Garage vs. Carport: Vorteile, Nachteile und Kosten-Vergleich

Garage vs. Carport

Bei der Planung der eigenen vier Wände gehört für viele eine Unterbringung für Fahrzeuge dazu. Aus diesem Grund kommt häufig folgende Frage auf: Garage vs. Carport? Welche der beiden Abstellmöglichkeiten ist besser für Sie geeignet? Bei dieser Entscheidung müssen mehrere Punkte beachtet werden, die sich bedeutend auf die endgültige Wahl auswirken. Dieser Ratgeber wird Ihnen dabei behilflich sein.

Garage vs. Carport. Die Entscheidung ist nicht leicht. Aus diesem Grund ist der direkte Vergleich der Unterbringungsmöglichkeiten wichtig, wenn Sie Ihre Fahrzeuge sicher verstauen wollen. Jede der beiden Lösungen ist für verschiedene Hausbesitzer besser geeignet, da mehrere Faktoren bei der Planung beachtet werden müssen. Diese reichen vom verfügbaren Kapital bis hin zur zusätzlichen Verwendung als Lagerraum. All diese Punkte müssen in die Planung miteinfließen, damit Sie am Ende die richtige Entscheidung treffen. Die Vor- und Nachteile der Stellplatzvarianten sollten daher gründlich verglichen werden. Diese werden Ihnen im Ratgeber ausführlich vorgestellt, damit Sie sich ein Bild von ihnen machen können.

Überblick

Vorteile Nachteile
Garage
  • hohe Langlebigkeit
  • mehr Nutzungsmöglichkeiten
  • effektiver Schutz
  • Anbauten möglich (Solar, Heizraum)
  • Garagenrabatt
  • hohe Korrosionsgefahr
  • erfordert Baugenehmigung
  • Auflagen beim Bau
Carport
  • einfache Selbstmontage
  • platzsparend und mehr Lichteinfall
  • effektive Belüftung
  • erweiterbar
  • bepflanzbar
  • Auto ist mehr der Witterung und äußeren Einflüssen ausgesetzt
  • Auto ist leicht zugänglich
  • kürzere Nutzungsdauer

 

Garage: Vorteile

1. Hohe Langlebigkeit: Einer der größten Vorteile einer Garage ist die lange Beständigkeit. Sie können von mindestens 30 Jahren ausgehen, wenn Sie sich für eine Fertiggarage entscheiden. Handelt es sich dagegen um eine gemauerte Variante, ist sie mit der richtigen Wartung sogar noch weitaus länger nutzbar. Falls Sie auf einen dauerhaften Stellplatz setzen wollen, der von mehreren Generationen verwendet werden soll, sind Garagen deutlich empfehlenswerter als Carports.

Garage

2. Weitere Nutzungsmöglichkeiten: Garagen können im Vergleich zum Carport sofort auch auf andere Weise verwendet werden. Vor allem Doppelgaragen bieten eine Vielzahl an Möglichkeiten, für die ein Carport erst erweitert werden muss:

  • Werkstatt
  • Abstelllager
  • Fahrradraum
  • Abstellraum für Gartengeräte
  • Überwinterungsräumlichkeiten für frostempfindliche Pflanzen

Garagen bieten in den meisten Fällen zusätzlichen Platz für diese Nutzungsmöglichkeiten. Aus diesem Grund sind sie vor allem bei größeren Familien beliebt, da die Wohnräume im Haus dafür nicht verwendet werden müssen. Zudem haben Sie direkten Zugang über Ihr Haus zur Garage, wenn Sie diesen einplanen.

