Es gibt unterschiedliche Hibiskusarten. Nicht alle eignen sich zum Auspflanzen in den Garten. Beim Kauf muss deshalb darauf geachtet werden, dass man winterharte Arten auswählt. Empfehlenswert sind der Garten-Eibisch (Hibiscus syriacus) und der Sumpf-Eibisch (Hibiscus moscheutus). Der Garten-Eibisch wird ein buschiger Strauch mit Blüten zwischen 8 und 12 cm Durchmesser. Auch als Hochstamm macht dieser Hibiskus eine gute Figur. Der Sumpf-Eibisch überzeugt mit riesigen Blüten, bis 25 cm Durchmesser.

Allerdings frieren die Pflanzen im Winter bei starkem Frost oberirdisch häufig ab, treiben aber im Frühjahr (meist spät) zuverlässig wieder aus. Der häufig im Blumenhandel angebotene Rosen-Eibisch (Hibiscus rosa-sinensis) ist nicht zum Auspflanzen in den Garten geeignet. Diese schönen Blühpflanzen sind ideale Kübelgewächse. Sie müssen frostfrei überwintert werden.

Sortenauswahl

Um viel Freude an seinem Garten-Hibiskus zu haben, ist die Auswahl der entsprechenden Sorten sehr wichtig. Es gibt recht empfindliche, aber auch sehr robuste Sorten. Der „Arbeitskreis Gehölzsichtung“ hat Hibiskussorten für den Garten getestet. Bei einem mehrjährigen Versuch an fünf verschiedenen Standorten wurden die Pflanzen auf Herz und Nieren geprüft, in punkto Blühfreude, Gesundheit und Pflegeleichtigkeit. Diese Sorten schnitten am besten ab:

  • ’Speciosus’ – weiße, halbgefüllte bis gefüllte Blüten mit rotem Innenfleck, trichterförmiger, dicht verzweigter Wuchs, bis 250 cm hoch
  • ’Coelistis’ – blauviolette, einfache Blüten mit rotem Innenfleck, locker aufrechter, mitteldicht verzweigter Wuchs, bis 190 cm hoch
  • ’Helena’ – weiße, einfache bis halbgefüllte Blüten mit rotem Innenfleck, kompakter, dicht verzweigter Wuchs, bis 160 cm hoch
  • ’Red Heart’ – weiße ungefüllte Blüten mit großem, roten Innenfleck, kompakter, dicht verzweigter Wuchs, bis 170 cm hoch
  • ’Blue Bird’ – blauviolette, einfache Blüten mit rotem Innenfleck, breitbuschiger, dicht verzweigter Wuchs, bis 210 cm hoch
  • ’Totus Albus’ – einfache, weiße Blüten, kompakter, dicht verzweigter Wuchs, bis 160 cm hoch
  • ’Woodridge’ – pinkfarbene, einfache Blüten mit rotem Innenfleck, straff aufrechter Wuchs, 150 bis 200 cm hoch
  • ’Hamabo’ – hellrosafarbene, einfache Blüten mit rotem Innenfleck, locker breitbuschiger Wuchs, bis 200 cm hoch, sehr regenfest
  • ’Pink Giant’ – karminrosa Blüten mit rotem Innenfleck (dieser mit silbergrauem Rand), straff aufrechter Wuchs, 150 bis 200 cm hoch

Pflanzzeit

Die beste Zeit um Hibiskus zu pflanzen, ist das Frühjahr. Die Gewächse sind anfangs manchmal etwas frostempfindlich und so können sie bis zum Winter in Ruhe anwachsen. Zwar kann Hibiskus auch noch im Herbst in den Boden gebracht werden, aber ideal ist es nicht. Man weiß nie, wie hart der Winter wird und bei langanhaltendem Frost, vor allem bei hohen Minustemperaturen, sind die Pflanzen enorm gefährdet. Wer also auf Nummer sicher gehen will, pflanzt besser im Frühjahr, wenn der Boden Temperaturen über 15°C hat.

