Heizung

Wird die Heizung nicht warm, dann scheint zunächst einmal guter Rat teuer zu sein. Die meisten Menschen verständigen in diesem Fall umgehend den Heizungsmonteur, was zwangsläufig zu Kosten führt. Doch oftmals stecken hinter dem vermeintlich großen Problem nur einfache Dinge, welche schnell selbst behoben werden können. Wir zeigen Ihnen, welche Ursachen häufig zugrunde liegen und in welchen Fällen die Beauftragung einer Fachfirma notwendig ist.

Das Heizungssystem besteht aus einzelnen Teilbereichen wie dem Heizkessel, den Heizkörpern und dem Leitungssystem. An all diesen Punkten kann es zu Problemen kommen und die Heizkörper werden nicht warm. Die regelmäßige Wartung reduziert die Gefahr des Heizungsausfalls und sollte daher mindestens einmal jährlich durch eine Fachfirma ausgeführt werden. Zusätzlich müssen Sie in festen Abständen eigene Sichtkontrollen durchführen, um Probleme im Vorfeld zu erkennen. Daher finden Sie in unserem Ratgeber eine Checkliste, an derer Sie die Heizungsanlage überprüfen können. Im Notfall lassen sich somit mögliche Ursachen identifizieren und Fehlerquellen eliminieren. Sie schließen vor der Beauftragung einer Fachfirma viele Ursachen aus beziehungsweise grenzen das Problem ein.

Die 6 häufigsten Ursachen

1. Zu viel Luft im System

Im Laufe der Zeit kommt es zur Ansammlung von Luft in der Heizung. Die einzelnen Heizkörper werden daraufhin nicht mehr ausreichend von warmem Wasser durchflutet. Sie erwärmen sich nicht und bleiben kühl bis lauwarm. In einigen Fällen wird ein Teilbereich der Heizkörper erhitzt, der übrige Teil ist kalt.

In den meisten Fällen ist es ausreichend, wenn Sie die Heizkörper entlüften. Befindet sich seitlich ein Entlüftungsventil, so ist die Arbeit mit wenigen Handgriffen erledigt. Im Baumarkt erhalten Sie für rund 50 Cent entsprechende Schlüssel, mit welchen Sie das Ventil aufdrehen. Positionieren Sie zuvor die Öffnung vom Ventil nach unten. Halten Sie einen Becher oder eine Schale unter das Ventil und lassen Sie die Luft entweichen. Sie hören ein Zischgeräusch. Sobald keine großen Luftmengen mehr enthalten sind, tropft Wasser aus der Öffnung. Nun drehen Sie das Ventil wieder zu.

Heizung entlüften
Heizung entlüften

Tipp: Entlüften Sie die Heizungskörper mindestens einmal pro Jahr. Am besten führen Sie die Prozedur zu Beginn der Heizungsperiode durch. Um den optimalen Zustand der Heizung zu gewährleisten, sollten Sie das Entlüften der Heizung und das Nachfüllen von Heizungswasser nacheinander durchführen.

2. Wasserdruck ist zu niedrig.

Ein zu geringer Wasserdruck verhindert, dass sich die Heizkörper in einem ausreichenden Maß erwärmen. Sie sollten daher den Wasserdruck regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf Heizungswasser nachfüllen oder nachfüllen lassen.

In der Betriebsanleitung der Heizungsanlage erfahren Sie, welcher Wasserdruck optimal ist. In den meisten Fällen ist ein Druck von 1 bis 2 bar ideal. Die Höhendifferenz zwischen der Heizung und dem am höchsten gelegenen Heizungskörper ist wichtig. Pro Höhenmeter wird der Wasserdruck um 0,1 bar erhöht. Auf der Heizungsanlage finden Sie ein Manometer, auf welchem Sie den Druck ablesen können. Sind grüne und rote Bereiche vorhanden, so haben Sie eine weitere Orientierungshilfe.

Manometer
Manometer

Tipp: Moderne Heizungen sind vielfach mit einer festen Vorrichtung zum Nachfüllen des Heizungswassers versehen. Sie öffnen die entsprechenden Ventile und die Verbindung zwischen dem Frischwasser und dem Heizungswasser wird kurzzeitig geöffnet. Sobald der gewünschte Druck erreicht ist, schließen Sie die Ventile wieder. Eine dauerhaft offene Verbindung zwischen beiden Wassersystemen darf nicht bestehen bleiben.

3. Defekte Heizungsventile

Zu den häufigsten Defekten an Heizungssystemen gehören defekte Ventile. Sie lassen sich relativ unkompliziert abdrehen und austauschen. Im Zweifelsfall sollte jedoch ein Fachmann hinzugezogen werden, um keine Schäden zu verursachen. Handelt es sich um ein modernes Heizungsventil, so ist der Austausch meistens unkompliziert, da mit einem Handgriff das Ventil abgedreht ist. Für festsitzende Ventile kann es notwendig sein, dass Sie eine Rohrzange einsetzen.

