Energiesparlampe entsorgen

Wenn Energiesparlampen vorschriftsgemäß entsorgt werden, können aus den Bauteilen wertvolle Bestandteile wiederverwertet werden. Die richtige Entsorgung schont wichtige Ressourcen und ist in Deutschland nicht schwer zu bewerkstelligen.

In Deutschland gibt es ein bundesweit flächendeckendes Sammelstellennetz zur Entsorgung alter Energiesparlampen, und die nächste Sammelstelle ist leicht zu finden. Sie erfahren, wie Sie Energiesparlampen (und andere Leuchtmittel) richtig entsorgen, und das Quecksilber ein Problem ist – aber nicht in Energiesparlampen:

Die Fakten zu den sparsamen Leuchtmitteln

Licht kann auf unterschiedliche Weise erzeugt werden:

  • Chemisch-physikalisch
    • alte Öllampen
    • Petroleumlampen
    • Gaslichter
    • Karbidlampen
    • Leuchtfeuer und Pyrotechnik
  • auf Atomebene
    • Licht speichernde oder radioaktiv Licht erzeugende Leuchtfarben,
    • chemisch angeregtes Kaltes Licht (Leuchtstab, Knicklicht)
  • elektrisch
    • Glühlampe und Gasentladungslampe
    • B. als „Niederdruck-Gasentladungslampe in Form einer Kompaktleuchtstofflampe“ (das ist unsere Energiesparlampe)
    • zunehmend als Leuchtdiode (LED, englisch light-emitting diode = Licht-emittierende Diode).

Seit die EU-Rahmenrichtlinie „Energiebetriebene-Produkte-Richtlinie“ (Ökodesign-Richtlinie, 2009/125/EG) Mindestanforderungen für Energieeffizienz und Qualität verschiedener Haushalts-Leuchtmittel festlegte und die Rahmenrichtlinie für Deutschland durch die Verordnungen (EG) Nr. 244/2009, 245/2009 und das Energieverbrauchsrelevante-Produkte-Gesetz (EVPG) vom 27. Februar 2008 rechtlich umgesetzt wurde, sollen im Haushalt energiesparende Leuchtmittel eingesetzt werden. Also Leuchtmittel, die die Anforderungen der EU-Rahmenrichtlinie und deren konkreter Umsetzung bei uns erfüllen, das Ende der Daseinsberechtigung der normalen Glühbirne war vorgezeichnet.

Energieverwendung im Vergleich
Energieverwendung im Vergleich

Am 1. September 2012 war es, dass die letzten Glühlampen aus den Verkaufsregalen verschwunden sind. Erinnern Sie sich noch an den Aufschrei, an die Hamsterkäufe? Merkwürdiges Phänomen, denn die ab da angesagten Energiesparlampen sparen gegenüber den Glühlampen bis zu 80 Prozent Energie. Und auch wenn Sie nicht die Spitzenprodukte in Hinsicht Sparsamkeit erwischen, sparen Sie mit der Energiesparlampe im Vergleich zur Glühbirne, das ist sozusagen systemimmanent:

Glühlampen bringen in ihrem Inneren einen Draht zum Glühen

= 5 % Lichtenergie, 95 % Wärmeenergie.

Energiesparlampen leuchten, weil sich Gas entlädt

= 25 % Lichtenergie, 75 % Wärmeenergie.

Inzwischen sind LED-Leuchtmittel marktreif und werden immer besser, die Energiesparlampen dürfen „sich wieder hinlegen“ bzw. werden nach und nach ausgetauscht, bis 2020 wird mit einem Marktanteil von rund 70 % LEDs gerechnet.

Ein unmittelbarer Vergleich der wichtigsten Leuchtmittel macht klar, warum:

Glühlampe entsorgenDie durchschnittliche Glühlampe

  • verbraucht 40 – 60 Watt,
  • bringt eine Lichtausbeute von etwa 12 Lumen pro Watt,
  • hat Energieeffizienzklasse D – G,
  • niedrige Produktionskosten,
  • aber auch eine niedrige Lebensdauer.