3. Effektiver Schutz: Carports bieten einen guten Schutz vor Witterung und Straßenlärm, jedoch sind Geräte, Fahrzeuge, Werkzeuge und andere Gegenstände hierbei nicht dauerhaft geschützt. Da sich Garagen diebstahlsicher abschließen lassen, müssen Sie sich keine Sorgen um Ihr Hab und Gut machen. Das gilt ebenfalls für Vandalismus und Wildtiere wie Marder. Weiterhin kann kein Schnee oder Regen in eine geschlossene Garage eindringen, was gerade im Winter angenehm ist. Sie müssen Ihr Auto nicht freischaufeln oder vereiste Scheiben freikratzen.

Garage

4. Energieeffizienz verbessern: Sie können die Garage zusätzlich als Untergrund für eine Solarthermie- oder Photovoltaikanlage verwenden. Handelt es sich um einen Anbau mit flachem Dach, lassen sich problemlos mehrere Module auf einmal platzieren und nutzen. Ein Carport lässt sich hingegen nicht so effektiv ausstatten. Ebenso ist es möglich, durch eine zusätzliche Wand einen Heizraum einzubauen. Dieser muss dadurch nicht im Haus oder Keller untergebracht werden, was ebenfalls Platz spart.

5. Garagenrabatt: Wenn Sie Ihre Kfz-Versicherung abschließen, sollten Sie sich unbedingt nach einem Garagenrabatt erkundigen. Da Sie Ihre Fahrzeuge sicher in der Garage verstauen, können viele Schäden verhindert werden, die bei Nichtnutzung entstehen:

  • Wetterschäden
  • Vandalismus
  • Auffahrschäden

Er wird von den meisten Versicherungsunternehmen gewährt, wenn Sie Ihre Garage sicher abschließen können. Verrechnet wird er als jährliche Vergütung auf Ihre Versicherungsprämie.

Tipp: Garagen lassen sich zudem hervorragend als Zwischenlager für Baustoffe oder nicht verderbliche Lebensmittel oder Getränke nutzen. Wenn Sie eine große Ladung ins Haus befördern müssen, sind sie ideal für diesen Zweck.

Garage: Nachteile

1. Höhere Korrosionsgefahr: Wenn Sie keine Heizung oder eine gute Lüftung in Ihre Garage integrieren, wird einer der größten Nachteile der KFZ-Abstellräumlichkeiten sichtbar. Wenn Ihre Fahrzeuge durch Schnee oder Regen nass wurden, verbleibt viel Feuchtigkeit innerhalb der Garage. Ohne zusätzliche Komponenten tropft die Feuchtigkeit auf den Boden und sammelt sich in Pfützen. Mit der Zeit können dadurch bestimmte Teile am Fahrzeug rosten. Zudem stellen die Pfützen in unbeheizten Garagen eine Verletzungsgefahr dar, da sie im Winter häufig einfrieren.

2. Baugenehmigung erforderlich: Der Vergleich Garage vs. Carport beschäftigt viele Bauherren, wenn es um die Baugenehmigung geht. Für eine Garage benötigen Sie immer eine Baugenehmigung, egal um welche Art es sich handelt. Natürlich müssen Sie für diese zusätzliche Kosten einrechnen, da die Bearbeitung von Genehmigungsanträgen niemals kostenlos ist. Carports benötigen hingegen nicht immer eine Genehmigung, wenn sie zum Beispiel klein genug sind oder ausschließlich ein Flachdach aufweisen.

3. Nicht komplett frei planbar: Die Planung der Garage ist stark abhängig von den Vorgaben Ihres Wohnorts. Zum Beispiel müssen Sie bestimmte Punkte wie die Nähe zur Straße beachten oder Ihre Nachbarn um Erlaubnis bitten, wenn der neue Bau nah an der Grenze zum Nachbargrundstück steht. Informieren Sie sich im Voraus, da es sonst schnell zu Problemen und einem möglichen Abriss der Garage kommen kann.

Carport: Vorteile

1. Selbstmontage möglich: Da sich Carports aufgrund ihrer Bauweise ohne fachmännische Hilfe errichten lassen, können Sie das gesamte Projekt selbst übernehmen. Hier wird der Unterschied von Garage vs. Carport deutlich erkennbar. Beim Carport handelt es sich nämlich nur um eine Art Gestell aus Holz oder wetterfestem Aluminium, das mit einem Dach und wahlweise Wänden versehen wird.