Thermostat abschrauben
Verschiedene Befestigungen (links: Überwurfmutter aufdrehen; rechts: mit leichter Rechtsdrehung abziehen)

Tipp: Um Beschädigungen zu vermeiden, sollten Sie im Zweifelsfall einen Fachbetrieb zu Rate ziehen.

4. Der Ölstand ist zu niedrig.

Obwohl sich noch eine Restmenge an Öl im Tank befindet, kann die Heizung ausfallen. Zum einen kann der Ansaugschlauch zu hoch sitzen, wodurch das Öl nicht erreicht wird. In diesem Fall erkennen Sie auf den Tanks eine Mindestmarke, unter welche der Ölpegel nicht fallen darf.

Tipp: Gerade bei älteren und vergilbten Öltanks ist es oftmals schwer, den tatsächlichen Ölstand abzulesen. Nutzen Sie eine Taschenlampe und leuchten Sie direkt auf die Tanks. Klopfen Sie vorsichtig gegen den Behälter, sodass sich das Öl leicht in Bewegung setzt. Nun erkennen Sie den oberen Rand der Ölmenge. Viele Tanks lassen sich an der Oberseite öffnen, sodass Sie auch hineinsehen können.

Achtung: Durch einen zu niedrigen Ölstand kann Dreck in das System gezogen werden und es kann zum Ausfall der Heizung kommen. Daher sollten Sie stets rechtzeitig nachtanken. Ist die Heizung aufgrund eines zu niedrigen Ölstandes ausgefallen, müssen Sie Öl nachfüllen und das System durch einen Heizungsmonteur überprüfen lassen, um Schäden auszuschließen.

5. Das Steuerungssystem ist defekt

Kommt es zu einem unregelmäßigem Heizverhalten oder einem vollständigen Ausfall, dann kann das Steuerungssystem betroffen sein. Es reguliert die Ansteuerung des Heizkreises. Moderne Steuergeräte sind programmierbar, sodass Sie die Heizung am Abend automatisch herunterregulieren lassen können. Doch die Heizungssteuerung ist noch für viel grundlegendere Funktionen verantwortlich: Es werden verschiedene Bereiche und Komponenten aufeinander abgestimmt wie beispielsweise die Wasserzirkulation, die Brennstoffversorgung, der Außentemperatursensor und der Heizungsbrenner. Nur durch die optimale Versorgung mit Warmwasser ist die einwandfreie Funktion der Heizungsanlage gewährleistet. Da in den Bauteilen viele elektronische Einzelbauteile vorhanden sind, kann es im Laufe der Zeit zu Defekten kommen. Die Materialkosten für ein Steuerungsgerät betragen rund 300 bis 450 Euro, abhängig vom genauen Modell.Steuergerät

Defektes Steuerungssystem: Welche Kosten der defekten Heizung übernimmt die Versicherung?

Im Falle einer defekten Heizungssteuerung, kann im Einzelfall eine Kostenübernahme durch die Wohngebäudeversicherung stattfinden. Voraussetzung ist, dass es sich um einen durch einen Blitz verursachten Überspannungsschaden handelt.

Tipp: Nicht in allen Versicherungsverträgen ist diese Art von Schaden abgesichert. Den Versicherungsumfang können Sie durch den Versicherungsschein sowie die Versicherungsbedingungen in Erfahrung bringen.

Versicherung HausbauViele Versicherungen lassen durch einen Gutachter überprüfen, ob es sich tatsächlich um einen Überspannungsschaden handelt oder ob die Heizungssteuerung aus altersbedingten Gründen funktionsuntüchtig geworden ist. Daher dürfen Sie die defekten Geräte nicht entsorgen sondern müssen dem Versicherer die Überprüfung ermöglichen. Statistiken zufolge, wird bei rund 30 Prozent aller gemeldeten Überspannungsschäden eine abweichende Ursache festgestellt. In allen anderen Fällen erfolgt die Kostenübernahme seitens der Versicherung.

6. Fehlfunktionen

Im Falle einer Fehlfunktion kann es laut Protokoll vorgesehen sein, dass sich die Heizung zum Schutz abschaltet. Wird der Druck zu hoch, sind Unregelmäßigkeiten an der Gaszufuhr aufgetreten oder ist die Versorgung mit Heizöl kurzfristig unterbrochen, so kann sich die komplette Heizungsanlage automatisch ausschalten. Betreten Sie den Heizungskeller und stellen fest, dass die Anlage nicht mehr läuft, so müssen Sie herausfinden, welche Ursachen zugrunde liegen.

Moderne Heizungen sind mit einem Bediencomputer versehen, welcher Fehlermeldungen speichert. Die Fehlermeldungen müssen gelesen werden und die erforderlichen Maßnahmen müssen ergriffen werden.