Energiesparlampe entsorgenDie durchschnittliche Energiesparlampe

  • verbraucht 5 – 15 Watt,
  • bringt eine Lichtausbeute von 40 – 65 Lumen pro Watt,
  • hat Energieeffizienzklasse A – B,
  • hohe Produktionskosten,
  • aber auch eine hohe Lebensdauer
  • spart gegenüber einer Glühlampe bis zu 80 % Energie ein.

LED entsorgenDie durchschnittliche LED

  • verbraucht 3 – 20 Watt,
  • bringt eine Lichtausbeute von 80 – 150 Lumen pro Watt,
  • hat Energieeffizienzklasse A,
  • hohe Produktionskosten,
  • aber eine sehr hohe Lebensdauer –
  • hat gegenüber einer Glühlampe ein Sparpotenzial von bis zu 90 % Energie

Warum müssen Energiesparlampen entsorgt werden?

Aber es geht natürlich um das „entsorgt werden“ im Sinne von „getrennt entsorgt werden“, und damit sind wir beim ganzen großen Bereich Recycling angelangt.

Ein ewig umstrittenes Thema, Durchblick wohl eher ausgeschlossen, weil zu viele der Beteiligten gar nicht durchblicken lassen wollen (übrigens ein starkes Argument für die  Verstaatlichung der ganzen Sache, der Staat kann im Zweifel immer noch am besten gezwungen werden, Durchblick zu gewähren).

Energiesparlampe muss entsorgt werden
Energiesparlampe muss entsorgt werden

Sicher ein Grund, sich zu informieren, was wo landet (und von Firmen, deren Müll kleine arbeitende Kinder vergiftet, nichts zu kaufen), aber ebenso sicher kein Thema, das kurz mal nebenbei in einem Artikel abgehandelt werden kann. Mehr Infos, nicht nur zu Recycling, gibt es z. B. bei germanwatch.org.

Wichtig: Entsorgen Sie Ihre Energiesparlampen vorschriftsgemäß und umweltgerecht, wenn Sie sie in Zukunft nach und nach durch LEDs ersetzen.

Die Energiesparlampe hat der herkömmlichen Glühbirnen ohnehin ein Stück Nachhaltigkeit voraus: Glühbirnen leuchten rund 1.000 Stunden, Energiesparlampen im schlechtesten Fall knapp 7.000 Stunden, während bei anderen der Test nach 19.000 Stunden aus Zeitgründen abgebrochen werden musste (www.test.de/Energiesparlampen-Osram-strahlt-am-hellsten-1327630-0/).

Wenn Ihre Energiesparlampe dann nach gut 3 oder knapp 9 Jahren den Geist aufgegeben hat – hat sie so lange gehalten, dass ihre Entsorgung einem recht neuen Gesetz unterliegt, dem „Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten“ (Elektro- und Elektronikgerätegesetz, ElektroG) vom 20.10.2015.

Getrennte Entsorgung sah auch schon das alte ElektroG von 2005 vor, das Hersteller seit 2006 zur Rücknahme und Entsorgung ihrer Altprodukte verpflichtet.

Der Grund für diese getrennte Entsorgung von LEDs und Gasentladungslampen (und anderen Elektrogeräten) ist, dass diese Produkte elektronische Bauteile und ein wenig Quecksilber dazu enthalten. Oft auch weitere wertvolle Bestandteile wie Glas und Metall, in den elektronischen Bauteilen außerdem seltene Rohstoffe, die Wiederverwertung dient deshalb dem Schutz der Umwelt und schont wichtige Ressourcen.

Neu am neuen ElektroG 2 ist in Bezug auf Leuchtmitteln aus Privathaushalten, dass nun Lampen mit LED- und Gasentladungslampentechnik (Energiesparlampen) in der gleichen Sammelgruppe 4 gesammelt werden, die vorschriftsgemäße Entsorgung ist also noch einen Tick unkomplizierter geworden.