Carport

2. Für kleine oder verwinkelte Grundstücke geeignet: Da Carports offener sind, wirken sie nicht so kolossal wie eine Garage. Es ist deutlich mehr Licht verfügbar, was gerade bei nicht so großen Grundstücken empfehlenswert ist. Wenn Sie Platz für nur ein Fahrzeug benötigen, reicht diese Variante meist völlig aus.

3. Effektive Belüftung: Einer der größten Vorteile an der Nutzung eines Carports steht in direktem Vergleich zu den Problemen einer Garage. Da der Carport immer offen ist, können Tau- und Regenwasser gut abfließen und trocknen. Durch die effektive Belüftung müssen Sie sich über Korrosionsschäden keine Sorgen machen, selbst wenn Sie in einer regnerischen Region wohnen. Weitere Vorteile der offenen Carport-Konstruktion sind:

  • keine Heizung notwendig
  • keine Belüftungsanlage notwendig
  • Eis bildet sich nur selten unter dem Fahrzeug

Natürlich gelangen Schnee und Regen vor allem an windigen Tagen unter den Carport, doch zieht die überschüssige Feuchtigkeit schnell wieder ab. Selbst wenn der Schnee nicht schmilzt, reduzieren sich die Korrosionsschäden, da Sie Ihr Fahrzeug immer abfegen können.

4. Problemlos erweiterbar: Auf den ersten Blick ist einer der Nachteile am Carport die offene Bauweise ohne zusätzliche Verstaumöglichkeiten. Glücklicherweise können Sie jedoch jeden Carport mit weiteren Elementen, zum Beispiel einem abschließbaren Abstellraum, ausstatten. Das gilt ebenfalls für Sichtschutzelemente, wenn der Abstellplatz zusätzlich den Blick von der Straße auf Ihren Garten oder Hof verhindern soll. Sie müssen nicht ausschließlich die offene Bauweise nutzen.

Carport

5. Bepflanzbar: Falls Sie einen natürlich wirkenden Carport wünschen, der vor allem zu älteren Häusern passen soll, können Sie diesen begrünen. Kletterpflanzen bieten sich für diesen Zweck hervorragend an, da sie an den Stützpfosten entlang wachsen und sogar das Dach einnehmen. Sie können mit diesen einen natürlichen Sichtschutz schaffen, der sogar über den Frühling und Sommer blüht.

Carport: Nachteile

1. Größerer Aufwand im Winter: Sie müssen über die Winterzeit häufiger die Scheiben freikratzen und das Auto warm werden lassen. Es kann also etwas länger dauern, bis Sie auf dem Weg sind. Das erweist sich als problematisch, wenn Sie lange zur Arbeit fahren müssen.

2. Fahrzeuge leicht zugänglich: Carports bieten Fahrzeugen kaum Schutz vor Dieben, Vandalen und Tieren. Marder haben zum Beispiel leichter Zugriff auf den Motor, während Schäden an der Karosserie mit nur geringem Aufwand zustande kommen können. Ebenso können Schmutz und Pollen leichter auf die Autos und Motorräder gelangen, was den Reinigungsaufwand erhöht.

3. Kürzere Nutzungsdauer: Carports müssen regelmäßig gewartet werden, da sie Schnee, Regen und Wind stärker ausgesetzt sind als eine robustere Garage. Im Vergleich Garage vs. Carport hat ein errichtetes Gebäude daher klar die Nase vorn. Wird ein Carport nicht gewartet, müssen Sie ihn wahrscheinlich nach etwa zehn Jahren erneuern.

Tipp: Nutzen Sie Carports aus kesseldruckimprägniertem Holz. Diese halten deutlich länger, wodurch sich einer der Nachteile abschwächen lässt.