Achtung: Viele Heizungen, beispielsweise ältere Modelle von Sieger, zeigen zunächst einmal nur einen Fehler an. Erst wenn diese Fehlermeldung aus dem Speicher gelöscht wurde, wird eine vorhandene zweite Fehlermeldung angezeigt. Selbst wenn die erste Fehlermeldung „harmlos“ ist, darf die Heizung nicht sofort wieder eingestellt werden. Sie müssen die Meldung zunächst einmal löschen und überprüfen, ob eine zweite Fehlermeldung vorhanden ist.

Ist keine Fehlerquelle erkennbar, kann die Heizungsanlage wieder eingeschaltet werden. Schaltet sie sich erneut wieder aus, müssen Sie einen Fachmann zu Rate ziehen, um Sicherheitsprobleme auszuschließen, die Fehlerquelle zu finden und Schäden an der Heizung zu vermeiden.Fachbetrieb

Leuchten Warnelemente an der Heizung, dann darf das System auf keinen Fall wieder eingeschaltet werden. Kommt es zu einer Anhäufung von Ausfällen, müssen Sie ebenfalls eine Überprüfung vornehmen lassen.

Ist es zu einer zu hohen Spannung gekommen, kann die Sicherung herausgesprungen sein. Die Heizungsanlage ist meistens durch einen separaten Stromkreis abgesichert. Moderne Kippsicherungen lassen sich mit einem Handgriff wieder einschalten. Am Sicherungskasten sollte eine Beschriftung vorhanden sein, sodass Sie erkennen, welche Sicherung zur Heizung gehört.

Checkliste im Falle von kalten Heizkörpernheizkoerper-checken-beitragsbild-02

  1. Überprüfen Sie, wie die Thermostate eingestellt sind. Ist im Innenraum bereits eine bestimmte Temperatur erreicht, schalten sich die Heizkörper aus.
  2. Warten Sie eine Weile ab. Ältere Heizungen können rund 10 Minuten benötigen, bis Sie das Erwärmen der Heizkörper feststellen können. War die Heizung gar zuvor ausgeschaltet, so muss erst wieder neues Wasser erhitzt werden.
  3. Betreten Sie den Heizungsraum und führen Sie eine Sichtkontrolle durch: Ist die Heizung noch angeschaltet? Sind Fehlermeldungen sichtbar? Nehmen Sie Gasgeruch oder sonstige Gerüche war?
  4. Achtung: Bei Gasgeruch oder Alarm durch Gasmelder müssen Sie sich und die übrigen Hausbewohner unverzüglich in Sicherheit bringen. Gehen Sie nach den empfohlenen Sicherheitsschritten vor, welche unter anderem das Verlassen des Hauses, das Schließen der Gaszufuhr und das Unterlassen der Betätigung von Lichtschaltern beinhalten.
  5. Sind keine Fehler erkennbar, schalten Sie die Heizung wieder an.
  6. Überprüfen Sie den Heizungswasserdruck und füllen Sie gegebenenfalls Wasser nach.
  7. Entlüften Sie die Heizkörper.
  8. Überprüfen Sie, welches Heizungsprogramm eingestellt ist. Durch das Ausschalten der Heizungsanlage kann sich bei älteren Anlagen die Uhrzeit verstellt haben, was zu einem zeitverzögerten Ablauf des Programms führt.
  9. Ist nur ein Raum von einem kalten Heizkörper betroffen, kann ein defektes Bedienelement am Heizkörper die Ursache sein. Sie können es austauschen.
  10. Wurden regelmäßig Wartungen durchgeführt? Wenn nicht, können Dichtungen defekt sein oder der Heizungskessel ist verunreinigt.
  11. Überprüfen Sie den Ölstand.
  12. Kontrollieren Sie, ob die Sicherung herausgesprungen ist.
  13. Haben die Maßnahmen keinen Erfolg, müssen Sie einen Fachbetrieb beauftragen.

Unterschied zur Fußbodenheizung

Handelt es sich um eine wasserführende Fußbodenheizung, dann bleibt das Prinzip der Erzeugung von Wärme gleich. Daher treten ähnliche Probleme auf, welche zum Ausfall der Heizung führen können. In den einzelnen Räumen können Heizungsventile vorhanden sein oder es handelt sich um elektronische Steuerungen. Im Falle der Elektroheizung liegen abweichende Bedingungen vor. In diesem Fall haben Sie wenige Einflussmöglichkeiten, da Sie lediglich Zugriff auf die Steuereinrichtungen haben. Ist die Versorgung mit Strom sichergestellt, müssen Sie überprüfen, ob Fehlermeldungen vorhanden sind. Werden nur noch Teilbereiche des Raumes erwärmt, so kann die Ursache in defekten Bereichen auf den Heizmatten liegen. Ist der komplette Raum kalt, sollten Sie die Steuerung überprüfen.

Weiterführende Links

Entlüften der Heizung

Wasser in der Heizung nachfüllen

Heizungsthermostat wechseln

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