

Zur Not können Sie Hortensien bis in den frühen Herbst auspflanzen. Je mehr im Sommer, desto mehr müssen Sie auf ausreichende Bewässerung achten; gegen Herbst kommt es darauf an, dass der Hortensie bis zum ersten Frost genug Zeit zum Einwurzeln bleibt.

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