Standort

Für das Gedeihen eines Garten-Eibischs ist der Standort enorm wichtig. Er sollte warm, sonnig und geschützt sein. Ideal ist ein Platz vor einer wärmeabstrahlenden Mauer. Normale Winter überstehen Garten-Eibische problemlos, aber bei strengen Frösten ist ein guter Standort mitunter überlebenswichtig.

Hibiskus bevorzugt Wärme und Sonne
Hibiskus bevorzugt Wärme und Sonne
  • bei zu wenig Sonne und Licht blühen die Pflanzen nur spärlich
  • bei einem zugigen ungeschützten Standort kann es zu Erfrierungen kommen
  • vor allem kalte Ostwinde und Kälte bei Sonnenschein sind gefährlich.

Pflanzsubstrat

Wichtig für den Garten-Hibiskus ist ein nährstoff- und humusreicher Boden. Dieser muss ausreichend durchlässig sein, damit keine Staunässe entstehen kann. Um eine gute Frosttoleranz zu erreichen, ist ein sandiger Boden besonders günstig.

  • durchlässig
  • nährstoffreich
  • humusreich
  • sandig (dann aber für ausreichend Nährstoffe sorgen)
  • pH-Wert über 6,5 also etwas sauer
  • auf schweren, nassen Tonböden reifen die Triebe vor dem Winter nicht aus und erfrieren häufig

Hibiskus pflanzen

  1. Hibiskus1Entsprechenden Standort suchen
  2. Passendes Pflanzloch ausheben, mindestens 50 cm tief
  3. Erde im Pflanzloch auflockern, damit die Wurzeln sich leicht ausbreiten können
  4. Wenn vorhanden, etwas reifen Kompost mit ins Pflanzloch geben
  5. Wässern
  6. Pflanzenballen in einen Eimer mit Wasser stellen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen
  7. Pflanze aus dem Gefäß nehmen und ins Pflanzloch stellen
  8. Nicht zu tief und nicht zu hoch pflanzen
  9. Mit Gartenerde bedecken
  10. Leicht andrücken, nicht festtreten
  11. Gießring formen
  12. Einschlämmen
  13. Die nächsten Tage reichlich wässern
  14. Mulchschicht ausbringen, um Unkraut zu unterdrücken und Austrocknen zu vermeiden

Gießen

Nach dem Pflanzen ist das Gießen überlebenswichtig. Bis zum Anwachsen darf der Boden nicht austrocknen, allerdings ist stehende Nässe unbedingt zu vermeiden. Gut funktioniert das Gießen mit einem Gießring, da kommt alles Wasser genau dort an, wo es benötigt wird und kann nicht ungenutzt im Boden versickern.

Düngen

Gleich beim Pflanzen zu düngen ist ungünstig. Es reicht, reifen Kompost ins Pflanzloch zu geben, obwohl das auch von vielen Fachleuten abgelehnt wird, denn man weiß nie, was in dem Kompost alles drin ist. Nach 6 bis 8 Wochen kann dann aber gedüngt werden. Man verwendet einen normalen Dünger, der wenig Phosphor, aber dafür viel Kalium enthält. Im Juli wird letztmalig gedüngt, damit die Triebe bis zum Herbst ausreifen können. So sind sie nicht zu frostgefährdet. Im September kann noch mit Patentkali gedüngt werden, was die Winterhärte ebenfalls erhöht, auch wenn sich darüber die Gelehrten nicht einig sind. Ich habe damit durchweg gute Erfahrungen gemacht.

Nachbarpflanzen

Rosen, Lavendel oder Malven als Nachbarpflanzen
Rosen, Lavendel oder Malven als Nachbarpflanzen

Obwohl der Garteneibisch als Solitär am schönsten wirkt, macht er sich auch gut mit entsprechender Nachbarschaft. Besonders Hochstämme sehen unterpflanzt sehr schön aus. Geeignet sind unter anderem: Beetrosen, Lavendel, Stockrosen und Buschmalven.

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