Tipp: Privathaushalte können nun ihre ausgedienten Elektrogeräte kostenfrei bei Elektro- und Elektronikgeräte-Händlern mit Verkaufsfläche über 400 Quadratmetern abgeben. Kleingeräte (Kantenlänge unter 25 cm) unabhängig von einem Neukauf, größere Geräte, wenn ein gleichartiges Neugerät erworben wird.

Wer koordiniert die Entsorgung, wo Sammelstelle finden?

Um die Entsorgung von ausgedienten Leuchtmitteln kümmert sich die Lightcycle Retourlogistik und Service GmbH in München, eine von deutschen Herstellern von LEDs und Energiesparlampen gegründete Non-Profit-Organisation.

Die Gesellschaft hat im letzten Jahrzehnt eine bundesweite Rücknahmelogistik aufgebaut, sodass ausgediente Leuchtmittel passend zum jeweiligen Verbraucher einem fachgerechten Recycling zugeführt werden können.

Die Rücknahme verbrauchter LED- und Gasentladungslampen erfolgt derzeit über drei Wege:

  • Kleine, haushaltsübliche Mengen werden in Sammelstellen der Kommunen (Wertstoffhöfe, Recyclinghöfe) und des Handels gesammelt
  • Für Großmengen ab 50 Stück stehen über 400 Lightcycle Großmengen-Sammelstellen privater Entsorger und zusätzliche kommunale Sammelstellen bereit
  • Mengen ab einer Tonne pro Jahr (das sind um 5.000 Lampen) kann man direkt von Lightcycle abholen lassen
Sammelstellen in Deutschland
Sammelstellen in Deutschland

Das Herstellerrücknahmesystem für Altlampen unterscheidet sich wesentlich von der Rücknahme anderer Elektroaltgeräte. Der Grund liegt darin, dass die Entsorgungskosten für Altlampen sehr hoch sind, wenn sie ins Verhältnis zu den Herstellungskosten gesetzt werden. Das wiederum liegt an den großen Transportvolumina der Altlampen, bei einem sehr geringen Produktgewicht.

Deshalb haben die Lampenhersteller in Deutschland ein gemeinsames Rücknahmesystem aufgebaut, das gemeinsame Transporte ermöglicht und dadurch Ressourcen schont. Die bundesweite Rücknahme ist in fünf Logistikgebieten organisiert, in denen die beauftragten Logistikunternehmen die Sammelbehälter bereitstellen und abholen und die Altlampen in die von den Verwertungskonsortien jeweils beauftragten Verwertungsanlagen transportieren.

Es gibt aktuell mehr als 9.000 Kleinmengen-Sammelstellen in Deutschland, ein bundesweit flächendeckendes Netz von Sammelstellen für Endverbraucher, das kontinuierlich wächst.

Neben den kommunalen Wertstoff- oder Recyclinghöfen und den Händlern und Handwerksbetrieben, die vom Verbraucher Altlampen in haushaltsüblichen Mengen entgegennehmen, gibt es auch sogenannte „Schadstoffmobile“, die in regelmäßigen Abständen in den Kommunen Station machen.

Falls Ihnen noch nicht bekannt: Die Ihrem Haushalt nächstgelegene Sammelstelle finden Sie auf der Website von Lightcycle (es gibt eine Suchmaske, in die Sie Postleitzahl oder Wohnort eingeben können). Ob und wann ein Schadstoffmobil vorkommt, erfahren Sie in Ihrem Rathaus/Bürgeramt.