Garage vs. Carport: Kosten-Vergleich

Euro-ZeichenNun wissen Sie, welche Vor- und Nachteile jede Stellplatz-Variante hat. Daneben sollten Sie natürlich auch noch die Kosten im Auge behalten. Der Bau einer Garage ist im Durchschnitt immer kostenaufwendiger, selbst wenn es sich dabei um eine Fertigteilgarage handelt. Dennoch kann sich der Preis lohnen. Der Unterschied wird bereits bei der Grundlage für den Unterstand sichtbar. Sie benötigen für beide Varianten ein Fundament, wobei sich dieses in puncto Größe, Tragfähigkeit und Bauaufwand deutlich unterschiedet:

  • Garage: Bodenplatte
  • Carport: Punktfundament

Zudem können Carports auf einer bestehenden Platte errichtet werden, was Sie beim Kosten-Vergleich ebenfalls beachten sollten. In diesem Fall entstehen keine Zusatzkosten. Eine Bodenplatte ist immer für Garagen notwendig, egal ob es sich um eine gemauerte oder Fertigteilvariante handelt. Beim Kosten-Vergleich von Garage vs. Carport müssen Sie mit folgenden Kosten für den Untergrund rechnen:

  • Bodenplatte: 80 bis 100 Euro pro m2
  • Punktfundament: 20 bis 50 Euro pro m²
  • bereits vorhandener Boden für Carport: kostenfrei

In diesem Kosten-Vergleich sind die Erdarbeiten, Geräte und Lieferkosten nicht eingerechnet. Diese sind abhängig vom Anbieter und davon, wie umfangreich die Eigenleistung ist, die Sie übernehmen. Den Bodenbelag dürfen Sie ebenfalls nicht vergessen, denn sie sollten nicht einfach so mit dem Fahrzeug auf der Bodenplatte stehen und selbst der Carport benötigt mehr als Erde. Für Garagen werden zahlreiche Varianten mit unterschiedlichen Preisspannen geboten:

  • Epoxidharzböden: 5 bis 10 Euro pro m²
  • PVC-Fliesen: etwa 10 bis 100 Euro pro m²
  • Industrieböden: 30 bis 40 Euro pro m²

Für den Carport kommen zum Beispiel Kies, Schotter, Gitterelemente, eine Betonplatte oder Pflastersteine zum Einsatz. Die Kosten variieren stark von 5 bis 100 Euro pro m². Bei den Kosten für den Bodenbelag unterscheiden sich die Unterstände nicht wirklich. Ein weiterer Punkt beim Vergleich ist natürlich der Unterstand selbst. Sie haben mehrere Varianten zur Verfügung:

  • Stahl-Fertiggarage: 1.500 bis 4.000 Euro
  • Holzgarage: 2.000 bis 4.000 Euro
  • Betonfertiggarage: 3.000 bis 8.000 Euro
  • gemauerte Garage: ab 10.000 Euro
  • Holz-Carport: ab 500 Euro
  • Aluminium-Carport: ab 1.000 Euro

Bei diesem Kosten-Vergleich im Hinblick auf Garage vs. Carport handelt es sich um durchschnittliche Preise. Je nach Anbieter können sie höher oder niedriger ausfallen. Bauen Sie einen Carport komplett auf eigene Faust, müssen Sie nur das Material dafür bezahlen. Weiterhin müssen Sie beim Bau einer Garage die folgenden Positionen dazurechnen, die je nach Wohnort, Lage und Ausmaß des Projekts komplett anders ausfallen:

  • Kosten für Baugenehmigungen
  • Zufahrt
  • Personalkosten inkl. Arbeitsstunden
  • Lieferungskosten

Tipp: Es ist ebenfalls möglich, Carports und Garagen als Kombination zu planen. Sie können die Kosten jedoch nicht einfach so addieren, da die Planung deutlich aufwendiger ist.

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