Über dieses Rücknahmesystem der Lampenhersteller können Sie gemäß ElektroG Anlage 1 Nr. 5 folgende Leuchtmittel entsorgen:

  • Beleuchtungskörper
  • Leuchten
  • stabförmige Leuchtstofflampen
  • Kompaktleuchtstofflampen (Energiesparlampen)
  • Entladungslampen, einschließlich Hochdruck-Natriumdampflampen und Metalldampflampen
  • Niederdruck-Natriumdampflampen
  • LED-Lampen
  • sonstige Beleuchtungskörper oder Geräte für die Ausbreitung oder Steuerung von Licht
  • mit Ausnahme von Glühlampen

Was wird draus und wie ist das mit dem Quecksilber?

Wenn die Altlampen umweltgerecht entsorgt werden, können mehr als 90 Prozent der Bestandteile recycelt werden.

Darüber sind die Deutschen noch nicht allzu gut informiert: Bei der letzten repräsentativen Umfrage vom Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid schätzen die Deutschen den wiederverwertbaren Anteil der Lampen durchschnittlich auf 33 Prozent. 6 Prozent wussten überhaupt nichts von Leuchtmittel-Recycling, ein Viertel traute sich kein Urteil zu, rund die Hälfte geht von einer Recyclingquote bis höchstens 40 Prozent aus; den richtigen Wert von über 90 Prozent kannte gerade einmal 1 Prozent der Befragten.Quecksilber

Immerhin wussten 76 Prozent der Deutschen, wie sie ihre ausgedienten LED- und Energiesparlampen fachgerecht entsorgen und führten eine solche fachgerechte Entsorgung auch durch. Und wenn die Lightcycle Retourlogistik und Service GmbH noch mehr auf Information statt auf Abmahnungen setzen würde, werden es sicher bald 100 Prozent sein.

Ja, Energiesparlampen enthalten etwas Quecksilber, meist sehr geringe Mengen an Quecksilber, weil seit 1.1.2013 ein Grenzwert von 2,5 Milligramm pro Lampe gilt. Auch ein Grund für die getrennte Sammlung und Entsorgung, weil dieses Quecksilber im Recycling zurückgewonnen werden kann.

Quecksilber, das „lebendige Silber“, vom althochdeutschen „quëcsilabar“, ist grundsätzlich auch ebenso tödlich wie quicklebendig (gleicher Wortstamm). Es trägt die Gefahrstoffkennzeichnung giftig bis sehr giftig und umweltgefährlich, ab April 2009 hat die EU verboten, neue quecksilberhaltige Fieberthermometer, Barometer und Blutdruckmessgeräte in den Verkehr zu bringen.

Aber das Verbot gilt nicht für Medizin und Wissenschaft und auch Alt- und Gebrauchtgeräte dürfen weiterhin gehandelt werden.

Mit Quecksilberdampf einatmen geht es schneller, aber nicht aus der zerbrochenen Lampe – seit Beginn der Aufzeichnungen gab es weltweit 10 akute tödliche Quecksilbervergiftungen und diese Menschen fielen in quecksilberhaltige Tanks o.ä. Die Stiftung Warentest hat es untersucht (www.test.de/Quecksilber-in-Energiesparlampen-Keine-Panik-4179935-0/): Auch wenn Sie mehrere Energiesparlampen im Jahr zerdeppern, würde der Grenzwert für die Belastung der Innenraumluft nur dann für wenige Stunden pro Jahr überschritten, wenn Sie nicht lüften (und die Menge der austretenden Dämpfe ist auch zu gering, um chronische Vergiftungserscheinungen zu verursachen).

So entsorgen Sie zerbrochene Energiesparlampen:

  • benutzen Sie nicht den Staubsauger
  • Scherben mit einem geknickten Papier oder einer Pappe zusammenkehren, die Sie mit entsorgen
  • Pulver mit einem Klebeband aufnehmen
  • alle Bruchstücke in ein Konservenglas verpacken, dieses verschließen
  • Feucht nachwischen, Lappen unter laufendem Wasser gut ausspülen
  • Raum gut lüften
  • Konservenglas zur Sammelstelle bringen und entsorgen

Zum Abschluss: Energiesparlampen geben während des Betriebs kein Quecksilber an die Raumluft ab.

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